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  • 24 Stunden Betreuung / Pflege

    Alte und betreuungsbedürftige Menschen möchten möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Auch den Angehörigen dieser Menschen ist es ein Anliegen, dieses Stück Lebensqualität zu erhalten und zu ermöglichen. In manchen Situationen ist dies nur möglich, wenn ständig – sowohl tagsüber als auch nachts – eine Betreuungsperson bereit steht und hilft. Diese Art der Betreuung ist gesetzlich geregelt.

    Mit 1. Juli 2007 traten das Hausbetreuungsgesetz und Änderungen der Gewerbeordnung in Kraft. Damit wurde eine Rechtsgrundlage für die legale 24 Stunden Betreuung geschaffen.

    Es gibt folgende legale Betreuungsmöglichkeiten:

    • Selbständigen-Modell: Der Betreuungsbedürftige oder seine Familie schließt einen Werkvertrag mit einem Personenbetreuer ab, der einen entsprechenden Gewerbeschein besitzt.
    • Unselbständigen-Modell: Der Betreuungsbedürftige oder seine Familie stellt eine Betreuungsperson an. Das Arbeitsverhältnis ist in einem Arbeitsvertrag geregelt.
    • Träger-Modell: Der Betreuungsbedürftige oder seine Familie organisiert die Betreuung über eine Trägerorganisation.

     

    Quelle: www.vorarlberg.at S 9 ff [abgefragt am 02-05-2017]

  • Barrierefreier Wohnraum

    Alle neun Länderbauvorschriften enthalten Bestimmungen über die barrierefreie Gestaltung von Bauwerken. Die Unterschiede zur Barrierefreiheit sind in einzelnen Bundesländern zum Teil erheblich. Dies betrifft beispielsweise die Anwendungsbereiche.

    Um mehr Einheitlichkeit in den Bauvorschriften zu schaffen, wurden vom Österreichischen Institut für Bautechnik (OIB) im Zuge eines Harmonisierungskonzeptes sechs Richtlinien entwickelt. Grundlage für die Harmonisierung der österreichweiten Bauvorschriften in Hinblick auf Barrierefreiheit ist die OIB Richtlinie 4 „Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit“. Die technischen Detailbestimmungen für barrierefreies Bauen finden sich in der ÖNORM B 1600 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“. Jene Punkte dieser Norm, auf die innerhalb der OIB Richtlinie 4 verwiesen wird, sind somit baurechtlich verbindlich.

    Mit 1. Juni 2013 ist diese in den Bauvorschriften aller Bundesländer außer Niederösterreich und Salzburg verbindlich verankert, wobei teilweise innerhalb der Bauvorschriften wiederum individuelle Abweichungen in einzelnen Bestimmungen definiert sind. Barrierefreiheit heißt aber im wesentlichen Barrierefreiheit der allgemeinen Teile einer Anlage und barrierefreie Erreichbarkeit der Geschoße. Für die Gestaltung der Wohnungen selbst sind keine oder nur Mindestkriterien der Barrierefreiheit vorgegeben, sodass von einem barrierefreien Wohnraum nicht gesprochen werden kann. Betreutes oder Betreubares Wohnen erfordert daher mehr als das Einhalten der geltenden Bauvorschriften.

    Quelle: www.rechtambau.at/Artikel/Betreutes-und-betreubares-Wohnen-Welche-Wohnr%C3%A4ume-brauchen-%C3%A4ltere-Menschen [abgefragt am 11-04-2017]

  • Befreiung Rezeptgebühr und Entgelt für e-card

    Die Befreiung von der Entrichtung der Rezeptgebühren ist u. a. aufgrund einer besonderen Schutzbedürftigkeit entweder mit oder ohne Antrag vorgesehen.

    Ohne Antrag:

    • Pensionisten mit Anspruch auf Ausgleichszulage (Ausnahme: SVA der Bauern) bzw.
      Bezieher einer Ergänzungszulage zu einem Ruhe- oder Versorgungsgenuss
    • Personen mit anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten (die Befreiung gilt allerdings nur für diese Erkrankung)
    • Zivildiener und deren Angehörige
    • Asylwerber


    Auf Antrag:

    Die Rezeptgebührenbefreiung wird auf Antrag zuerkannt, wenn das Nettoeinkommen aller in Hausgemeinschaft lebender Personen folgende Richtsätze nicht überschreitet.

    • Für Alleinstehende – EUR 872,31
    • Für Alleinstehende mit erhöhtem Medikamentenbedarf – EUR 1.003,16
    • Für Ehepaare (bzw. Personen in Lebensgemeinschaft) – EUR 1.307,89
    • Für Ehepaare (bzw. Personen in Lebensgemeinschaft) mit erhöhtem Medikamentenbedarf – EUR 1.504,07
    • Richtsatzerhöhung für jedes mitversicherte Kind – EUR 134,59

    Der Antrag auf Rezeptgebührenbefreiung ist mit den aktuellen Einkommensnachweisen direkt beim zuständigen Krankenversicherungsträger einzubringen.

    Hinweis: Die Rezeptgebührenbefreiung gilt automatisch auch für alle anspruchsberechtigten Angehörigen des Versicherten!

    Formulare zur Antragstellung:

    Burgenländische Gebietskrankenkasse
    BKK – Österreichische Betriebskrankenkassen
    Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter
    Kärntner Gebietskrankenkasse
    Niederösterreichische Gebietskrankenkasse
    Oberösterreichische Gebietskrankenkasse
    Salzburger Gebietskrankenkasse
    Steiermärkische Gebietskrankenkasse
    Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft
    Sozialversicherungsanstalt der Bauern
    Tiroler Gebietskrankenkasse
    Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau
    Vorarlberger Gebietskrankenkasse
    Wiener Gebietskrankenkasse

  • Befreiung Rundfunkgebühr

    Folgende Personen haben einen Anspruch auf Befreiung von der Rundfunkgebühr und Zuschuss zum Fernsprechentgelt sowie seit 2012 von der Entrichtung der Ökostrompauschale:

    • Personen, die pflegebezogene Leistungen (z.B. Pflegegeld) beziehen
    • Personen mit geringem Einkommen (insbesondere bei Pensionsbezug, Bezug einer Leistung aus Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe bzw. Bedarfsorientierte Mindestsicherung)
    • gehörlose und schwer hörbehinderte Personen

    Voraussetzung ist, dass das Haushalts-Nettoeinkommen nach Abzug der Miete und der vom Finanzamt anerkannten außergewöhnlichen Belastungen (z.B. wegen Diät) unter monatlich € 976,99 bei einem Einpersonenhaushalt bzw. € 1.464,84 bei einem Zweipersonenhaushalt liegt. Diese Einkommensgrenzen erhöhen sich für jede weitere Person im Haushalt um € 150,74 (Werte 2015).

    Das komplette Einmaleins der Gebührenbefreiung, Formulare, die aktuellen Höchststätze des Haushalts-Nettoeinkommens etc. finden Sie auf der GIS-Homepage.

    Alle Formulare erhalten Sie ebenfalls in:

    • Raiffeisenbanken
    • Gemeindeämtern
    • Magistratischen Bezirksämtern der Stadt Wien
    • Bürgerdienst-Bezirksstellen der Stadt Wien
    • Servicestellen der Stadt Graz oder
    • direkt bei der GIS

    Quelle. www.pflegedaheim.at/cms/pflege/dokument.html?channel=CH1699&document=CMS1417688622258 [abgefragt am 27-12-2015]

  • Befreiung vom Kostenanteil für Heilbehelfe und Hilfsmittel

    Heilbehelfe und Hilfsmittel erhalten Sie über ärztliche Verordnung in ausreichender und zweckentsprechender Ausführung durch unsere Vertragspartner (z. B. Bandagisten, Optiker, Orthopädieschuhmacher).

    Sowohl für Heilbehelfe als auch für Hilfsmittel ist vom Versicherten bzw. Angehörigen ein Kostenanteil zu leisten. Die Kostenübernahme durch den Krankenversicherungsträger erfolgt bis zu einer in der Satzung festgesetzten Höhe.
    Sozial schutzbedürftige Versicherte und deren Angehörige sowie Versicherte und Angehörige, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind von der Entrichtung des Kostenanteils befreit.

    Ihr Versicherungsträger stellt bestimmte Heilbehelfe und Hilfsmittel (Krankenfahrstühle, Sauerstoffgeräte usw.) auch leihweise zur Verfügung.

    Weitere Informationen – wie etwa über Bewilligungserfordernisse, medizinische Voraussetzungen und Kostenbeteiligungen – erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse.

    BGKK – Burgenländische Gebietskrankenkasse
    BKK – Betriebskrankenkasse der Wiener Verkehrsbetriebe
    BVA – Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter
    KGKK – Kärntner Gebietskrankenkasse
    NÖGKK – Niederösterreichische Gebietskrankenkasse
    OÖGKK – Oberösterreichische Gebietskrankenkasse
    SGKK – Salzburger Gebietskrankenkasse
    STGKK – Steiermärkische Gebietskrankenkasse
    SVA – Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft
    SVB – Sozialversicherungsanstalt der Bauern
    TGKK – Tiroler Gebietskrankenkasse
    VAEB – Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau
    VGKK – Vorarlberger Gebietskrankenkasse
    WGKK – Wiener Gebietskrankenkasse

    Quelle: www.sozialversicherung.at/portal27/portal/esvportal/content/contentWindow?action=2&viewmode=content&contentid=10007.684029 [abgefragt am 27-12-2015]

  • Befreiung von der Entrichtung der Ökostrompauschale

    Folgende Personen haben einen Anspruch auf Befreiung von der Rundfunkgebühr und Zuschuss zum Fernsprechentgelt sowie seit 2012 von der Entrichtung der Ökostrompauschale:

    • Personen, die pflegebezogene Leistungen (z.B. Pflegegeld) beziehen
    • Personen mit geringem Einkommen (insbesondere bei Pensionsbezug, Bezug einer Leistung aus Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe bzw. Bedarfsorientierte Mindestsicherung)
    • gehörlose und schwer hörbehinderte Personen

    Voraussetzung ist, dass das Haushalts-Nettoeinkommen nach Abzug der Miete und der vom Finanzamt anerkannten außergewöhnlichen Belastungen (z.B. wegen Diät) unter monatlich € 976,99 bei einem Einpersonenhaushalt bzw. € 1.464,84 bei einem Zweipersonenhaushalt liegt. Diese Einkommensgrenzen erhöhen sich für jede weitere Person im Haushalt um € 150,74 (Werte 2015).

    Das komplette Einmaleins der Gebührenbefreiung, Formulare, die aktuellen Höchststätze des Haushalts-Nettoeinkommens etc. finden Sie auf der GIS-Homepage.

    Alle Formulare erhalten Sie ebenfalls in:

    • Raiffeisenbanken
    • Gemeindeämtern
    • Magistratischen Bezirksämtern der Stadt Wien
    • Bürgerdienst-Bezirksstellen der Stadt Wien
    • Servicestellen der Stadt Graz oder
    • direkt bei der GIS

    Quelle. www.pflegedaheim.at/cms/pflege/dokument.html?channel=CH1699&document=CMS1417688622258 [abgefragt am 27-12-2015]

  • Behandlungspflege

    Als Behandlungspflege oder seltener Spezielle Pflege werden Tätigkeiten verstanden, die auf ärztliche Anordnung durch Pflegekräfte aus dem Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege, und der Altenpflege erbracht werden. Diese Aufgaben umfassen unter anderem Wundversorgung, Verbandwechsel, Medikamentengabe, Blutdruck- und Blutzuckermessung und die ärztliche Assistenz.

    Im Gegensatz dazu werden alle pflegerischen Tätigkeiten, die der grundlegenden Versorgung des Pflegebedürftigen dienen, beispielsweise die Körperpflege, als Grundpflege oder direkte Pflege bezeichnet. Die Behandlungspflege kann sowohl stationär wie auch ambulant erfolgen.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Behandlungspflege [abgefragt am 21-02-2016]

  • Behindertenpass

    Der Behindertenpass ist ein amtlicher Lichtbildausweis; er enthält die persönlichen Daten des Inhabers/der Inhaberin, das Datum der Ausstellung sowie den Grad der Behinderung.

    Nähere Informationen unter Behindertenpass & Ausweis gem. § 29b StVO (Parkausweis)

    Quelle: www.sozialministeriumservice.at/site/Behindertenpass_&_Ausweis_gem.__29b_StVO_%28Parkausweis%29/Allgemeine_Informationen [abgefragt am 27-12-2015]

  • Beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung

    Ein Zusatzbeitrag für mitversicherte Angehörige in der Krankenversicherung ist unter anderem dann nicht zu leisten, wenn der Angehörige

    • selbst Anspruch auf Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 hat oder
    • er/sie einen Versicherten / eine Versicherte mit Anspruch auf Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 unter ganz überwiegender Beanspruchung der Arbeitskraft pflegt.

     

    Als Angehörige gelten

    • der Ehegatte / die Ehegattin
    • Personen, die mit dem/der Versicherten in gerader Linie (z.B. Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern) oder bis zum 4. Grad der Seitenlinie verwandt oder verschwägert sind (z.B. Cousin, Cousine)
    • Wahl-, Stief- und Pflegekinder des/der Versicherten
    • Wahl-, Stief- und Pflegeeltern des/der Versicherten
    • eine mit dem/der Versicherten nicht verwandte Person, wenn sie mit dem/der Versicherten seit mindestens zehn Monaten in Hausgemeinschaft lebt, er/sie ihm/ihr unentgeltlich den Haushalt führt und keine arbeitsfähige/r Ehegatte/Ehegattin des/der Versicherten im gemeinsamen Haushalt lebt.

    Voraussetzung für die Inanspruchnahme der beitragsfreien Mitversicherung in der Krankenversicherung ist, dass die Pflege nicht erwerbsmäßig in häuslicher Umgebung und unter ganz überwiegender Beanspruchung der Arbeitskraft geleistet wird.

    Nähere Informationen zur beitragsfreien Mitversicherung in der Krankenversicherung erhalten Sie bei der zuständigen Krankenkasse.

    Hier kommen Sie zum Online-Ratgeber Mitversicherung von Angehörigen des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger.

    Quelle:

  • Betreubares Wohnen

    Am Markt werden Wohnungen mit Betreuungsleistungen für ältere Menschen als Betreutes oder Betreubares Wohnen, Wohnen mit Concierge, Mehrgenerationenwohnen, Seniorenresidenzen, Seniorenwohngemeinschaften uvm angeboten. Betreutes oder betreubares Wohnen ist in den Förderungsvorschriften der meisten Bundesländer grundsätzlich verankert, allerdings fehlen konkrete Definitionen über Bezeichnung und Inhalte der jeweiligen Konzepte, sodass dies zur Verunsicherung und zu falschen Erwartungen der Konsumenten führt.

    Betreubares Wohnen
    sind Wohn-Häuser für ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigung. Beim betreubaren Wohnen haben die Menschen ihre eigene Wohnung und können selbstständig leben.
    Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner Unterstützung oder Hilfe brauchen, kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Volkshilfe.
    Sie machen zum Beispiel Kranken-Pflege, helfen beim Putzen oder liefern Mittag-Essen.

    Das betreubare Wohnen ist für Menschen, die bei manchen Dingen Hilfe brauchen. Das sind:

    • ältere Menschen
    • Menschen die Pflege brauchen, zum Beispiel weil sie im Rollstuhl sitzen

    Durch das betreubare Wohnen müssen sie nicht in ein Alten- oder Pflege-Heim.

    Quelle: www.volkshilfe-ooe.at [abgefragt am 04-05-2016]

    Betreubares Wohnen
    ist rechtlich nicht definiert. Es kann als Schaffung einer Wohnung in einer Anlage verstanden werden, die baulich und von Umfeld alle Voraussetzungen erfüllt, dass mit den von den Wohnungsnutzern selbst beizuziehenden Dienstleistern betreutes Wohnen im Sinne der […] ÖNORM möglich ist. Die erste Sicherstellung der Grundleistungen sollte durch Kooperationsvertrag mit einem geeigneten Dienstleister erfolgen.

    Quelle: www.rechtambau.at [abgefragt am 20-02-2016]

  • Betreutes Wohnen

    Das betreute Wohnen sind speziell gebaute Wohn-Häuser für ältere Menschen. Dort gibt es Wohnungen die verschieden groß sind. Die älteren Menschen können eine Wohnung dort mieten. Das betreute Wohnen ist kein Alten- oder Pflege-Heim.

    Quelle: www.volkshilfe-ooe.at [abgefragt am 04-05-2016]

     

    Am Markt werden Wohnungen mit Betreuungsleistungen für ältere Menschen als Betreutes oder Betreubares Wohnen, Wohnen mit Concierge, Mehrgenerationenwohnen, Seniorenresidenzen, Seniorenwohngemeinschaften uvm angeboten. Betreutes oder betreubares Wohnen ist in den Förderungsvorschriften der meisten Bundesländer grundsätzlich verankert, allerdings fehlen konkrete Definitionen über Bezeichnung und Inhalte der jeweiligen Konzepte, sodass dies zur Verunsicherung und zu falschen Erwartungen der Konsumenten führt.

    Seit 01.05.2012 gilt in Österreich die ÖNORM CEN/TS 16118 „Betreutes Wohnen – Anforderungen an Dienstleistungen für ältere Menschen im Rahmen der Wohnform Betreutes Wohnen“. Sie soll die Qualitätsmaßstäbe für Betreutes Wohnen europaweit vereinheitlichen und gibt Planern, Entwicklern, Bauträgern, Investoren, Wohnungs- und Immobilienunternehmern sowie ihren Beratern wertvolle Hinweise für die wirtschaftlich nachhaltige Gestaltung und ein zielorientiertes Vorgehen bei der Entwicklung, Realisierung und dem Betrieb von Wohnräumen mit Betreuungsleistungen für ältere Menschen.

    Die Immobilie ist die Grundlage für das Betreute Wohnen. Der Standort soll die Voraussetzung sowohl für eine selbständige Lebensführung als auch für eine Integration in das Gemeinwesen bieten. Einkaufs- und Gesundheitseinrichtungen sollen leicht erreichbar sein. Die Immobilie, dh die Wohnanlage, die Wohnung selbst, Zugänge, Außenanlagen, Allgemeinbereiche, Stellplätze etc sind stufen- und schwellenfrei auszugestalten. Für die bauliche Ausführung sind vier Grundregeln zu beachten: 1. schwellenfreier Hauseingang und schwellenfreie Erreichbarkeit des Aufzugs; 2. Einbau eines Aufzugs; 3. Bad mit einem schwellenfrei ausgebildeten Duschbereich; 4. Schwellenfreier Übergang von Wohn- zum Freibereich (Terrasse/Balkon/Garten).

    Betreutes Wohnen bietet somit eine barrierefreie Wohnung innerhalb einer für ältere Menschen betreuten Wohnanlage, bei der als Dienstleistungen Grund- und Wahlleistungen erbracht werden. Anforderungen an die Wohnung (zB stufenfreie Dusche), an das Gebäude (zB Gemeinschaftsraum) und an den Standort (zB Erreichbarkeit von Einkaufs- und Gesundheitseinrichtungen) sind zu erfüllen. Als Grundleistungen ist ein Mindestdienstleistungsangebot sicherzustellen, wie das Vorhandensein eines Ansprechpartners vor Ort, der die Bewohner berät, informiert und Kontakte herstellt. Zudem muss ein Notrufsystem zur Verfügung stehen. Wahlleistungen sind alle anderen Leistungen, die freiwillig und individuell gegen direkte Bezahlung in Anspruch genommen werden können, wie Hilfen im Haushalt, Mahlzeitservice, Besuchs- und Begleitdienste, Fahrservice und ambulante Pflegeleistungen. Ein Träger (zB Gemeinde, Privatunternehmen, Wohltätigkeitsorganisation oder Eigentümergemeinschaft) hat die Verantwortung, dass die Anforderungen erfüllt und die entsprechenden Leistungen erbracht werden.

    Betreutes Wohnen wird grundsätzlich rechtlich durch drei Verträge gesichert.

    • Der wohnungsbezogene Vertrag verschafft das Nutzungsrecht an der Wohnung (zB Miete),
    • ein Dienstleistungsvertrag sichert die Grundleistungen für die Bewohner sowie ein Notrufsystem und
    • ein Kooperationsvertrag gewährleistet die Erbringung von Wahlleistungen je nach Bedarf der jeweiligen Bewohner gegen direkte Bezahlung.

    Dzt wird betreutes Wohnen nur im Mietmodell angeboten. Im Wohnungseigentum sind betreute Wohnungen erst zu entwickeln und bedürfen einer komplexeren Vertragsgestaltung.

    Quelle: www.rechtambau.at [abgefragt am 20-02-2016]

     

     

  • Betreuung

    Die Legaldefinition findet sich in § 1 Abs. 3 Hausbetreuungsgesetz: Betreuung umfasst Tätigkeiten für die zu betreuende Person, die in der Hilfestellung insbesondere bei der Haushaltsführung und der Lebensführung bestehen, sowie sonstige auf Grund der Betreuungsbedürftigkeit notwendige Anwesenheiten.

    Betreuung bedeutet also Hilfestellung und Unterstützung. Sie umfasst im Wesentlichen haushaltsnahe Dienstleistungen (Zubereitung von Mahlzeiten, Reinigungstätigkeiten, Hausarbeiten, Betreuung von Tieren und Pflanzen), Unterstützung bei der Lebensführung (Gestaltung des Tagesablaufs, Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen) und Gesellschafterfunktion (Gesellschaft leisten und Führen von Konversation). Dazu zählt auch die erforderliche oder vorsorgliche Anwesenheit. Für eine Betreuungstätigkeit ist im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes bzw. im Rahmen des freien Gewerbes der Personenbetreuung (lt. Gewerbeordnung 1994) keine spezielle berufliche Qualifikation erforderlich.

    Quelle: www.vorarlberg.at S 9 [abgefragt am 02-05-2017]

  • Bundespflegegeldgesetz

    Die wesentlichen Eckpunkte des Gesetzes lauten:

    Ziele

    • Verbesserung der finanziellen Situation pflegebedürftiger Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen
    • Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung des Pflegevorsorgesystems
    • Ausbau des Informations- und Beratungsangebotes für Pflegegeldbezieher und ihrer Angehörigen
    • Sicherstellung eines umfassenden Online-Informationsangebotes in der Langzeitpflege
    • Legistische Klarstellungen und Anpassungen
    • Verwaltungsvereinfachung für die Abwicklung von Förderanträgen im Bereich der 24-Stunden-Betreuung

     

    Inhalte

    • Erhöhung der Beträge in allen Pflegegeldstufen und der Ausgleiche um 2 Prozent mit Wirkung ab 1. Jänner 2016
    • Neudefinition der Zugangskriterien für die Pflegegeldstufen 1 und 2
    • Hausbesuche im Rahmen der Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege auf Wunsch der Pflegegeldbezieher und ihrer Angehörigen und Schaffung eines Angebotes an kostenlosen unterstützenden Angehörigengesprächen bei psychischen Belastungen
    • Gesetzliche Verankerung der Online-Informationsangebote des Sozialministeriums
    • Erweiterung des anspruchsberechtigten Personenkreises gemäß § 3 BPGG um Kindergartenkinder
    • Klarstellung zum Anspruch auf einen Kinderzuschlag bei Bezug eines Pflegekarenzgeldes
    • Schaffung einer Verpflichtung zur Geltendmachung noch nicht realisierter Ansprüche auf anrechenbare Geldleistungen nach ausländischen Vorschriften
    • Schaffung einer datenschutzrechtlichen Bestimmung für den Vollzug der 24-Stunden-Betreuung durch das Bundesamt für Soziales und Behindertenwesen und Optimierung der Verfahrensabläufe zur Verarbeitung und Übermittlung der Daten
    • Klarstellung der Zuständigkeit nach europarechtlichen Vorschriften in Fällen des § 3a BPGG

     

    Inkrafttreten

    • Inkrafttreten 1. Jänner 2015, die Erhöhung der Pflegegeldbeträge am 1. Jänner 2016

    Quelle: www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/171/Seite.1710683.html [abgefragt am 31-12-2015]

     

    Gesamte Rechtsvorschrift für das Bundespflegegeldgesetz

  • Bundesweite Informations- und Beratungsstellen
  • Caritas

    Der Kernauftrag der Caritas ist es, Not zu sehen und zu handeln. Und für jene Menschen einzutreten, die keine Stimme haben. Das bedeutet, menschliches Leben von Anfang bis Ende, zu achten und zu schützen und Menschen in Notlagen zu helfen, ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Geschlechts.

    Es sind mehr als 1.600 Orte in ganz Österreich, an denen die Caritas Menschen in Not hilft. In den Bereichen Pflege, Menschen mit Behinderungen, Hospiz, in den Sozialberatungsstellen, im Einsatz für Familien in Not oder ältere Menschen, die sich die Heizung nicht leisten können. Die Caritas – das sind ihre hauptamtlichen MitarbeiterInnen, aber vor allem die rund 40.000 Freiwilligen, die sich tagtäglich beherzt und professionell einsetzen.

    Weil Not in jedem Land ein anderes Gesicht hat, ist die Caritas in ihrer Auslands- und Katastrophenhilfe in das internationale Caritas Netzwerk eingebunden. Mehr als 160 Caritas Organisationen stehen weltweit im Dienst der Menschlichkeit.

    Quelle: https://www.caritas.at/ueber-uns/was-wir-tun/ [abgefragt am 28-10-2015]

  • Case Manager = Pflegeberater

    In Deutschland hat jeder das Recht, der Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nimmt, eine umfassende, individuelle und unabhängige Beratung durch einen Pflegeberater zu erhalten. Geregelt ist dieses Gesetz im § 7a SGB XI. Seit 30. Juni 2011 darf außerdem nur besonders qualifiziertes Personal, insbesondere Pflegefachkräfte, Sozialversicherungsfachangestellte oder Sozialarbeiter jeweils mit einer Zusatzqualifikation, eingesetzt werden.

    Quelle: www.pflegewiki.de/wiki/Pflegeberater [abgerufen am 10-12-2016]

    In Österreich gibt es diesen Rechtsanspruch nicht. Jeder der eine private Pflegeberatung in Anspruch nimmt, muß diese selbst bezahlen. Viele Krankenhäuser bieten diese Pflegeberatungen während eines Krankenhausaufenthaltes des Patienten kostenfrei an.

    Weiters gibt es auch keine gesetzliche Regelung über Qualität und Inhalt der Ausbildung. An der Donau Universität Krems gibt es den Lehrgang Gesundheits- und Pflegeberatung. Ein Schwerpunkt in der Ausbildung ist die Erlangung von Beratungskompetenzen in der Gesundsheits- und Pflegeversorgung.

    Folgende Dienstleistungen kann ein Pflegeberater anbieten:

    • Erfassung und Dokumentation des Pflegebedarfs – welche Pflegeform ist für die aktuelle Situation die richtge.
    • Informieren über finanzielle Ansprüche und Unterstützung bei Antragsstellung (z.B. Pflegegeld, Zuschuß des Sozialministeriums bei 24-Stunden-Pflege, länderspezifische Zuschüße im Pflegefall, etc.)
    • Informieren über rechtliche Belange wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, etc.
    • Informieren über Hilfsmittel und daraus entstehende Kosten
    • Erstellung eines auf den konkreten Fall abgestimmten Pflegeplans sowie Unterstützung bei der Umsetzung
    • Schulung von pflegerischen Tätigkeiten
    • Kontaktaufnahme und Koordinierung aller für die Versorgung des Patienten notwendigen Institutionen und Einrichtungen wie z.B. zuständige Ärzte, mobile Hilfsdienste, 24-Stunden-Betreuern, spezielle Einrichtungen für demente Patienten, etc.
    • Informieren über Entalstungsangebote pflegender Angehöriger
    • Beratung über notwendige Umgestaltungen bzw. Umbauten des Wohnbereiches

    Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • COPD

    Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (englisch chronic obstructive pulmonary disease, Abkürzung: COPD, seltener auch chronic obstructive lung disease, COLD, chronic obstructive airway disease, COAD) bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. In erster Linie sind die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zu nennen. Beide Krankheitsbilder sind dadurch gekennzeichnet, dass vor allem die Ausatmung (Exspiration) behindert ist. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind „Raucherlunge“ für die COPD und „Raucherhusten“ für das Hauptsymptom.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch_obstruktive_Lungenerkrankung [abgefragt am 21-02-2016]

  • Dekubitus

    Ein Dekubitus ist eine Gewebeschädigung, die durch hohen und längeranhaltenden Druck entsteht. Dieser Vorgang kann durch Reibung oder Scherkräfte zusätzlich negativ beeinflusst werden.

    Es handelt sich beim Dekubitus also um einen Hautdefekt, der meistens aufgrund des Drucks des eigenen Körpergewichts auf die Unterlage entsteht, aber auch durch den Druck des Knochens von innen auf das Gewebe forciert werden kann. Man spricht daher auch vom Druckgeschwür. Solche Druckgeschwüre bilden sich bei permanent sitzenden oder liegenden, immobilen Patienten. Ältere Personen sind durch Veränderungen der Haut, reduzierte Beweglichkeit und Sensibilität besonders häufig von diesen chronischen Wunden betroffen.

    Ein Dekubitus kann unterschiedlich groß und tief sein. Solche Wunden sind in der Regel infiziert. Dieses führt dazu, dass die Heilung nicht selten Monate in Anspruch nimmt. Bei sehr tiefen Geschwüren bleiben chirurgische Eingriffe oft nicht aus. Aber auch abgestorbene Zellverbände, sogenannte Nekrosen, müssen entfernt werden.

    Quelle: www.dekubitus.de [abgefragt am 04-05-2017]

  • Dekubitusprophylaxe

    Ein Druckgeschwür stellt eine große Belastung für den Patienten dar. Einerseits leidet der Patient unter starken Schmerzen und andererseits zieht sich der Patient immer mehr vom gesellschaftlichen Leben zurück. Nicht selten leiden Betroffene unter Depressionen. Oft dauert eine Dekubitus-Therapie mehrere Wochen, manchmal sogar Monate. Auch die Therapie kann zusätzlich schmerzhafte Unannehmlichkeiten verursachen.

    Infolgedessen sollte erst gar kein Druckgeschwür entstehen. Um gefährdete Patienten davor zu bewahren, müssen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Bedauerlicherweise besteht heute keine einheitliche Handlungsweise in puncto Dekubitusprophylaxe. Häufig werden aus Unkenntnis oder veraltertem Fachwissen unsachgemäße pflegerische Handlungen, wie z. B. die Einreibung mit Melkfett oder das Massieren gefährdeter Hautpartien, durchgeführt.

    Folgende Punkte sollten beachtet werden:

    Quelle: http://www.lifeline.de [abgefragt am 02-05-2017]

    Siehe auch
    https://www.wundmanagement-tirol.at
    http://www.pflegewiki.de
    http://flexikon.doccheck.com

  • Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten

    Unter der Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten versteht man die Übertragung pflegerischer bzw. ärztlicher Tätigkeiten an PersonenbetreuerInnen. Dies erfordert neben einer schriftlichen Anordnung auch eine Anleitung und Unterweisung durch einen Arzt oder einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege.

    Voraussetzungen:
    Im Sinne der Qualitätssicherung, aber auch zur rechtlichen Absicherung, müssen stets folgende Voraussetzungen bei der Delegation ärztlicher und pflegerischer Tätigkeiten erfüllt sein:

    • Die Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten darf nur im Einzelfall erfolgen. Das heißt, dass PersonenbetreuerInnen die übertragene Tätigkeit nur an der Person durchführen dürfen, für die die Delegation erfolgt ist.
    • Pflegerische und ärztliche Tätigkeiten dürfen nur ausgeübt werden, sofern die Betreuungskraft dauernd oder zumindest regelmäßig über längere Zeiträume im Privathaushalt der zu betreuenden Person anwesend ist.
    • Pro Privathaushalt dürfen PersonenbetreuerInnen höchstens drei Menschen, die zueinander in einem Angehörigenverhältnis stehen, betreuen.
    • Es muss eine schriftliche Einwilligung der zu betreuenden Person oder eines Angehörigen vorliegen.
    • Es muss eine schriftliche Anordnung hinsichtlich der Tätigkeiten von der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson bzw. dem Arzt vorliegen.
    • Im Rahmen der Anleitung und Unterweisung muss ausdrücklich auf die Möglichkeit der Ablehnung der Übernahme der Tätigkeit durch die Personenbetreuerin bzw. den Personenbetreuer hingewiesen werden.
    • Die Person, die die Anleitung und Unterweisung vornimmt, muss sich vergewissern, dass die Personenbetreuerin bzw. der Personenbetreuer über die erforderlichen Fähigkeiten zur Durchführung der übertragenen Tätigkeiten verfügt.
    • Die Übertragung von pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten ist befristet und endet spätestens mit dem jeweiligen Betreuungsverhältnis.
    • Dokumentationspflicht: Die Delegation pflegerischer und ärztlicher Tätigkeiten muss durch den Arzt bzw. die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson dokumentiert werden. Die PersonenbetreuerIn ist ebenfalls verpflichtet, die Durchführung der übertragenen Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren.
    • Informationspflicht: Alle Informationen, die für die Übertragung von Bedeutung sein könnten, müssen PersonenbetreuerInnen unverzüglich der anordnenden Person bekannt geben. Das betrifft insbesondere eine Veränderung des Zustandsbildes der betreuten Person oder eine Unterbrechung der Betreuungstätigkeit.
    • Kontrollpflicht: Die Durchführung der delegierten pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten muss regelmäßig durch einen Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege bzw. durch einen Arzt kontrolliert werden.

     

    Formulare:
    Dokumentation über die Übertragung pflegerischer Dienstleistungen

    Dokumentation über die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten

    Wichtig:
    Wenn ein(e) Personenbetreuer(in) ohne schriftliche Delegation ärztliche oder pflegerische Tätigkeiten ausüben, droht ihr/ihm eine Verwaltungsstrafe in der Höhe von bis zu € 3.600,-. Das gilt auch, wenn eine Ausbildung zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson vorliegt: Selbst dann darf die Betreuungsperson im Rahmen des Gewerbes der Personenbetreuung pflegerische Tätigkeiten – wenn medizinische Gründe eine Anordnung erforderlich machen – und ärztliche Tätigkeiten nur nach einer entsprechenden Delegation durch einen Arzt oder eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson durchführen.

    Quelle: www.wko.at [abgefragt am 04-05-2017]

  • Demenz

    Eine Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, das bei verschiedenen degenerativen und nichtdegenerativen Erkrankungen des Gehirns auftritt. Demenz umfasst Defizite in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten und führt zu Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen. Maßgeblich ist der Verlust bereits erworbener Denkfähigkeiten im Unterschied zur angeborenen Minderbegabung. Heute sind Ursachen einiger Demenzen geklärt, bei vielen Formen gibt es jedoch noch keine klaren, unumstrittenen Erkenntnisse zu den Ursachen. Einige wenige Formen von Demenz sind reversibel, bei einigen anderen Formen sind in begrenztem Umfang therapeutische Interventionen möglich, die allerdings lediglich eine Verzögerung des Auftretens bestimmter Symptome bewirken können. Die häufigste Form einer Demenz ist die Alzheimer-Demenz.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Demenz [abgefragt am 31-10-2016]

  • Diakonie

    Nach 180 Jahren Gegenreformation in Österreich konnte 1781 durch das Toleranz Patent Josefs II mit dem Wiederaufbau evangelischen Lebens begonnen werden. Das Protestantenpatent Franz Josefs I von 1861 führte zur rechtlichen Anerkennung sozialer evangelischer Vereine im öffentlichen Leben. Aus der Initiative einzelner engagierter Persönlichkeiten entstanden so zahlreiche größere und kleinere diakonische Werke.

    Zu den heute bekanntesten traditionsreichen Organistationen gehören: Das Diakoniewerk Gallneukirchen in Oberösterreich, zurückgehend auf Pfarrer Ludwig Schwarz und den katholischen Pfarrer Martin Boos (1873). Daraus hervor ging auch das berühmte Diakonissenwerk in Gallneukirchen (1877).

    Die diakonischen Anstalten in Waiern bei Feldkirch (Kärnten) gegründet 1881 von Pfarrer Ernst Schwarz.
    Die diakonischen Anstalten in Treffen (Kärnten) der Gräfin de la Tour (1888).
    Beide Vereine sind heute zusammengefasst in der Diakonie de La Tour.

    Um all die verschiedenen Initiativen evangelischer Nächstenhilfe besser organisieren und fördern zu können, wurde 1912 der „Zentralverein für Innere Mission“ in Österreich gegründet. Die Betreuung der großen Flüchtlingsströme im Zuge des 1. Weltkrieges wurde zu seiner ersten großen Herausforderung.

    Diese in den Wirren des 3. Reiches durch Enteignung und Zerstörung stark geschwächte „Innere Mission“ wurde 1968 als Verein neu gegründet und trägt heute den Namen „Diakonie Österreich“. Die Diakonie zählt zu den 5 großen Wohlfahrtsorganisationen in Österreich und ist ein Zusammenschluss lutherischer, reformierter, methodistischer, altkatholischer, baptistischer und diakonischer Einrichtungen. Die Diakonie Österreich vertritt die einzelnen Mitgliedsorganisationen nach außen und unterstützt deren Tätigkeiten.

    Anders als die Caritas und das Rote Kreuz ist die Diakonie dezentral strukturiert, regional stark unterschiedlich vertreten und oft nur unter ihrem lokalen „Eigennamen“ bekannt. Ihre historisch bedingten Eigenheiten haben sich die diakonischen Einrichtungen bis heute bewahrt. Finanzierung, Projektplanung, interne und externe Kommunikation sind Tätigkeitsbereiche, die in jeder Einrichtung angesiedelt und einem eigenen Rektor bzw. Rektorin oder Geschäftsführer/in unterstellt sind.

  • Dysphagie – Schluckstörung

    Eine Dysphagie oder Schluckstörung tritt auf, wenn eine der am Schluckakt beteiligten Strukturen in ihrer Funktion bzw. deren Zusammenwirken beeinträchtigt ist. Somit können alle Erkrankungen und Leiden im Bereich der Mundhöhle und ihrer Begrenzungen, des Rachens, der Speiseröhre und des Mageneingangs, daneben vor allem auch neurologische Probleme sowie psychische Störungen eine ursächliche Rolle spielen. Die Dysphagie kann mit oder ohne Schmerzen einhergehen. Der schmerzhafte Schluckakt wird auch als Odynophagie bezeichnet.

    Da Schluckstörungen erhebliche Beeinträchtigungen des körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens nach sich ziehen, bedürfen sie immer einer Abklärung.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dysphagie [abgefragt am 24-04-2016]

    Hinweis: es gibt einen Blog, der sich dem barrierefreien Essen für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen widmet –> www.geschmeidigekoestlichkeiten.at

  • Ersatzpflege

    Auch unter den Begriffen Pflegevertretung, Verhinderungspflege bekannt.

    Wenn pflegende Angehörige wegen Krankheit, Urlaub oder anderen Gründen verhindert sind, benötigen sie jemanden, der sie in der Zeit der Verhinderung vertritt und die Pflege des zu betreuenden Angehörigen übernimmt. Das Sozialministerium bietet unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung an.

    Zuwendungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger
    Sie pflegen seit mindestens einem Jahr überwiegend

    • einen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld der Stufe 3-7 nach dem Bundespflegegeldgesetz oder
    • einen nahen Angehörigen mit einer nachweislich demenziellen Erkrankung und mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz
    • oder einen minderjährigen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz

    und Sie sind wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen wichtigen Gründen verhindert, diese Pflege selbst zu erbringen?

    In diesem Fall bieten wir finanzielle Unterstützung an, damit Sie sich durch eine professionelle oder private Ersatzpflege vertreten lassen können.

    Höhe der finanziellen Unterstützung

    • bei Pflegegeld der Stufe 1-3: EUR 1.200,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 4: EUR 1.400,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 5: EUR 1.600,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 6: EUR 2.000,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 7: EUR 2.200,-

    Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche. Bei demenziell erkrankten Personen und bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist die Förderung bereits für eine Ersatzpflege von mindestens 4 Tagen möglich.
    Nur nachgewiesene Kosten können berücksichtigt werden.

    Auf die Gewährung von Zuwendungen besteht kein Rechtsanspruch.

    Feststellung durch Fachpersonal
    Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung der/des Betroffenen (Befundbericht) durch

    • eine neurologische oder psychiatrische Fachabteilung eines Krankenhauses
    • eine gerontopsychiatrische Tagesklinik bzw. Ambulanz
    • ein gerontopsychiatrisches Zentrum
    • eine/n FachärztIn für Psychiatrie und/oder Neurologie

    Einkommensgrenzen
    Das monatliche Netto-Gesamteinkommen des pflegenden Angehörigen darf folgende Beträge nicht übersteigen:

    • EUR 2.000,- bei Pflegegeldstufe 1-5
    • EUR 2.500,- bei Pflegegeldstufe 6-7

    Die Einkommensgrenze erhöht sich je unterhaltsberechtigten Angehörigen um EUR 400,-, bei unterhaltsberechtigten Angehörigen mit Behinderung um EUR 600,-.
    Kein anrechenbares Einkommen sind zum Beispiel Familien- und Studienbeihilfen, Sonderzahlungen oder Leistungen nach den Sozialhilfegesetzen der Länder.

    Quelle: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige [abgefragt am 28-10-2015]

  • Erschwerniszuschlag

    Bei der Pflegegeldeinstufung von schwer geistig oder schwer psychisch behinderten, insbesondere demenziell erkrankten Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr sowie von schwerst behinderten Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 15. Lebensjahr werden Erschwerniszuschläge berücksichtigt.

    Dabei beträgt der Erschwerniszuschlag für schwerst behinderte Kinder und Jugendliche

    • bis zu Vollendung des 7. Lebensjahres monatlich 50 Stunden und
    • ab dem vollendeten 7. Lebensjahr bis zum vollendeten 15. Lebensjahr monatlich 75 Stunden

    Der Erschwerniszuschlag für schwer geistig oder schwer psychisch behinderte, insbesondere demenziell erkrankte Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr beträgt monatlich 25 Stunden.

    Quelle: http://www.pflegedaheim.at/cms/pflege/thema.html?channel=CH1693 [abgefragt am 22-11-2015]

  • Eurokey

    Der Eurokey ist ein Schlüssel für barrierefrei öffentliche WCs in Städten und Gemeinden sowie jene an den Autobahnraststätten, die mit dem sogenannten Euro-Zylinderschloß ausgestattet sind.

    Vorteile

    • mehr Reinlichkeit und Hygiene als bisher
    • kein Missbrauch (z.B. als Schlafstelle, wie dies in Städten häufig zu beobachten ist)
    • längerfristig bessere Ausstattung durch den Betreiber, da die Gefahr von Devastierung kaum mehr besteht.

    Wer kann bestellen?
    Erforderlich ist ein Nachweis mit einem gültigen Bundesbehindertenpass (mit Zusatzeintragung „Unzumutbarkeit der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel“ oder „Gehbehinderung“) oder einem gültigen Ausweis nach § 29b StVO. Wer, gleich ob behindert oder nicht, eine gewöhnliche WC-Anlage benutzen kann, kann auch keinen euro-key erhalten, weder gefördert und kostenfrei, noch gegen Bezahlung.

    Wie wird bestellt?
    Mittels Formular oder E-Mail an: eurokey@oear.or.at

    Was kostet der euro-key?
    Der euro-key kann, dank einer Förderung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, nur dann gratis abgegeben werden, wenn oben genannte Kriterien erfüllt werden.

    Im Internet stellt die ÖAR eine Liste der euro-key Standorte zur Verfügung:

    Quelle: barrierefrei-leben/mobilitat-und-verkehr/euro-http://www.oear.or.at/key [abgefragt am 04-05-2017]

  • Familienhospizkarenz

    Die Familienhospizkarenz bietet Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit, schwerst erkrankte Kinder zu betreuen und sterbende Angehörige zu begleiten.

    Für folgende Personen kann die Familienhospizkarenz in Anspruch genommen werden:

    • Ehegatten und Ehegattin,
    • Eingetragene Partner/in und deren Kinder,
    • Lebengefährten / Lebensgefährtin und deren Kinder,
    • Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern,
    • Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder
    • Geschwister sowie
    • Schwiegereltern und Schwiegerkinder

    Ab dem 01.01.2014 haben Personen, die eine Familienhospizkarenz vereinbart haben, einen Anspruch auf das Pflegekarenzgeld. Zuständig für den Vollzug des Pflegekarenzgeldes ist das Sozialministeriumservice.

    Darüber hinaus besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, als Ergänzung einen Zuschuss aus dem Familienhospizkarenz-Härteausgleich zu bekommen. Diese Leistung kann gemeinsam mit dem Pflegekarenzgeld beantragt werden. Die näheren Bestimmungen und die geltenden Richtlinien für den Familienhospizkarenz-Zuschuss entnehmen Sie bitte der Homepage des Bundesministeriums für Familien und Jugend.

    Pflegegeld bei Vorliegen einer Familienhospizkarenz

    Auf Antrag der pflegebedürftigen Person kann das Pflegegeld an jene Person ausbezahlt werden, welche die Pflege im Rahmen der Familienhospizkarenz (Vollkarenz) übernimmt. Eine besondere Vorschussregelung im Bundespflegegeldgesetz schafft die Möglichkeit, rasch und unbürokratisch zu helfen. Der Vorschuss wird pauschaliert mindestens im Ausmaß der Pflegegeldstufe 3 (€ 442,90) gewährt. Der Pflegegeldanspruch wird in Höhe der Stufe 4 (€ 664,30) gewährt, wenn bereits ein Anspruch in Höhe der Stufe 3 besteht.

    Zusätzliche Absicherungsmaßnahmen:

    Personen, welche die Betreuung schwerst erkrankter Kinder oder die Begleitung sterbender Angehöriger übernehmen, sind während dieser Zeit kranken- und pensionsversichert.

    Abfertigungsansprüche bleiben erhalten. Für die Dauer der Familienhospizkarenz werden Beiträge für die „Abfertigung Neu“ vom Familienlastenausgleichsfonds geleistet.

    Das Team BürgerInnenservice des Sozialministeriums informiert Sie kostenlos unter 0800 / 20 16 11.

    Quelle: www.pflegedaheim.at/cms/pflege/thema.html?channel=CH1703 [abgefragt am 28-12-2015]

  • Finanzielle Unterstützung bei Urlaub oder Verhinderung

    Gemäß § 21a des Bundespflegegeldgesetzes kann ein/e nahe/r Angehörige/r eines pflegebedürftigen Menschen, dem zumindest Pflegegeld der Stufe 3 gebührt, grundsätzlich eine Zuwendung erhalten, wenn sie/er die zu pflegende Person seit mindestens einem Jahr überwiegend pflegt und wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen wichtigen Gründen an der Erbringung der Pflege verhindert ist. Bei  demenziell erkrankten oder minderjährigen Personen genügt bereits ein Pflegegeld der Stufe 1.

    Der Zuschuss soll als Beitrag zur Abdeckung der Kosten dienen, die im Falle der Verhinderung der Hauptpflegeperson für die Inanspruchnahme von professioneller oder privater Ersatzpflege erwachsen.

    Anträge sind beim Sozialministeriumservice einzubringen, dem grundsätzlich auch die Entscheidung darüber obliegt.

    Ergibt sich bei der Anwendung der Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen für pflegende Angehörige eine besondere Härte, kann das Sozialministerium eine von den Richtlinien abweichende Entscheidung treffen.

    Quelle: www.pflegedaheim.at/cms/pflege/dokument.html?channel=CH1701&document=CMS1324454963406 [abgefragt am 28-12-2015]

     

    Höhe der finanziellen Unterstützung

    • bei Pflegegeld der Stufe 1-3: EUR 1.200,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 4: EUR 1.400,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 5: EUR 1.600,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 6: EUR 2.000,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 7: EUR 2.200,-

    Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche.
    Bei demenziell erkrankten Personen und bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist die Förderung bereits für eine Ersatzpflege von mindestens 4 Tagen möglich.
    Nur nachgewiesene Kosten können berücksichtigt werden.

    Auf die Gewährung von Zuwendungen besteht kein Rechtsanspruch.

    Feststellung durch Fachpersonal
    Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung der/des Betroffenen (Befundbericht) durch

    • eine neurologische oder psychiatrische Fachabteilung eines Krankenhauses
    • eine gerontopsychiatrische Tagesklinik bzw. Ambulanz
    • ein gerontopsychiatrisches Zentrum
    • eine/n FachärztIn für Psychiatrie und/oder Neurologie

    Einkommensgrenzen
    Das monatliche Netto-Gesamteinkommen des pflegenden Angehörigen darf folgende Beträge nicht übersteigen:

    • EUR 2.000,- bei Pflegegeldstufe 1-5
    • EUR 2.500,- bei Pflegegeldstufe 6-7

    Die Einkommensgrenze erhöht sich je unterhaltsberechtigten Angehörigen um EUR 400,-, bei unterhaltsberechtigten Angehörigen mit Behinderung um EUR 600,-.
    Kein anrechenbares Einkommen sind zum Beispiel Familien- und Studienbeihilfen, Sonderzahlungen oder Leistungen nach den Sozialhilfegesetzen der Länder.

    Quelle: www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige [abgefragt am 28-12-2015]

  • Förderungen der 24 h Betreuung bzw. Pflege von Bund und Ländern

    Das Fördermodell des Sozialministeriums

    Wann erhalte ich eine Förderung?
    Zu den Mehrkosten, die aus der legalisierten 24-Stunden-Betreuung entstehen, können unter folgenden Voraussetzungen finanzielle Förderungen gewährt werden:

    • Es muss ein Betreuungsverhältnis im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes vorliegen.
    • Der/die zu Betreuende muss ein Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) beziehen.
    • Es muss eine Notwendigkeit zur 24-Stunden-Betreuung vorliegen. Bei BezieherInnen von Pflegegeld ab der Stufe 5 wird in aller Regel von der Notwendigkeit einer solchen Betreuung auszugehen sein. Bei BezieherInnen von Pflegegeld der Stufen 3 und 4 ist die Notwendigkeit einer 24-Stunden-Betreuung durch einen Befundbericht des behandelnden (Fach-)Arztes nachzuweisen.

    Welche Einkommensgrenzen gelten für die Förderung?
    Eine Förderung kann gewährt werden, wenn das monatliche Netto-Gesamteinkommen der zu betreuenden Person einen Betrag von EUR 2.500,– nicht übersteigt. Diese Einkommensgrenze erhöht sich für jede/n unterhaltsberechtigte/n Angehörige/n um EUR 400,– für eine/n behinderte/n, unterhaltsberechtigte/n Angehörige/n um EUR 600,–. Nicht zum Einkommen zählen u. a. Pflegegeld, Versehrtenrenten (Unfallrenten) oder vergleichbare Leistungen, Sonderzahlungen, Familienbeihilfen, Kinderbetreuungsgeld, Studienbeihilfen oder Wohnbeihilfen. [Anmerkung der Redaktion: Die Gewährung eines Zuschusses ist unabhängig vom Vermögen der pflegebedürftigen Personen]

    Wie hoch ist die Förderung?
    Die Höhe der Förderung, die zwölfmal jährlich ausbezahlt wird, ist davon abhängig, ob Sie unselbständige oder selbständige Betreuungskräfte beschäftigen.

    • Ist die Betreuungskraft in einem Arbeitsverhältnis beschäftigt, beträgt die monatliche Förderung EUR 550,– (eine angestellte Betreuungskraft), bzw. EUR 1.100,– (zwei angestellte Betreuungskräfte).
    • Bei Selbständigen beträgt die Förderung pro Betreuungskraft EUR 275,– pro Monat, für zwei Betreuungskräfte also EUR 550,–. Voraussetzung ist, dass die Betreuungskraft das freie Gewerbe der Personenbetreuung angemeldet hat oder ihre selbständige Tätigkeit von einem anderen EU-Mitgliedsstaat aus vorübergehend in Österreich ausübt.

    Die unterschiedliche Förderungshöhe erklärt sich durch die jeweilige Höhe der Sozialversicherungsabgaben bei selbständigem oder unselbständigem Betreuungsverhältnis.

    Was ist, wenn das Einkommen knapp darüber liegt?
    Übersteigt das monatliche Einkommen die jeweilige Einkommensgrenze um weniger als die maximale Zuwendung kann der Differenzbetrag trotzdem als Zuwendung gewährt werden, wenn er mindestens EUR 50,– beträgt.

    Beispiel:
    Liegt das monatliche Netto-Einkommen bei EUR 2.700,– werden für zwei angestellte Betreuungskräfte max. EUR 900,– an Förderung gewährt.

    Welche Voraussetzungen gelten noch, um eine Förderung zu erhalten?
    Für eine bloße Betreuungstätigkeit im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes und im Rahmen des freien Gewerbes der Personenbetreuung, gemäß Gewerbeordnung 1994, ist grundsätzlich keine Ausbildung vorgeschrieben. Möchten Sie aber eine Förderung für die Kosten einer 24-Stunden-Betreuung beanspruchen, muss seit 1. Jänner 2009

    • die Betreuungskraft entweder eine theoretische Ausbildung vorweisen, die im Wesentlichen derjenigen einer Heimhelferin nach dem Vertrag zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe entspricht, oder
    • nachgewiesen werden, dass die Betreuungskraft seit mindestens sechs Monaten Ihr Engagement nach den Erfordernissen einer sachgerechten Betreuung des Förderwerbers durchgeführt hat, oder
    • eine Befugnis der Betreuungskraft gem. §§ 3b oder 15 Abs. 7 des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes oder aber gemäß § 50 b des Ärztegesetzes 1998 gegeben sein. [Anmerkung der Redaktion: damit ist eine fachspezifische Ermächtigung (z.B. durch einen Arzt) der Betreuungskraft zu pflegerischen Tätigkeiten gemeint.]

    Wo kann die Förderung beantragt werden?
    Als erste Anlaufstelle für alle diesbezüglichen Fragen steht Ihnen das Sozialministeriumservice [mit seinen 9 Landesstellen] zur Verfügung (Telefonnummer Österreich weit: 05 9988). Hier können Sie auch den Antrag stellen. Verwenden Sie dazu bitte die Formulare des Sozialministeriumservice. Zum Nachweis der Notwendigkeit einer 24-Stunden-Betreuung der Pflegestufen 3 und 4 wurde ebenfalls ein Muster des Befundberichtes bereitgestellt.

    Beachten Sie bitte, dass

    • das Ansuchen auf Gewährung einer Zuwendung nach Möglichkeit vor Beginn des Betreuungsverhältnisses bzw. in zeitlicher Nähe zur Begründung desselben einzubringen ist [Anmerkung der Redaktion: Zeitliche Nähe ist dann gegeben, wenn der Antrag spätestens in dem Monat einlangt, der auf den Beginn des Betreuungsverhältnisses folgt. Bei später einlangenden Anträgen ist eine Förderung frühestens mit Beginn des Monates vor der Antragstellung möglich].,
    • das Ansuchen entweder eigenhändig, von einer gesetzlichen Vertretungsperson oder von einem Familienmitglied zu unterfertigen ist,
    • das Ansuchen auch bei den Entscheidungsträgern im Sinne des § 22 Bundespflegegeldgesetz oder bei Trägern der Sozialhilfe (z. B. das Land) eingebracht werden kann.

    Antragsformulare:

    Quelle: www.sozialministerium.at [abgefragt am 14-04-2017]

    Folgende Unterlagen sind bei selbständigen BetreuerInnen dem Ansuchen in Kopie anzuschließen:

    • letzter rechtskräftiger Bescheid / letztes Urteil über den Pflegegeldbezug
    • Nachweis über das Einkommen der pflegebedürftigen Person
    • bei Bezug eines Pflegegeldes der Stufen 3 und 4: Das zuletzt erstellte Pflegegutachten (wenn möglich)
    • Nachweis über allfällige Unterhaltspflichten der pflegebedürftigen Person
    • österreichischer Meldezettel der Betreuungsperson(en)
    • Bestätigung der Anmeldung der Betreuungsperson(en) beim Sozialversicherungsträger (Pflichtversicherung = Vollversicherung auf Grund eines Gewerbescheines gemäß § 2 Abs. 1 Z 1 GSVG und keine Ausnahme gemäß § 4 Abs. 1 Z 1 und 7 GSVG beantragt) oder
    • bei einer Betreuungskraft aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat ein Nachweis über die Sozialversicherung in diesem EU-Staat (Formular A 1 / E 101) und Einsatzzeit der Betreuungskraft von mindestens 48 Stunden pro Woche
    • zutreffendenfalls Ausbildungsnachweis oder fachspezifische Ermächtigung der Betreuungsperson(en) durch einen Arzt / eine Ärztin oder diplomiertes Pflegepersonal
    • zutreffendenfalls Nachweis über die Bestellung zum Sachwalter / zur Sachwalterin für die pflegebedürftige Person
    • zutreffendenfalls Vertretungsvollmacht (= Vertretungsbefugnis vom Notar oder Vorsorgevollmacht)
    • zutreffendenfalls Kontoerklärung

     

    Folgende Unterlagen sind bei angestellten BetreuerInnen dem Ansuchen in Kopie anzuschließen:

    • letzter rechtskräftiger Bescheid / letztes Urteil über den Pflegegeldbezug
    • Nachweis über das Einkommen der pflegebedürftigen Person
    • bei Bezug eines Pflegegeldes der Stufen 3 und 4: Das zuletzt erstellte Pflegegutachten (wenn möglich)
    • Nachweis über allfällige Unterhaltspflichten der pflegebedürftigen Person
    • österreichischer Meldezettel der Betreuungsperson(en)
    • Bestätigung der Anmeldung der Betreuungsperson(en) beim Sozialversicherungsträger
    • zutreffendenfalls Ausbildungsnachweis oder fachspezifische Ermächtigung der Betreuungsperson(en) durch einen Arzt / eine Ärztin oder diplomiertes Pflegepersonal
    • zutreffendenfalls Nachweis über die Bestellung zum Sachwalter / zur Sachwalterin für die pflegebedürftige Person
    • zutreffendenfalls Vertretungsvollmacht (= Vertretungsbefugnis vom Notar oder Vorsorgevollmacht)
    • zutreffendenfalls Kontoerklärung

    Richtlinien zur Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung

     

    Weitere Anträge:

    Momentan ist der Redaktion nur ein Bundesland bekannt, das zusätzliche Förderungen vergibt.

    Vorarlberg

    Ansuchen auf Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung bei selbständiger Betreuung in den Pflegegeldstufen Stufe 1 und 2 (Förderung des Landes);
    Quelle: http://www.vorarlberg.at S 31 [abgefragt am 04-05-2017]

    Ansuchen auf Zuschuss zum Pflegegeld bei ambulanter Pflege bei Pflegestufe 5, 6 oder 7; Bezieherinnen und Bezieher eines Pflegegeldes der Stufen 5, 6 oder 7, die überwiegend zu Hause von Angehörigen oder Nachbarn gepflegt werden, können einen Zuschuss zum Pflegegeld beantragen. Der Zuschuss beträgt € 200,– monatlich und wird 12 x jährlich ausbezahlt. Der Anspruch erlischt, wenn die pflegebedürftige Person im Pflegeheim betreut wird oder eine Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nimmt.
    Quelle: http://www.vorarlberg.at [abgefragt am 04-05-2017]

    Nachweis des ständigen Betreuungs- und Pflegebedarfs

    Bankbestätigung

  • Formen der Personenbetreuung

    Die PersonenbetreuerIn kann sowohl selbständig als auch unselbständig tätig sein. Die Betreuung kann

    • stundenweise
    • tageweise oder
    • rund um die Uhr (24-Stunden-Betreuung)

    erfolgen.

  • Frühlingskind

    Ein Frühlingskind ist ein zu früh geborenes Kind (= Frühgeburt, Frühchen).

    Von einer Frühgeburt spricht man bei der Geburt eines Säuglings vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Eine übliche Schwangerschaft dauert 40 Wochen (280 Tage nach der letzten Regelblutung). Bei frühgeborenen Kindern – oft „Frühchen“ genannt – dauert sie weniger als 260 Tage; gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Sie wiegen in der Regel weniger als 2500 Gramm. Der frühestgeborene überlebende Mensch kam 2010 nach nur 21 Wochen und fünf Tagen zur Welt und wog 460 g bei einer Größe von 26 cm (Stand 2010).

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Frühgeburt [abgefragt am 01-11-2015]

  • Ginkgo

    Der Ginkgo gilt seit jeher als ein Symbol für Hoffnung und Freundschaft. Das schon über 300 Millionen Jahre alte Gewächs steht außerdem für Widerstandskraft. Besondere Bedeutung besitzt der Ginkgo in asiatischen Raum: so steht das u.a. auch Ginkgoblatt aufgrund seiner Zweiteilung in der chinesischen Philosophie für Yin (Sanftheit) und Yang (Lebenskraft).

    Quelle: www.derkleinegarten.de/mehr-infos-bilder/symbollexikon/ginkgoblatt.html (abgefragt am 27-03-2016)

  • Grundpflege

    Grundpflege oder Direkte Pflege bezeichnet in den Pflegeberufen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kindergesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege und der Heilerziehungspflege grundlegende, gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Pflegeleistungen. Diese umfassen den Bereich der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität, sowie andere nicht-medizinische Pflegetätigkeiten aus den Bereichen der Aktivitäten des täglichen Lebens. Die Durchführung ärztlich verordneter Behandlungen, wie die Verabreichung von Medikamenten, Injektionen, Verbandwechsel wird analog als Behandlungspflege bezeichnet.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundpflege [abgefragt am 21-02-2016]

  • Hausbetreuungsgesetz

    Das Hausbetreuungsgesetz gilt in Österreich für pflegebedürftige Personen ab Pflegestufe drei sowie für jene in Pflegestufe eins und zwei, die auf Grund einer Demenzerkrankung eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch Angehörige oder professionelle Pfleger brauchen.

    Damit soll es auch eine öffentliche Förderung der Betreuung daheim ab Pflegestufe drei geben. Das Hausbetreuungsgesetz, BGBl. I Nr. 33/2007 ist ein Bundesgesetz, mit dem Bestimmungen über die Betreuung von Personen in privaten Haushalten erlassen werden (Hausbetreuungsgesetz, kurz: HBeG). Es trat am 1. Juli 2007 in Kraft. Die daraus entstehenden Kosten teilen sich Bundesländer und Bund.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hausbetreuungsgesetz [abgefragt am 22-02-2016]

  • Heilbehelfe

    Behelfe zur Linderung oder Heilung eines Krankheitszustandes (zB Brillen, orthopädische Schuheinlagen).

  • Hilfsmittel

    Ersatz für fehlende oder unzulängliche Körperfunktionen, um eine Beeinträchtigung zu mildern oder zu beseitigen.

  • Hospiz

    Hospiz (lat. hospitium „Herberge“) ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Im deutschen Sprachraum der Gegenwart wird mit Hospiz meist eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die meist über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist. Das erste stationäre Hospiz wurde 1967 im Vereinigten Königreich eröffnet, dort entstand auch 1982 das erste Kinderhospiz.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hospiz [abgefragt am 05-11-2015]

  • Hospizbewegung

    Die moderne Hospizbewegung befasst sich mit der Verbesserung der Situation Sterbender und ihrer Angehörigen sowie der Integration von Sterben und Tod ins Leben. Dazu dient vor allem die Sterbebegleitung im Sinne der Palliative Care. Die Bewegung entwickelt sich seit Ende der 1960er Jahre, ausgehend von England. Dort war es Cicely Saunders, die 1967 mit dem St. Christopher’s Hospice das erste stationäre Hospiz gründete und damit die weltweite Initiative auslöste. Ihre größte Entwicklung machte sie in den 1970er Jahren in den USA (initiiert von Elisabeth Kübler-Ross), wo eine Vielfalt von verschiedensten Versorgungsmodellen entstand.

    Die Hospizbewegung war u. a. die Antwort auf eine Gesellschaft, die das Sterben und die Sterbenden immer weiter an den Rand zu drängen drohte. Somit ist es ihr Hauptziel, das Sterben wieder als wichtigen Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, um Sterbende und ihre Angehörigen angemessen unterstützen zu können.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hospizbewegung [abgefragt am 05-11-2015]

  • Iatrogen

    Als iatrogen (altgriechisch „vom Arzt erzeugt“) werden Krankheitsbilder bezeichnet, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht wurden, unabhängig davon, ob sie nach Stand der ärztlichen Kunst vermeidbar oder unvermeidbar waren. Im weiteren Sinn ist auch jede andere Wirkung ärztlichen Handelns, insbesondere die Heilung, iatrogen.

    Zu iatrogen verursachten Krankheitsbildern gehören beispielsweise iatrogene Infektionen sowie unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten, welche von einem Arzt verabreicht werden. Ein typisches Beispiel für eine iatrogene Komplikation ist der iatrogene Pneumothorax bei Anlage eines Gefäßkatheters in die Vena subclavia. Fehlerhafte Medikamentenverordnung ist ebenfalls eine wichtige, durch ärztliches Handeln verursachte Komplikation (siehe auch Polypharmazie).

    In gleicher Bedeutung wird diese Bezeichnung auch in der Psychologie (Psychologische Diagnostik, psychologische Begutachtung) verwendet, wenn Diagnostik, Diagnosen oder Beurteilungen zur Ausprägung oder Verstärkung psychischer Störungen oder Befindensbeeinträchtigungen allein durch die Art der Vermittlung beitragen (iatrogene Noxe).

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Iatrogen [abgefragt am 10-03-2017]

  • Inkurabilität

    Unheilbarkeit einer Krankheit

  • Intensivpflege

    „Häusliche“ Intensivpflege bzw. auch „ambulante“ Intensivpflege ist geeignet für Patientengruppen, deren Betreuung und Pflege sonst nur im klinischen Umfeld möglich ist. Die Pflege findet Zuhause statt. Alternativ ist auch eine Versorgung in Pflegeheimen und betreuten Wohnsituationen […] möglich.

    Quelle: www.dmrz.de/haeusliche-ambulante-intensivpflege-2013.html [abgefragt am 21-02-2016]

  • Kinderhospiz

    Ein Kinderhospiz umfasst ambulante und stationäre Einrichtungen für unheilbar und lebensverkürzend erkrankte Kinder und deren Eltern und Geschwister.

    Durch die häufig intensive Pflege des Kindes kommen im Alltag die Entlastung der Eltern und die Zuwendung an die Geschwister zu kurz. In einem stationären Kinderhospiz können sich die Eltern für eine begrenzte Zeit aus der Pflege herausnehmen, während die Kinder von den erfahrenen Kinderkrankenschwestern und -pflegern des Hospizes betreut werden. Auf Wunsch kann das kranke Kind mit seiner Familie bis zu seinem Tod (und für kurze Zeit darüber hinaus) im Kinderhospiz bleiben, das (wie auch stationäre Erwachsenenhospize) Sterbebegleitung anbietet und über Erfahrung in Palliative Care verfügt. Ambulante Kinderhospizdienste begleiten das schwerkranke Kind und seine Familie im häuslichen Bereich, übernehmen aber keine pflegerischen Tätigkeiten.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kinderhospiz [abgefragt am 05-11-2015]

  • Konsiliardienst

    Als Konsiliardienst wird […] meist ein institutionalisiertes Angebot zur Beurteilung und Mitbetreuung von Patienten bezeichnet, das von anderen Ärzten für deren Patienten angefordert werden kann. Dieses Angebot kann sich auf ein Krankenhaus begrenzen oder auch auf einen größeren Aktionsradius erstrecken. Ein anderes Tätigkeitsfeld für konsiliarische Hilfe, Unterstützung, Beratung und ggf. Eingriff ist die Zusammenarbeit von angestellten Psychologen in Einrichtungen ohne Ärzte.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Konsil [abgefragt am 07-11-2015]

  • Krankenversicherung für pflegende Angehörige

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Krankenversicherung:

  • Kurzzeitpflege

    Unter Kurzzeitpflege versteht man den vorübergehenden, zeitlich bis zu drei Monate befristeten, Aufenthalt in einem Alten- und Pflegeheim. Kurzzeitpflege wurde eingerichtet, um die häusliche Betreuung und Pflege längerfristig zu sichern und die pflegenden Angehörigen zu unterstützen. Eine Kurzzeitpflege kann beispielsweise notwendig werden, wenn eine Überbrückung zwischen einem Krankenhausaufenthalt und der  Wiederaufnahme der eigenständigen Haushaltsführung erforderlich ist, oder wenn pflegende Angehörige auf Urlaub fahren möchten und keine anderen Pflegepersonen im Haushalt sind.

    Quelle: www.land-oberoesterreich.gv.at/18784.htm [abgefragt am 21-02-2016]

  • Lagerung und Lagerungshilfsmittel

    Als Lagerung (auch Patientenlagerung oder Positionsunterstützung) wird in der Pflege und Medizin die zielgerichtete Positionierung eines Pflegebedürftigen oder Patienten in eine bestimmte, günstige Körperhaltung bezeichnet. Die Zielsetzung der Lagerung kann sich unterscheiden, dient jedoch in der Regel der Druckentlastung sowie der Vermeidung von Folgeschäden, der Unterstützung therapeutischer Maßnahmen, der Schmerzlinderung oder ist Teil einer bestimmten medizinischen Behandlung oder von Erste-Hilfe-Maßnahmen.

    In der profsionellen Pflege ist der Begriff „Lagerung“ umstritten, da er aus Sicht des Gepflegten passiv wahrgenommen wird und die aktive Teilhabe des Pflegebedürftigen an der Lageveränderung nicht unterstützt. Neuere Schriften, beispielsweise der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe verwenden daher den Begriff „Positionsunterstützung“ oder „positionsunterstützende Maßnahmen“

    Lagerungsarten

    • Atemerleichternde Positionen: bei Pflegebedürftigen mit erschwerter Atmung werden Lagerungen eingesetzt, die gezielt einzelne Lungenabschnitte belüften oder die Atmung generell erleichtern. Gleichzeitig sind diese Lagerungen Teil der Pneumonie- und Atelektasenprophylaxe. Die einfachste Lagerung aus diesem Bereich ist die Oberkörperhochlagerung mit der gleichzeitig der Aspiration vorgebeugt wird, weitere Lagerungen sind die sogenannten VATI-Lagerungen (V-/A-/T-/I-Lagerung), die Drehdehnlage, Halbmondlage und der Kutschersitz. Zur Sekretlockerung werden Drainagelagerungen, beispielsweise die Quincke-Hängelage angewandt. Die Atemsituation wird entweder durch Pflegefachkräfte im Rahmen der Pflegediagnose beurteilt und die erforderlichen Lagerungen geplant oder erfolgen auf ärztliche Anordnung. Die Durchführung erfolgt durch Pflegekräfte.
    • Druckentlastende Positionen: ein Schwerpunkt angewandter Lagerungen liegt in der Druckentlastung und der Prophylaxe von Druckgeschwüren [Dekubitus] und zur Entlastung bereits bestehender Hautläsionen, die durch eine mangelnde Eigenbewegung des Pflegebedürftigen entstehen. Angewandte Lagerungen sind beispielsweise die 30°-Seitenlagerung, 5-Kissen-Hohllagerung, Lagerung auf der schiefen Ebene und die 135°-Lagerung, bei besonderer Gefährdung auch Weich- oder Superweichlagerung auf Antidekubitus- oder Wechseldruckmatratzen. Die Gefährdungssituation wird durch Pflegefachkräfte im Rahmen der Pflegeanamnese erfasst und die Maßnahmen zur Druckentlastung geplant. Als Faustregel gilt ein Lagerungsintervall von zwei Stunden, jedoch kann die Lagerungsfrequenz je nach Bedarf erhöht oder vermindert werden. Die Durchführung erfolgt durch Pflegekräfte oder kann an Pflegehelfer beziehungsweise Pflegeassistenten delegiert werden.
    • Kontrakturprophylaktische Lagerung: durch Schon- und Schmerzhaltungen sowie durch falsche Lagerung, durch verschiedene Grunderkrankungen oder ruhigstellende Therapien einzelner Gliedmaßen können beim Pflegebedürftigen Beuge- oder Streckkontrakturen entstehen. Diese sollen durch die Lagerung in der physiologischen Mittelstellung, die Adduktorenkontrakturlagerung und durch Einsatz eines Bettbogens zur Spitzfußprophylaxe vermieden werden. Insbesondere die Beachtung abwechselnder Beugung und Streckung der verschiedenen Gelenke bei der Durchführung der Lagerung und der Vermeidung von spastikauslösenden Faktoren können lagebedingte Kontrakturen vermieden werden. Planung und Durchführung obliegt den Pflegekräften, teilweise sind für spezielle Erkrankungen besondere Lagerungstechniken notwendig, beispielsweise die Lagerung nach Bobath oder Tetraplegielagerung. Bei Ruhigstellungen wie Lagerungsschienen, Gipsverbänden oder Extensionen sind in der Regel physiotherapeutische Maßnahmen notwendig, die Lagerung erfolgt hierbei auf Anordnung des Arztes.
    • Lagerungen in der Ersten Hilfe: Lagerungen werden im Rahmen der Lebensrettende Sofortmaßnahmen in der Ersten Hilfe eingesetzt. Zu diesen Lagerungen gehören die stabile Seitenlage, die Schocklage (Trendelenburg-Lagerung) und die Oberkörperhochlagerung
    • Operationslagerungen: Operationslagerungen dienen dazu dem [Operateur] während einer Operation den bestmöglichen Zugang zum Operationsgebiet zu gewährleisten und dabei gleichzeitig Lagerungsschäden wie Druckgeschwüre [Dekubitus] oder Kontrakturen des Patienten durch geeignete Lagerungen und Lagerungshilfsmittel zu vermeiden. Zu den Operationslagerungen gehören beispielsweise die Steinschnittlage, die Anti-Trendelenburg-Lagerung, die Jackson-Lagerung, die Killian-Lagerung, die Overholt-Lagerung und die Bauchlage. Diese Lagerungen werden auf Anordnung des Operateurs von einer Fachpflegekraft im Operationsdienst oder durch eine Fachperson für Operationslagerungen durchgeführt. Für die Lagerung der Arme und des Kopfes ist der Anästhesist zuständig.
    • Therapeutische Lagerungen: Lagerungen können eingesetzt werden um therapeutische Maßnahmen zu unterstützen, beispielsweise um nach Operationen ein Wundgebiet zu entlasten, den Sekretabfluß zu unterstützen, Schmerzlinderung zu erreichen oder einen diagnostischen beziehungsweise therapeutischen Eingriff zu ermöglichen. Zu diesen Lagerungen gehören die Beatmung in Bauchlage, die Douglaslagerung (Beckentieflagerung), die Lagerungsdrainage nach Giebel, Lagerung bei Thoraxdrainage, Lungenresektionslagerung, Cardiac-Lagerung, Extensionslagerungen, Nestchenlagerung, Lagerung im Schlittenbett oder Stufenbett sowie die Lagerung zum Legen einer Magensonde und die Lagerung zur Knochenmarkspunktion. Diese Lagerungsformen werden auf ärztliche Anordnung durch Pflegefachkräfte durchgeführt.

     

    Lagerungshilfsmittel

    Als Lagerungshilfsmittel werden alle zur Positionsunterstützung verwendeten Hilfsmittel bezeichnet. Die Auswahl der geeigneten Gegenstände richtet sich dabei nach verschiedenen Kriterien. Zum einen sollen die eingebrachten Hilfsmittel aus Sicht des Gepflegten benutzerfreundlich sein, das heißt, sie sollen bequem, hautfreundlich, druckentlastenden und geräuscharm sein sowie Feuchtigkeit ableiten und Luftzirkulation gewährleisten. Zum anderen sollen die Hilfsmittel den Bedürfnissen der Pflege entsprechen, das heißt einfach zu handhaben oder zu bedienen sein, gut kontrollierbar sein und im Fall technischer Hilfsmittel über einen leicht zu erreichenden Kundendienst verfügen. Die Gegenstände sollen hygienischen Anforderungen genügen, mehrfach verwendbare Materialien sollen kochfest, desinfizierbar oder sterilisierbar sein. Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit, günstige Anschaffungspreise, Kompatibilität zu vorhandenen Hilfsmitteln, haltbare Materialien und einfache Entsorgung spielen dabei eine Rolle.

    Gängige Lagerungsmittel sind beispielsweise Mikrofaserkissen, Polystyrolkissen in verschiedenen Größen, U-Kissen (Stillkissen), Decken, kunststoffüberzogene Schaumstoffkeile,-quader und -rollen. Bei der Mikrolagerung und zur Hohllagerung können Handtücher, Waschlappen und mit Wasser oder Luft gefüllte Einmalhandschuhe eingesetzt werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Lagerungsmittel wie Gelkissen, luft- oder wassergefüllte Sitzringe, Lochauflagen, Felle aus hygienisch unbedenklichen Synthetikmaterialien sowie verschiedene Fersen- und Ellbogenschoner. Bei besonders gefährdeten Pflegebedürftigen finden spezielle Matratzen für die Weich- und Superweichlagerung Verwendung, beispielsweise Lochmatratzen, Antidekubitusmatratzen oder Wechseldruckmatratzen.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Lagerung_%28Pflege%29 [abgefragt am 22-02-2016]

  • Langzeitpflege

    Der Begriff Langzeitpflege bezieht sich auf die vom Alter der Patienten unabhängigen, qualifizierten Leistungen der Pflege, die über einen Zeitraum von etwa vier Wochen hinaus erbracht werden. Sie kann Rehabilitation, Mitarbeit bei medizinischer Behandlung, häusliche Pflege, soziale Betreuung, Unterbringung sowie Dienstleistungen wie Transport, Mahlzeiten, berufliche Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung des Alltags umfassen. Je nach Art und Umfang der Pflegebedürftigkeit werden in der Langzeitpflege Pflegeassistenten, Pflegefachpersonal und/oder Fachpflegepersonal eingesetzt. In der häuslichen Versorgung überwiegen Pflegepersonen ohne pflegerische Qualifikation, häufig unterstützt durch professionelle Pflegekräfte eines Ambulanten Pflegedienstes.

    Pflegebedürftige werden auf Dauer in vollstationären Einrichtungen aufgenommen, wenn trotz Kurzzeit- und/oder Verhinderungspflege häusliche oder teilstationäre Pflege nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

    Quelle:www.pflegewiki.de/wiki/Langzeitpflege [abgefragt am 21-02-2016]

  • Linksammlung
  • MAS Alzheimerhilfe
  • Mobilisation

    Als Mobilisation werden […] alle autonom durchgeführten pflegerischen Maßnahmen umschrieben, die der Förderung und Erhaltung der Bewegungsfähigkeit der gepflegten Person dienen. Der Verlust der dazu notwendigen Fähigkeiten führt zu Einschränkungen in der Selbständigkeit und kann zu völliger Abhängigkeit und zu sozialer Isolation führen. Die Maßnahmen zur Mobilisation sollen diese Einschränkungen entsprechend den beim Pflegebedürftigen vorhandenen Ressourcen mindern oder aufheben, durch Immobilität entstehende Probleme wie Kontrakturen oder Wundliegen im Rahmen geplanter Pflege vermieden werden.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mobilisation [abgefragt am 22-02-2016]

  • Morbus Parkinson

    Der Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende, degenerative Erkrankung des Nervensystems und des Gehirns, die durch den kontinuierlichen Verlust bestimmter Nervenzellen gekennzeichnet ist. Aufgrund des Absterbens dieser Zellen kann vor allem der Botenstoff Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Als typische Symptome der Erkrankung treten in weiterer Folge Steifheit der Muskulatur, Zittern und Verlangsamung der Bewegung auf.

    Quelle: www.netdoktor.at/krankheit/parkinson-7658 [abgefragt am 31-10-2016]

  • Obergrenze für Rezeptgebühren

    Seit 1.1.2008 muss jeder Versicherte nur so lange die Rezeptgebühr zahlen, bis er im laufenden Kalenderjahr mit diesen Zahlungen einen Betrag von 2% seines Jahresnettoeinkommens erreicht. Danach ist er für den Rest des Kalenderjahres von der Rezeptgebühr befreit.

    Die Sozialversicherung legt dabei für jeden Versicherten ein eigenes Rezeptgebühren-Konto an. Auf der einen Seite wird das Jahresnettoeinkommen (siehe „die Ermittlung des Jahresnettoeinkommens“) verbucht, auf der anderen Seite werden die im laufenden Jahr bezahlten Rezeptgebühren addiert. Sobald diese eine Summe von 2% des Nettoeinkommens erreichen, wird dieser Umstand dem Arzt, der ein Medikament verschreibt, bzw. der Ordinationshilfe beim Stecken der e-card angezeigt. In der Ordination sieht man nur, dass eine Befreiung vorliegt – nicht aber aus welchem Grund! Wie bisher wird die Befreiung von der Rezeptgebühr auf dem Rezept vermerkt. In der Apotheke wird dem Versicherten diese Gebühr dann nicht mehr in Rechnung gestellt.

    Quelle: www.hauptverband.at/portal27/portal/hvbportal/content/contentWindow?contentid=10007.758413&action=2 [abgefragt am 22-02-2016]

  • Österreichisches Zentrales Vertretungsverzeichnis (ÖZVV)

    Das Vertretungsverzeichnis ist ein zentrales Register, in dem alle einem Notar oder Rechtsanwalt vorgelegten Vorsorgevollmachten registriert werden können. Darin kann auch registriert werden, wann eine Vorsorgevollmacht wirksam wird, wen Sie als Sachwalter bestimmen, durch welche Angehörigen Sie nicht vertreten werden wollen – und natürlich auch, wenn Sie eine Vollmacht widerrufen. Durch die Registrierung im ÖZVV kann das Gericht jederzeit innerhalb von Sekunden feststellen, ob eine Vorsorgevollmacht registriert ist.

    Quelle: www.notar.at/de/dienstleistungen/vorsorgevollmacht/ [agberufen am 31-12-2015]

    Die Österreichische Notariatskammer errichtete, führt und überwacht das Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis. In diesem Verzeichnis werden folgende Arten von Urkunden registriert:

    • Vorsorgevollmacht
    • Sachwalterverfügung
    • Widerspruch gegen die Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger
    • Vorsorgevollmacht und Sachwalterverfügung

    Richtlinien der Österreichischen Notariatskammer vom 4.6.2007 für das Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis

  • Palliative Care

    Palliative Care (lat. palliare „mit einem Mantel bedecken“; engl. care „Versorgung, Betreuung, Aufmerksamkeit“) ist eine Form der Care-Arbeit. Der Begriff umfasst alle Bereiche der Versorgung und Begleitung unheilbar Schwerkranker und Sterbender. Dazu gehören als tragende Säulen die Palliativmedizin und die Palliativpflege sowie die Hospizarbeit. „Palliative Care ist eine interprofessionelle, klinisch und kommunikativ ausgerichtete Teamleistung, die sich an Patienten und deren Angehörige richtet.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Palliative_Care [abgefragt am 05-11-2015]

    Detaillierte Informationen finden Sie unter www.palliativ.at/

  • Palliativkonsiliardienst (PKD)

    Der Palliativkonsiliardienst bietet Unterstützung in der Betreuung schwerkranker Menschen mit begrenzter Lebenserwartung an. Die Ziele werden gemeinsam mit den behandelnden Ärzten, den Pflegeteams und den Patienten sowie deren Angehörigen erarbeitet.
    Vorrangig geht es darum, Lebensqualität zu erhalten, Schmerzen und andere belastende Symptome zu lindern und eine ganzheitliche Begleitung von der Erstellung der Diagnose einer unheilbaren Krankheit bis zum Abschiednehmen anzubieten.

  • Palliativmedizin

    Palliativmedizin befasst sich mit den medizinischen Komponenten der Betreuung schwerkranker Patienten, die auf Grund der Inkurabilität ihrer Erkrankung und deren Progression eine stark begrenzte Lebenserwartung aufweisen.

    Quelle: http://www.palliativ.at/palliative-care/palliativmedizin.html [abgefragt am 01-11-2015]

     

    Palliativmedizin ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin „die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer progredienten (voranschreitenden), weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“. Sie geht über eine rein palliative Therapie beziehungsweise Palliation hinaus, denn nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität, also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten stehen im Vordergrund der Behandlung. Somit ist die Palliativmedizin ein Teilbereich des Gesamtkonzeptes Palliative Care.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Palliativmedizin [ abgefragt am 05-11-2015]

  • Palliativpflege

    Palliativpflege gewährleistet Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Erkrankung durch fachlich fundierte, umfassende, individuelle und kreative Pflege eine möglichst hohe Lebensqualität und Selbstbestimmung.

    Unter Einbeziehung und Begleitung der An- und Zugehörigen soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem die Bewältigung krankheits-bedingter Krisen und schwieriger Situationen ermöglicht und die Zeit des Abschiednehmens über den Tod hinaus als wertvoll erlebt wird.

    Quelle: http://www.palliativ.at/palliative-care/palliativpflege.html [abgefragt am 01-11-2015]

     

    Palliativpflege beschreibt das pflegerische Fachwissen, die Maßnahmen und Aufgaben, die innerhalb des ganzheitlichen Konzeptes der Palliative Care von Gesundheits- und Krankenpflegern oder Brückenschwestern erbracht werden und der Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen oder terminalen Erkrankungen und deren Angehörigen dienen. Schwerpunkt dieses Konzeptes ist die „Vorbeugung und Linderung von Leiden durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art“.  Hierbei überschneiden sich die Pflegeprozesse der allgemeinen und speziellen kurativorientierten Pflege mit der Palliativpflege und gehen in vielen Bereichen fließend ineinander über und ergänzen sich.

    Analog zu der Herkunft des Begriffs palliativ, der aus dem Lateinischen stammt und Mantel beziehungsweise bemänteln oder umhüllen bedeutet, versteht sich die palliative Pflege als über den Tod hinausgehende, bedürfnisorientierte Begleitung, die das individuelle Wohlbefinden steigern und Sicherheit und Geborgenheit in allen Stadien des Leidens und Sterbens vermitteln soll. Die Pflegekräfte sind in diesem Rahmen integraler Bestandteil des interdisziplinären Palliative-Care-Teams, zu dem neben Ärzten, Seelsorgern und verschiedenen Therapeuten auch freiwillige Helfer gehören.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Palliativpflege [abgefragt am 05-11-2015]

  • Parkinson

    Der Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende, degenerative Erkrankung des Nervensystems und des Gehirns, die durch den kontinuierlichen Verlust bestimmter Nervenzellen gekennzeichnet ist. Aufgrund des Absterbens dieser Zellen kann vor allem der Botenstoff Dopamin nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. Als typische Symptome der Erkrankung treten in weiterer Folge Steifheit der Muskulatur, Zittern und Verlangsamung der Bewegung auf.

    Quelle: www.netdoktor.at/krankheit/parkinson-7658 [abgefragt am 31-10-2016]

  • Patientenverfügung

    Mit einer Patientenverfügung wird eine bestimmte medizinische Behandlung vorweg abgelehnt. Diese Erklärung soll für den Fall gelten, dass sich der Patient nicht mehr wirksam äußern kann. Sei es, weil er nicht mehr reden und auch sonst nicht mehr kommunizieren kann, sei es, weil er nicht mehr über die notwendigen geistigen Fähigkeiten verfügt.

    Für die Patientenverfügung sieht das Gesetz zwei Varianten vor: Zum einen kann sie verbindlich sein: Der Arzt, Pflegebedienstete, Angehörige und andere in ein Behandlungsgeschehen möglicherweise eingebundene Personen (etwa ein Sachwalter oder ein vom Arzt angerufenes Gericht) sind daran gebunden. Zum anderen kann eine Patientenverfügung auch bloß „beachtlich“ sein. Das bedeutet, dass der Arzt und andere Beteiligte auf die Verfügung und den darin geäußerten Willen des Patienten zwar Bedacht nehmen müssen, daran aber nicht unter allen Umständen gebunden sind.

    Solche Verfügungen kommen in der Praxis schon recht häufig vor, sie sind ein Ausdruck der Patientenautonomie. Mit dem Gesetz ist nun klar, unter welchen Voraussetzungen diese Erklärungen verbindlich sind. Es geht um mehr Sicherheit für den behandelnden Arzt, aber auch für den Patienten, der daran interessiert ist, dass seine Erklärungen auch wirklich „ankommen“ und beachtet werden.

     Allgemeine Wirksamkeitsvoraussetzungen
    • Geistige Fähigkeit des Patienten im Errichtungszeitpunkt: Der Patient muss aufgrund seines psychischen und geistigen Zustandes in der Lage, den Sinn seiner Erklärung zu erfassen.
    • Kein Willensmangel: Die Verfügung muss dem tatsächlichen Willen des Patienten entsprechen, sie darf etwa nicht Resultat einer Täuschung oder einer Drohung sein.
    • Möglichkeit und Erlaubtheit: Mit der Patientenverfügung kann sich der Patient nicht über rechtliche Schranken hinwegsetzen. Vor allem kann er nicht den Arzt zu der in Österreich verbotenen „aktiven direkten Sterbehilfe“ veranlassen. (Euthanasieverbot)
    • Stand der medizinischen Wissenschaft: Die Verfügung des Patienten verliert ihre Wirksamkeit, wenn sich der Stand der Wissenschaft mittlerweile erheblich geändert hat.
    • Widerruf durch den Patienten: Die Patientenverfügung wird auch unwirksam, wenn sie der Patient nachträglich widerruft. Das kann ausdrücklich geschehen, aber auch durch andere Verhaltensweisen, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Patientenverfügung nicht mehr gelten soll (etwa wenn sie der Patient zerreißt oder vernichtet).

     

     Verbindlichkeit einer Patientenverfügung

    Die verbindliche Patientenverfügung ist vom Arzt und anderen Beteiligten zu respektieren, auch wenn sie damit nicht einverstanden sind und eine Behandlung medizinisch indiziert wäre. Das kann so weit gehen, dass eine lebenserhaltende Behandlung unterbleiben muss. Daher ist es notwendig, strenge Anforderungen an solche Erklärungen vorzusehen.

    • Aufklärung durch Arzt: Die Patientenverfügung ist nur dann verbindlich, wenn der Patient über die medizinischen Auswirkungen durch einen Arzt entsprechend aufgeklärt wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein „informierter Konsens“ vorliegt. Die Aufklärung muss der Arzt bestätigen. Auch muss er angeben, weshalb der Patient die möglichen Folgen seiner Erklärung zutreffend einschätzen kann.
    • Errichtung vor Notar, Rechtsanwalt oder Patientenvertreter: Dem Patienten sollen auch die rechtlichen Auswirkungen seiner Verfügung von vornherein klar sein. Auch sollen durch einen solchen rechtskundigen Beistand Unklarheiten, Missverständnisse und Ungereimtheiten möglichst ausgeschaltet werden. Auch wenn mit der Beiziehung einer solchen rechtskundigen Person für den Patienten gewisse Belastungen verbunden sein können, liegt das doch in seinem wohlverstandenen Interesse.
    • Wirksamkeitsbegrenzung: Eine Patientenverfügung bleibt nur maximal fünf Jahre verbindlich. Das soll u.a. dazu beitragen, dass sich Patient mit seiner Verfügung immer wieder auseinandersetzt, wenn er sie verlängern will. Diese zeitliche Beschränkung tritt aber nicht mehr ein, wenn der Patient mittlerweile seine Einsichts- und Urteilsfähigkeit verliert.
    Die beachtliche Patientenverfügung

    Fehlt auch nur eine der besonderen Voraussetzungen für eine verbindliche Patientenverfügung, so kann eine Verfügung des Patienten doch nicht ohne weiteres abgetan werden. Sie ist vielmehr als Orientierungshilfe für die Ermittlung des Patientenwillens zu beachten. Das gilt für den Arzt, wenn in Notfällen keine Zeit für die Bestellung eines Sachwalters besteht, der in die Behandlung anstelle des Patienten einwilligen kann. Das gilt aber auch für einen gerichtlichen bestellten Sachwalter, der die Patientenverfügung bei seiner Entscheidung über die medizinische Behandlung des Betroffenen zu berücksichtigen hat. In solchen Fällen muss möglichst dem Willen des Patienten entsprochen werden.

    Sonstiges

    Im Normalbetrieb von Krankenhäusern und vor allem bei Notfällen kann mit der Suche nach einer Patientenverfügung wertvolle Zeit verstreichen. Daher besteht in der Notfallsmedizin keine Pflicht des Arztes, nach einer Patientenverfügung zu suchen.

    Allfälligen Missbräuchen soll durch entsprechende Sanktionen begegnet werden. So darf der Zugang zu bestimmten Einrichtungen (etwa einem Alters- oder Pflegeheim) nicht davon abhängig gemacht werden, dass ein Patient eine solche Verfügung errichtet oder dies unterlässt. Selbst ein „sanfter Zwang“ derartiger Einrichtungen zur Errichtung von Patientenverfügung ist verboten.

    Quelle: www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Medizin/Patientenverfuegung/ [abgefragt am 31-12-2015]

  • Pensionsversicherung für pflegende Angehörige

    Hier ist zu unterscheiden, ob es sich um eine

    handelt.

  • PersonenbetreuerIn – Rechte und Pflichten

    Die Rechte selbständiger Personenbetreuer

    • Das Recht auf das vertraglich vereinbarte Entgelt für die erbrachte Leistung
    • Persönliche Weisungsfreiheit (gewisse Dienstleistungen können sanktionslos abgelehnt werden)
    • Recht auf Vertretung (Personenbetreuer können sich generell vertreten lassen bzw. Hilfskräfte hinzuziehen)
    • Das Recht, in der Wohnung des Betreuten zu wohnen (ausschließlich nach vertraglicher Vereinbarung)
    • Das Recht, Werbung für die von ihm angebotenen Dienste zu machen und auch mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten

     

    Die Pflichten des Personenbetreuers

    • Anmeldung des Gewerbes der Personenbetreuung
    • Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistungen
    • Einhaltung der Handlungsleitlinien für den Alltag und für den Notfall
    • Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit anderen Pflegeeinrichtungen
    • Verschwiegenheitspflicht
    • Verpflichtung zur Führung des Haushaltsbuches
    • Einhalten der Standesregeln
    • Vermeidung von Gefahren
    • Beim Vertragsabschluss sind besonders die verpflichtende Schriftlichkeit des Betreuungsvertrages sowie die Informationspflicht nach dem Konsumentenschutzgesetz zu beachten.
    • Meldepflicht
    • Anmeldung bei der Sozialversicherung
    • Steuerliche Abgabenleistung
    • Mitgliedschaft bei der Wirtschaftskammer (erfordert die Entrichtung der Kammerumlage)

    Quelle: www.wko.at [abgefragt am 14-04-2017]

  • PersonenbetreuerIn – Tätigkeiten

    Laut § 159 GewO umfasst der Aufgabenbereich der Personenbetreuung folgende Bereiche:

    Betreuungstätigkeiten:
    Den Kernbereich der Tätigkeit von PersonenbetreuerInnen bildet die Betreuung und Begleitung ihrer Kunden im Alltag:

    – Haushaltsnahe Dienstleistungen

    • Zubereiten von Mahlzeiten
    • Erledigung von Einkäufen und Botengängen
    • Reinigungstätigkeiten
    • Hausarbeiten

    – Unterstützung bei der Lebensführung und im Alltag

    • Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen
    • sowie bei der Gestaltung des Tagesablaufs

    – Gesellschafterfunktion

    • Konversation
    • Unterstützung bei der Freizeitgestaltung
    • Förderung gesellschaftlicher Kontakte

    – Führung des Haushaltsbuches mit Aufzeichnungen über für die betreute Person getätigte Ausgaben

    – Praktische Vorbereitung der betreuungsbedürftigen Person auf einen Ortswechsel

    – Organisation von Personenbetreuung

     

    Pflegerische Tätigkeiten:
    Folgende pflegerische Tätigkeiten (§ 3b GuKG) dürfen PersonenbetreuerInnen ohne Aufsicht durchführen, solange keine medizinischen Gründe vorliegen, die eine Delegation durch Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege notwendig machen:

    • Unterstützung bei der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sowie bei der Arzneimittelaufnahme
    • Unterstützung bei der Körperpflege
    • Unterstützung beim An- und Auskleiden
    • Unterstützung bei der Benützung von Toilette oder Leibstuhl einschließlich Hilfestellung beim Wechsel von Inkontinenzprodukten
    • Unterstützung beim Aufstehen, Niederlegen, Niedersetzen, Gehen sowie beim Transfer

     

    Ärztliche Tätigkeiten:
    Folgende ärztliche Tätigkeiten (§15 Abs. 7 GuKG) dürfen nur nach schriftlicher ärztlicher Anordnung mit Anleitung und Unterweisung durch eine diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson oder durch einen Arzt durchführen:

    • Verabreichung von Arzneimitteln
    • Anlegen von Bandagen und Verbänden
    • Verabreichen von subkutanen Insulininjektionen und/oder subkutanen Injektionen von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
    • Blutentnahme aus der Kapillare zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels mittels Teststreifen
    • einfache Wärme- und Lichtanwendungen
  • PersonenbetreuerIn selbständig

    Folgende Merkmale sprechen für eine selbständige Tätigkeit:

    • Vorliegen eines Gewerbescheins;
    • keine konkreten Vorgaben, wie und welche Tätigkeiten für die Erbringung der vertraglich vereinbarten Leistung zu erbringen sind (keine Weisungen);
    • keine Vorgaben, wann genau die einzelnen Leistungen zu erbringen sind;
    • keine Kontrolle der Betreuungskraft hinsichtlich der Erbringung der Leistung in zeitlicher und örtlicher Hinsicht oder bezüglich der Arbeitsabfolge;
    • die Betreuungskraft kann sich durch eine andere Betreuungskraft vertreten lassen.

    Quelle: www.bmwfw.gv.at/Unternehmen/Gewerbe/Seiten/24StundenBetreuungd.aspx [abgefragt am 13-01-2016]

    Das freie Gewerbe der Personenbetreuung ist im § 159 der Gewerbeordnung (GewO) geregelt.

    Die meisten selbständigen PersonenbetreuerInnen werden durch eine Agentur oder einen Verein vermittelt. Diese Einrichtungen kümmern sich zumeist auch um die rechtlichen Voraussetzungen, damit eine selbständige PersonenbetreuerIn legal in Österreich arbeiten darf.

    Die nächsten Schritte

    1. Prüfung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes
    2. Wohnsitz in Österreich anmelden
    3. Anmeldung der Gewerbeberechtigung
    4. Abschluß eines Werkvertrages
    5. Anmeldung bei der Sozialversicherung
    6. Meldung beim Finanzamt
    7. Führen eines Haushaltsbuches
    8. Beendigung der Gewerbetätigkeit oder Ruhendmeldung

     

    ad 1. Prüfung des Ausländerbeschäftigungsgesetztes
    Betreuer aus EU- und EWR-Staaten sowie Schweizer Staatsbürger brauchen keine Bewilligung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz für die Anmeldung des freien Gewerbes der Personenbetreuung in Österreich. Staatsangehörige von Drittstaaten benötigen eine Aufenthaltsbewilligung und einen Aufenthaltstitel, der zur selbstständigen Tätigkeit als Personenbetreuer berechtigt. In der Praxis kommt als Aufenthaltstitel nur eine Aufenthaltsbewilligung für Studierende in Betracht.

    ad 2. Wohnsitz in Österreich anmelden
    Der Personenbetreuer muss seinen Wohnsitz in Österreich binnen drei Tagen beim Gemeindeamt anmelden. Für die Anmeldung müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

    • Meldezettel vom Unterkunftgeber (Wohnungseigentümer oder Mieter) unterfertigt
    • Reisepass
    • Geburtsurkunde
    • Nachweis eines akademischen Grades (falls kein Reisepass mit aktuellen Daten vorliegt)

    Die Anmeldung muss persönlich oder postalisch erfolgen. Sie kann aber auch durch einen Boten überbracht werden. Anmeldungen per Fax oder E-Mail sind derzeit gesetzlich nicht möglich. Das Meldezettel-Formular kann auch vom Internet heruntergeladen werden.

    Für EWR-Bürger: Spätestens nach drei Monaten ab Niederlassung haben EWR-Bürger eine Anmeldebescheinigung von der Bezirkshauptmannschaft einzuholen.

    ad 3. Einholung einer Gewerbeberechtigung (siehe Online-Ratgeber für PersonenbetreuerInnen der WKO)
    Die Personenbetreuer benötigen eine Gewerbeberechtigung für das freie Gewerbe der Personenbetreuung. Zuständig hiefür ist die jeweilige Bezirkshauptmannschaft. Die Gewerbeanmeldung kann auch über die Wirtschaftskammer erfolgen. Das Neugründungsförderungsgesetz (NeuFöG) befreit Unternehmensgründer bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen von den Kosten der Gewerbeanmeldung.

    Voraussetzungen für eine Gewerbeanmeldung bei natürlichen Personen:

    • Vollendung des 18. Lebensjahres
    • keine Gewerbeausschlussgründe (z.B. Finanzstrafdelikt, gerichtliche Verurteilung
    • Wohnsitz in Österreich Staatsangehörigkeit zu einem EU/EWR-Mitgliedsstaat bzw. der Schweiz oder Vorliegen eines fremdenrechtlichen Aufenthaltstitels (Aufenthaltsberechtigung) zur Ausübung des Gewerbe

    Die Anmeldung kann – formlos oder mittels Formular – persönlich, schriftlich oder teilweise auch elektronisch erfolgen. Sie muss folgende Angaben enthalten:

    • Bezeichnung des Gewerbes: „Personenbetreuung“
    • genauer Standort der Gewerbeausübung
    • Daten des Gewerbeanmelders (Vor- und Familienname, Adresse, Geburtsdatum und Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Sozialversicherungsnummer – sofern bereits vorhanden)

    Folgende Unterlagen sind für die Gewerbeanmeldung erforderlich:

    • gültiger Reisepass
    • Geburtsurkunde (falls kein Reisepass vorliegt)
    • Staatsbürgerschaftsnachweis (falls kein Reisepass vorliegt)
    • Aufenthaltsberechtigung bei Drittstaatsangehörigen (ausgenommen Schweizer)
    • Heirats- oder Scheidungsurkunde (falls kein Reisepass mit den aktuellen Daten vorliegt)
    • Meldebestätigung (nicht notwendig bei Wohnsitz in Österreich)
    • Strafregisterbescheinigung aus dem Herkunfts- bzw. bisherigen Aufenthaltsstaat (nicht älter als drei Monate): gilt für Personen, die nicht oder weniger als fünf Jahre in Österreich wohnhaft sind.
    • Nachweis eines akademischen Grades (falls kein Reisepass mit den aktuellen Daten vorliegt)
    • Bei erstmaliger Gewerbeanmeldung zusätzlich eine Erklärung der Neugründung, die von der zuständigen Wirtschaftskammer bestätigt wurde. Die Bestätigung der Wirtschaftskammer ist bei persönlicher Gewerbeanmeldung bei der Bezirkshauptmannschaft nicht notwendig.

    Eine Standortverlegung von einem Bundesland in ein anderes Bundesland muss bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft angezeigt werden, da eine Standortverlegung außerhalb des Bundeslandes auch ein Wechsel der zuständigen Landesstelle zur Folge hat. Auch ein Standortwechsel innerhalb des Bundeslandes kann einen Wechsel der Bezirkshauptmannschaft zur Folge haben.

    Hinweis: Alle Dokumente können in Kopie vorgelegt werden. Im Bedarfsfall kann die Bezirkshauptmannschaft ein Original einfordern.

    Gebühren: € 54,50 Anmeldegebühr und € 3,90 pro beiliegendem Bogen, sowie € 2,10 Bundesverwaltungsabgabe (Stand April 2015)

    Bei Neuanmeldung des Gewerbes gibt es eine Gebührenbefreiung (NeuFöG). Die Gewerbeanmeldung ist sofort rechtswirksam, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und dem Antrag alle notwendigen Unterlagen beigefügt werden. Die Bezirkshauptmannschaft veranlasst die Eintragung ins Gewerberegister. Das Gewerbe kann ab dem Tag der Anmeldung ausgeübt werden.

    Die Gewerbeanmeldung führt zu einer Pflichtversicherung in der Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Gleichzeitig mit der Gewerberegistereintragung veranlasst die Bezirkshauptmannschaft eine Meldung an die Wirtschaftskammer, an das Finanzamt, an die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft und an die Standortgemeinde. Trotzdem sind Gewerbetreibende verpflichtet, innerhalb der vorgegebenen Fristen selbst Kontakt mit diesen Stellen aufzunehmen.

    ad 4. Abschluß eines Werkvertrages
    Zwischen Betreuer und betreuungsbedürftiger Person bzw. einem Angehörigen oder einem Sachwalter im Namen der zu betreuenden Person ist ein Werkvertrag abzuschließen. Bei den einzelnen Vertragsteilen ist auf Folgendes zu achten:

    Vertragspartner:
    Die Anschrift des Gewerbetreibenden ist die gültige Wohnadresse (auch im Ausland) oder sein Gewerbestandort.

    Vertragsgegenstand / Leistungsinhalte:
    Dazu zählen insbesondere

    • haushaltsnahe Dienstleistungen
    • Unterstützung bei der Lebensführung
    • Gesellschafterfunktion
    • Führung des Haushaltsbuches mit Aufzeichnungen über getätigte Ausgaben für die betreute Person
    • praktische Vorbereitung der betreuungsbedürftigen Person auf einen Ortswechsel

    Vertragsdauer:
    Die Dauer des Werkvertrages kann nach Belieben vereinbart oder unbefristet abgeschlossen werden. Es können auch mehrere Werkverträge hintereinander abgeschlossen werden.

    Vertretung:
    Vereinbarung, ob im Fall der Verhinderung für Vertretung gesorgt ist. Gewerbetreibende können sich jederzeit durch Personen ihrer Wahl vertreten lassen. Die Angabe der Namen und Kontaktadressen der Vertreter sind daher nicht zwingend erforderlich.

    Abgaben und Sozialversicherung:
    Für die Abfuhr von Sozialversicherungsbeiträgen, Steuern und sonstigen Abgaben hat der Gewerbetreibende grundsätzlich selbst zu sorgen.

    Weisungsfreiheit:
    Es besteht kein Weisungsrecht des Auftraggebers gegenüber dem Gewerbetreibenden.

    Vermeidung einer Gefährdung von Leben oder Gesundheit:
    Personenbetreuer handeln grundsätzlich nach den vereinbarten Handlungsleitlinien und sind verpflichtet, mit anderen in die Betreuung und Pflege involvierten Personen und Einrichtungen zum Wohl der zu betreuenden Person zusammenzuarbeiten. Weiters unterliegen sie der Verschwiegenheitspflicht über alle ihnen in Ausübung ihres Gewerbes anvertrauten oder bekannt gewordenen Angelegenheiten.
    Personenbetreuer haben für die Vermeidung der Gefährdung von Gesundheit und Leben der betreuten Person Sorge zu tragen. Insbesondere müssen sie

    • Maßnahmen zur Unfallverhütung bei der Durchführung haushaltsnaher Dienstleistungen setzen (Vermeidung von Sturzgefahr z.B. durch umherstehende Geräte),
    • bei der Zubereitung von Mahlzeiten auf Vorschriften achten, die für die zu betreuende Person relevant sind (z.B. Diät, Allergien),
    • die körperliche Mobilität der betreuten Person berücksichtigen.

    Handlungsleitlinien für den Alltag und den Notfall:
    Diese werden im Sinne des § 160 Abs. 2 Z 1 GewO festgelegt. Die Handlungsleitlinien müssen im Falle der erkennbaren Verschlechterung des Zustandsbildes die Verständigung bzw. Beiziehung von Angehörigen, Ärzten oder Einrichtungen, die mobile Dienste anbieten, enthalten.

    Entgelt:
    Hier werden Höhe und Fälligkeit des Entgelts festgelegt, wobei darauf hinzuweisen ist, dass der Gewerbetreibende sämtliche Steuern und Beiträge selbst erklärt und abführt. Oft ersetzt der Auftraggeber die Fahrtkosten und die Sozialversicherungsbeiträge des Personenbetreuers. Eine solche Vereinbarung sollte vertraglich festgehalten werden, insbesondere um Streitigkeiten bei Nachzahlungen in der Sozialversicherung zu vermeiden. Bei Personenbetreuern, die vom Betreuungspool vermittelt werden, werden die Kosten individuell vereinbart.

    Endigung | Kündigung des Vertrages:
    Es empfiehlt sich, im Vertrag auch eine Beendigung des Vertragsverhältnisses für den Fall eines endgültigen Wechsels der zu betreuenden Person in ein Heim vorzusehen.

    Dokumentation:
    Personenbetreuer müssen die erbrachten Dienstleistungen ausreichend und regelmäßig dokumentieren und beiden Vertragsteilen zugänglich machen. Im Besonderen ist die Dokumentation über angeordnete Tätigkeiten den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betreute Person pflegen und behandeln, zugänglich zu machen.

    ad 5. Anmeldung bei der Sozialversicherung
    Eine gewerbliche Tätigkeit aufgrund einer österreichischen Gewerbeanmeldung führt zu einer Pflichtversicherung in der Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung. Ebenso sind Beiträge zur Selbstständigenvorsorge als zusätzliche Säule der Altersversorgung zu entrichten. Die Aufnahme der versicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit ist innerhalb eines Monats der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) bekannt zu geben. Die Gewerbebehörde informiert die Sozialversicherung automatisch über die Neuanmeldung des Gewerbes. In weiterer Folge ist nach Information des Versicherten über den Beginn der Pflichtversicherung eine Versicherungserklärung abzugeben. Dafür ist das Formular „Versicherungserklärung für Gewerbetreibende und Gewerbegesellschafter“ zu verwenden. Die Versicherungserklärung kann per Fax oder per Post bei der SVA eingebracht werden. Der Personenbetreuer erhält dafür eine e-card.

    ad 6. Meldung beim Finanzamt
    Der Betreuer meldet sich binnen eines Monats nach der Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt, sofern dies bei der Gewerbeanmeldung nicht bereits durch die Gewerbebehörde erfolgt ist. Eine kurze und formlose schriftliche Mitteilung ist ausreichend. Es gibt aber auch ein Formular dazu (Verf 24). Das Formular kann unter www.bmf.gv.at (Formulare – Steuern/Beihilfen – Fragebögen) heruntergeladen werden. Der vom Finanzamt ausgehändigte Fragebogen muss ausgefüllt an dieses zurückgesandt werden.

    Zur Feststellung einer Einkommensteuerpflicht führen selbständige Personenbetreuer am besten eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Zu den Betriebseinnahmen zählen neben dem Honorar auch eine mögliche Rückerstattung von Fahrtkosten sowie Sachleistungen (auch unbare Sachleistungen wie Kost und Logis).

    Hat der Personenbetreuer einen österreichischen Wohnsitz, so kann von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch gemacht werden: Umsätze von Kleinunternehmern sind (unecht) von der Umsatzsteuer befreit. Kleinunternehmer ist ein Unternehmer, der im Inland einen Wohnsitz hat und dessen Jahresumsätze im Veranlagungszeitraum 30.000 € nicht übersteigen. Betreibt der Betreuer sein Unternehmen von seinem Heimatstaat aus, so ist er in Österreich nicht umsatzsteuerpflichtig. ACHTUNG: Bei ausländischen Personenbetreuern könnte unter Umständen auch im Heimatstaat Steuerpflicht entstehen. Näheres regeln allenfalls bestehende Doppelbesteuerungsabkommen. Der Personenbetreuer muss eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung führen. Dies empfiehlt sich auch bei einem Jahreseinkommen unter 11.000 €. Diese kann im Falle einer Prüfung durch das Finanzamt vorgelegt werden und auch als Vorlage für die Sozialversicherung dienen.

    ad 7. Führen eines Haushaltsbuches
    Im Haushaltsbuch sind sämtliche für die betreute Person getätigte Ausgaben sowie die jeweils erhaltenen Geldbeträge (z.B. Bargeld, Überweisung) einzutragen. Dieses ist über einen Zeitraum von zwei Jahren aufzubewahren. Die Ausgabengruppen sollten zumindest folgende Bereiche umfassen:

    • Lebensmittel
    • Reinigungszubehör und Waschmittel
    • Haustierbedarf
    • Zeitungen, Zeitschriften und Bücher
    • Möbel
    • Gebrauchsgegenstände
    • Pflanzen und Zubehör
    • Wäsche
    • Kleidung

    ad 8. Beendigung der Gewerbetätigkeit oder Ruhendmeldung
    Sollte die Betreuungstätigkeit in Österreich vorübergehend eingestellt bzw. überhaupt aufgegeben werden, muss die Gewerbeberechtigung entweder bei der zuständigen Wirtschaftskammer vorübergehend ruhend gemeldet oder bei der Gewerbebehörde gelöscht werden. Sonst können Folgekosten (Sozialversicherungsbeiträge, Kammerumlage etc.) entstehen, die auch im Heimatstaat eingetrieben werden.

    Quelle: www.vorarlberg.at/broschüre (ab S 23 ff) [abgefragt am 15-04-2017]

  • Personenbetreuerin unselbständig

    Der Betreuungsbedürftige oder seine Familie stellt eine Betreuungsperson an. Das Arbeitsverhältnis ist in einem Arbeitsvertrag geregelt. Die wichtigsten Schritte im Überblick:

    1. Prüfung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes
    2. Wohnsitz in Österreich anmelden
    3. Abschluß eines Dienstvertrages
    4. Lohnnebenkosten
    5. Anmeldung bei der Sozialversicherung
    6. Meldung beim Finanzamt

     

    ad 1. Prüfung des Ausländerbeschäftigungsgesetzes
    Betreuer aus EU- und EWR-Staaten brauchen keine Bewilligung nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz sofern die zu betreuende Person Pflegegeld bezieht und die Tätigkeit im Rahmen einer Vollversicherungspflichtigen Beschäftigung (also über der Geringfügigkeit) ausgeführt wird. Für Personen aus allen anderen Staaten hat der zu Betreuende die entsprechenden Bewilligungen einzuholen. (AMS)

    ad 2. Wohnsitz in Österreich anmelden
    Die Betreuungskraft muss ihren Wohnsitz in Österreich binnen drei Tagen beim Gemeindeamt anmelden. Für die Anmeldung müssen folgende Unterlagen vorgelegt werden:

    • Meldezettel, vom Unterkunftgeber (Wohnungseigentümer oder Mieter) unterschrieben
    • Reisepass
    • Geburtsurkunde
    • Nachweis eines akademischen Grades (falls kein Reisepass mit aktuellen Daten vorliegt)

    Die Anmeldung muss persönlich oder postalisch erfolgen. Sie kann aber auch durch einen Boten überbracht werden. Anmeldungen per Fax oder E-Mail sind derzeit gesetzlich nicht möglich. Das Meldezettel-Formular kann vom Internet heruntergeladen werden.

    Für EWR-Bürger gilt: spätestens nach drei Monaten ab Niederlassung haben EWR-Bürger eine Anmeldebescheinigung von der Bezirksverwaltungsbehörde einzuholen.

    ad 3. Abschluß eines Dienstvertrages
    Zwischen dem Betreuer und der betreuungsbedürftigen Person bzw. einem Angehörigen oder einem Sachwalter im Namen der zu betreuenden Person ist ein Arbeitstvertrag abzuschließen. Bei den einzelnen Vertragsteilen ist (wie beim Mustervertrag) auf Folgendes zu achten:

    Bei der Vereinbarung über die Entlohnung kann man sich am Mindestlohntarif für Hausangestellte orientieren. Dabei darf das vereinbarte Entgelt die im Mindestlohntarif vorgesehene Entlohnung nicht unterschreiten. Die Mindestlohntarife sind im Internet unter www.bmask.gv.at zu finden. Zusätzlich ist der Arbeitgeberanteil bei der Sozialversicherung und beim Finanzamt zu begleichen.

    Das Hausbetreuungsgesetz sieht Arbeitszeitregelungen vor, die eine 24 Stunden Betreuung ermöglichen. Nach einer Arbeitsperiode von höchstens 14 Tagen muss eine Freizeit von derselben Dauer erfolgen.

    Personenbetreuer haben ihre erbrachten Dienstleistungen inklusive der angeordneten Tätigkeiten ausreichend und regelmäßig zu dokumentieren. Diese Dokumentation ist den Vertragsunterzeichnern sowie den Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betreute Person pflegen und behandeln, zugänglich zu machen. Ebenfalls erforderlich ist eine Aufzeichnung der Arbeitszeiten. Weitere Dokumentationspflichten erfolgen in Absprache mit dem Arbeitgeber.

    ad 4. Lohnnebenkosten
    Sozialversicherungsbeiträge, sonstige Umlagen und Nebenbeträge, Beiträge zur Mitarbeitervorsorge und Steuern sind anteilsmäßig von der Betreuungskraft (Dienstnehmeranteil) und vom zu Betreuenden (Dienstgeberanteil) zu tragen. Die Lohnnebenkosten sind vom zu Betreuenden oder dessen Angehörigen oder gesetzlichen Vertreter termingerecht an die Gebietskrankenkasse bzw. an das Finanzamt abzuführen.

    ad 5. Anmeldung bei der Sozialversicherung
    Der Arbeitgeber meldet die Betreuungskraft vor Arbeitsantritt bei der Gebietskrankenkasse an. Die Anmeldung hat grundsätzlich in elektronischer Form mittels ELDA zu erfolgen. Mangels technischer Voraussetzungen kann der Arbeitgeber ausnahmsweise eine Anmeldung mit dem entsprechenden Papierformular erstatten. Eine Kopie der Anmeldung ist der Betreuungskraft zu übergeben. Die Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse sind bei der Anmeldung gerne behilflich. Der Sozialversicherungsbeitrag ist selbst zu berechnen und an den zuständigen Krankenversicherungsträger abzuführen. Damit keine Fristen übersehen werden, ist für die Entrichtung der Sozialversicherungsbeiträge ein Abbuchungsauftrag empfehlenswert.
    Die Sozialversicherungsbeiträge werden vom monatlichen Entgelt berechnet. Zu beachten ist dabei der Mindestlohntarif für im Haushalt Beschäftigte. Auch durch den Dienstgeber gewährte Sachbezüge und Sonderzahlungen gehören zum beitragspflichtigen Entgelt.

    • Sozialversicherungsbeitrag für Dienstgeber: 21,63 % (Kranken-, Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag, Wohnbauförderungsbeitrag und Insolvenz-Entgeltsicherungszuschlag)
    • Sozialversicherungsbeitrag für Dienstnehmer: 18,07 % (Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag, Arbeiterkammerumlage und Wohnbauförderungsbeitrag)

    ACHTUNG: Der Dienstgeber muss einmal pro Jahr eine Lohnzettelmeldung (Formular L 16) mit den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Daten erstatten. Die Übermittlung des L 16 ist elektronisch mittels ELDA bis spätestens Ende Februar des folgenden Kalenderjahres vorzunehmen. Ausnahmsweise kann die Lohnzettelmeldung mit dem amtlichen Vordruck L 16 in Papierform bis spätestens Ende Jänner des folgenden Kalenderjahres an das zuständige Finanzamt erstattet werden. Wird das Dienstverhältnis beendet, so ist die Betreuungskraft bei der Gebietskrankenkasse abzumelden. Die Übermittlung des L 16 an die Gebietskrankenkasse oder an das Finanzamt muss in diesem Fall bis zum Ende des Folgemonats nach der Beendigung des Dienstverhältnisses erfolgen.

    ad 6. Meldung beim Finanzamt
    Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer selbst zu berechnen, einzubehalten und bis zum 15. des folgenden Kalendermonates an das zuständige Finanzamt abzuführen. Er haftet für die Einbehaltung und Abfuhr. Der Betreuungsperson ist monatlich eine Lohnabrechnung auszustellen. Für die Betreuungsperson ist ein Lohnkonto zu führen. Sofern die Betreuungskraft nicht den Rechtsvorschriften über Sozialversicherung eines anderen Staates unterliegt, hat der Arbeitgeber an das zuständige Finanzamt den Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds zu entrichten, wenn die Summe der monatlichen Bezüge aus allen Dienstverhältnissen 1.095 € übersteigt.

    Der Sachbezug erhöht die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge und der Lohnsteuer.

    Der Arbeitgeber hat nach Ablauf des Kalenderjahres bis Ende Januar bzw. bei elektronischer Übermittlung bis Ende Februar den Jahreslohnzettel an das zuständige Finanzamt (und den Krankenversicherungsträger) zu übermitteln.

    Quelle: www.vorarlberg.at S 47 ff [abgefragt am 02-05-2017]

  • Pflege

    Zum Begriff Pflege gehören alle Tätigkeiten, die dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) unterliegen. Diese Tätigkeiten dürfen nur von diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen oder Pflegehelfern unter deren Anleitung durchgeführt werden. Für Familienangehörige gilt die Unterscheidung zwischen Betreuung und Pflege nicht. Sie dürfen sowohl Betreuungs- als auch Pflegetätigkeiten in der Familie verrichten.

    Hinweis:
    Aufgrund der Änderung des Bundes-Pflegegeldgesetzes wird eine Förderung nur dann gewährt, wenn der Personenbetreuer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt:
    • theoretische Ausbildung, die der Heimhelferausbildung laut Sozialbetreuungsberufegesetz entspricht,
    • der Personenbetreuer betreut seit mindestens sechs Monaten den Förderwerber „sachgerecht“ oder
    • dem Personenbetreuer wurden pflegerische oder ärztliche Tätigkeiten entsprechend den Bestimmungen des GuKG bzw. des Ärztegesetzes übertragen.

    Quelle: www.vorarlberg.at S 10 [abgefragt am 02-05-2017]

  • Pflege-TÜV (Deutschland)

    Pflege-TÜV ist ein ungangssprachliches Schlagwort für die regelmäßigen Qualitätsprüfungen der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, die durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung im Auftrag der Landesverbände der Pflegekassen nach § 114 SGB XI durchgeführt werden. Da die Ergebnisse dieser Qualitätsprüfungen in Form von Pflegenoten dargestellt werden (§ 115 Abs. 1a SGB XI), wird Pflege-TÜV auch nur in der Bedeutug von Pflegenoten gebraucht.

    Die Qualitätsprüfungen und das Zustandekommern der Pflegenoten werden von Pflegeeinrichtungen und anderen kritisiert, weil die Prüfungen nicht nach wissenschaftlich fundierten Kriterien dürchgeführt werden. Die Ergebnisse werden als willkürlich und zufällig und als nicht geeignet angesehen, die Pflegequalität einer Einrichtung objektiv darzustellen. Auch die Unabhängigkeit des MDK wird in Frage gestellt, da dieser im Auftrag der Pflegekassen handele.

    Quelle: www.pflegewiki.de/wiki/Pflege-T%C3%9CV [abgefragt am 29-12-2015]

  • Pflegearten
  • Pflegeberater = Case Manager

    In Deutschland hat jeder das Recht, der Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nimmt, eine umfassende, individuelle und unabhängige Beratung durch einen Pflegeberater zu erhalten. Geregelt ist dieses Gesetz im § 7a SGB XI. Seit 30. Juni 2011 darf außerdem nur besonders qualifiziertes Personal, insbesondere Pflegefachkräfte, Sozialversicherungsfachangestellte oder Sozialarbeiter jeweils mit einer Zusatzqualifikation, eingesetzt werden.

    Quelle: www.pflegewiki.de/wiki/Pflegeberater [abgerufen am 10-12-2016]

    In Österreich gibt es diesen Rechtsanspruch nicht. Jeder der eine private Pflegeberatung in Anspruch nimmt, muß diese selbst bezahlen. Viele Krankenhäuser bieten diese Pflegeberatungen während eines Krankenhausaufenthaltes des Patienten kostenfrei an.

    Weiters gibt es auch keine gesetzliche Regelung über Qualität und Inhalt der Ausbildung. An der Donau Universität Krems gibt es den Lehrgang Gesundheits- und Pflegeberatung. Ein Schwerpunkt in der Ausbildung ist die Erlangung von Beratungskompetenzen in der Gesundsheits- und Pflegeversorgung.

    Folgende Dienstleistungen kann ein Pflegeberater anbieten:

    • Erfassung und Dokumentation des Pflegebedarfs – welche Pflegeform ist für die aktuelle Situation die richtge.
    • Informieren über finanzielle Ansprüche und Unterstützung bei Antragsstellung (z.B. Pflegegeld, Zuschuß des Sozialministeriums bei 24-Stunden-Pflege, länderspezifische Zuschüße im Pflegefall, etc.)
    • Informieren über rechtliche Belange wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, etc.
    • Informieren über Hilfsmittel und daraus entstehende Kosten
    • Erstellung eines auf den konkreten Fall abgestimmten Pflegeplans sowie Unterstützung bei der Umsetzung
    • Schulung von pflegerischen Tätigkeiten
    • Kontaktaufnahme und Koordinierung aller für die Versorgung des Patienten notwendigen Institutionen und Einrichtungen wie z.B. zuständige Ärzte, mobile Hilfsdienste, 24-Stunden-Betreuern, spezielle Einrichtungen für demente Patienten, etc.
    • Informieren über Entalstungsangebote pflegender Angehöriger
    • Beratung über notwendige Umgestaltungen bzw. Umbauten des Wohnbereiches

    Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Pflegegeld

    Die Pflegegeldgesetze haben zum Ziel, pflegebedürftigen Menschen durch die Gewährung von Pflegegeld die Möglichkeit zu bieten, sich die erforderliche Pflege und Betreuung zu sichern. Das Pflegegeld soll pflegebedingte Mehraufwendungen pauschal abgelten und dazu beitragen, ein selbstbestimmtes und nach den persönlichen Bedürfnissen orientiertes Leben zu führen.

    Um einen Anspruch auf Pflegegeld zu haben, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

    • Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird,
    • ständiger Pflegebedarf von monatlich mehr als 65 Stunden,
    • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich; unter bestimmten Voraussetzungen kann das Pflegegeld auch in einen EWR-Staat oder in der Schweiz geleistet werden.

    Quelle: www.sozialministerium.at/site/Soziales/Pflege_und_Betreuung/Pflegegeld/ [abgefragt am 14-04-2017]

     

    Höhe des Pflegegeldes:

    Pflegebedarf in Stunden pro Monat (ab 1.1.2015) Stufe   Betrag in € mtl. (ab 1.1.2016)
     mehr als   65 Stunden  1  157,30
     mehr als   95 Stunden  2  290,00
     mehr als 120 Stunden  3  451,80
     mehr als 160 Stunden  4  677,60
     mehr als 180 Stunden, wenn ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist  5  920,30
     mehr als 180 Stunden, wenn
    – zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
    – die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
     6  1.285,20
     mehr als 180 Stunden, wenn
    – keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
    – ein gleichzuachtender Zustand vorliegt
     7  1.688,90

     Quelle: https://www.help.gv.at [abgefragt am 14-04-2017]

     

    Maßgebend für die Stufen 1 – 4 ist der zeitliche Pflegeaufwand, der auf der Grundlage eines ärztlichen Sachverständigengutachtens ermittelt wird. Für die Stufen 5 – 7 ist neben dem zeitlichen Ausmaß ein zusätzliches Qualitätskriterium erforderlich.

    Für sehbehinderte, blinde und taubblinde Personen sowie Personen, die zur eigenständigen Lebensführung überwiegend auf den aktiven Gebrauch eines Rollstuhles angewiesen sind, wird mit gesetzlich verankerten Mindesteinstufungen den besonderen pflegerelevanten Bedürfnissen dieser behinderten Menschen Rechnung getragen.

    Quelle: www.pflegedaheim.at/cms/pflege/thema.html?channel=CH1693 [abgefragt am 21-11-2015]

     

    Bei Bezug einer erhöhten Familienbeihilfe wird ein Betrag von EUR 60,- abgezogen.

    Die Erschwerniszuschläge betragen für

    • schwerst behinderte Kinder und Jugendliche
      – bis zum vollendetem 7. Lebensjahr monatlich 50 Stunden
      – ab vollendetem 7. Lebensjahr bis vollendetem 15. Lebensjahr monatlich 75 Stunden
    • schwer geistig oder schwer psychisch behinderte, insbesondere demenziell erkankte Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr monatlich 25 Stunden

    Diagnosebezogene Mindesteinstufungen sind unabhängig vom tatsächlichen Pflegeaufwand vorgeschrieben wie folgt:

    • Stufe 3 für hochgradig Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer
    • Stufe 4 für Blinde sowie Rollstuhlfahrer, wenn zusätzlich eine Stuhl- oder Harninkontinenz beziehungsweise eine Blasen- oder Mastdarmlähmung vorliegt.
    • Stufe 5 für Taubblinde beziehungsweise Rollstuhlfahrer mit deutlichem Ausfall von Funktionen der oberen Extremität(en) = wenn zum Transfer in und aus dem (technisch adaptierten) Rollstuhl auf Grund der Behinderung im Bereich der oberen Extremität(en) die Hilfe einer anderen Person notwendig ist.

    Feststellung durch Sachverständige
    Im Bemühen einer stetigen Weiterentwicklung des Pflegevorsorgesystems führte das Sozialministerium in Kooperation mit der Pensionsversicherungsanstalt und dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband ein Pilotprojekt durch, in dessen Rahmen zwei getrennte Begutachtungen zur Feststellung des Pflegebedarfes durch medizinische und pflegerische Sachverständige erstellt wurden. Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass die Pflegefachkräfte besonders bei der Einstufung in den höheren Pflegegeldstufen hohe Kompetenz aufweisen.

    Ab 1. Jänner 2012 sollen daher bei Anträgen auf Erhöhung des Pflegegeldes ab der Pflegestufe 4 bei mehr als 180 Stunden bereits festgestelltem monatlichen Pflegebedarf diplomierte Pflegefachkräfte mit der Begutachtung befasst werden.

    Die Begutachtung für die Grundeinstufung betreffend die Zuerkennung des Pflegegeldes soll wie bisher durch ÄrztInnen erfolgen.

    Hinweis: Während eines stationären Spitalaufenthaltes ruht das Pflegegeld ab dem auf die Aufnahme in das Krankenhaus folgenden Tag.

    Antrag auf Pflegegeld
    Pflegegeld müssen Sie beantragen.

    Für Pflegegeldbezieher/innen des ehemaligen Bundessozialamtes ist seit 1.1.2014 die Pensionsversicherungsanstalt zuständig.

    Pensions- oder RentenbezieherInnen bringen den Antrag auf Pflegegeld beim zuständigen Versicherungsträger ein.

    Berufstätige Personen, mitversicherte Angehörige (z.B. als Hausfrau oder Kind) und BezieherInnen einer Mindestsicherung können das Pflegegeld bei der Pensionsversicherungsanstalt beantragen.

    Leistung einer anderen Institution für BezieherInnen von Pflegegeld:

    Quelle: www.sozialministeriumservice.at [Abfrage am 14-04-2017]

  • Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalt

    Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalt

  • Pflegekarenz

    Um eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu gewährleisten, besteht seit 01.01.2014 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit der Vereinbarung einer Pflegekarenz (gegen gänzlichen Entfall des Arbeitsentgeltes) oder einer Pflegeteilzeit (gegen aliquoten Entfall des Arbeitsentgeltes).

    Während dieser Zeit besteht ein Motivkündigungsschutz, ein Rechtsanspruch auf das Pflegekarenzgeld sowie eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung (beitragsfreie Kranken- und Pensionsversicherung).

    Ziel dieser Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit ist, insbesondere im Falle eines plötzlich auftretenden Pflegebedarfs einer/eines nahen Angehörigen oder zur Entlastung einer pflegenden Person für eine bestimmte Zeit, den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit einzuräumen, die Pflegesituation (neu) zu organisieren.

    Voraussetzungen
    Die Pflegekarenz/Pflegeteilzeit kann zur Pflege und/oder Betreuung von nahen Angehörigen, denen zum Zeitpunkt des Antritts Pflegegeld ab der Stufe 3 nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) zuerkannt wurde, schriftlich vereinbart werden. Für die Pflege und/oder Betreuung von demenziell erkrankten oder minderjährigen nahen Angehörigen genügt die Zuerkennung von Pflegegeld der Stufe 1. Im Falle eines akut auftretenden Pflegebedarfs sind die Pflegegeld-Entscheidungsträger bei Erklärung der beabsichtigten Inanspruchnahme einer Pflegekarenz/Pflegeteilzeit dazu angehalten, das Verfahren auf Gewährung oder Erhöhung des Pflegegeldes grundsätzlich binnen zwei Wochen abzuschließen (beschleunigtes Verfahren).

    Eine weitere Voraussetzung für den Antritt einer Pflegekarenz oder einer Pflegeteilzeit ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeberin/Arbeitgeber und Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer. Diese Vereinbarung kann getroffen werden, wenn das Arbeitsverhältnis seit ununterbrochen zumindest 3 Monaten besteht.

    Personenkreis
    Die Möglichkeit zur Vereinbarung einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit besteht für:

    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen
    • Bundes-, Landes- und Gemeindebedienstete

    Als nahe Angehörige gelten der Ehegatte und dessen Kinder, Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern, Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder, der Lebensgefährte und dessen Kinder, der eingetragene Partner und dessen Kinder sowie Geschwister, Schwiegereltern und Schwiegerkinder. Ein gemeinsamer Haushalt mit dem nahen Angehörigen ist nicht erforderlich.

    Dauer
    Da Pflegekarenz und Pflegeteilzeit Überbrückungsmaßnahmen darstellen, ist die Dauer mit ein bis drei Monaten festgelegt. Im Rahmen der Pflegeteilzeit darf die herabgesetzte wöchentliche Normalarbeitszeit nicht unter zehn Stunden liegen. Die Vereinbarung der Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit in mehreren Teilen (zeitliche Unterbrechung) ist nicht zulässig.

    Grundsätzlich kann Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit im Arbeitsverhältnis für ein und dieselbe zu pflegende/betreuende Person nur einmal vereinbart werden. Nur im Fall einer Erhöhung der Pflegegeldstufe der zu pflegenden/betreuenden Person ist einmalig eine neuerliche Vereinbarung der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit zulässig.

    Für eine zu pflegende/betreuende Person können auch mehrere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbaren. So können z.B. zwei Geschwister für denselben Elternteil für unterschiedliche Zeiträume jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit für eine Dauer von bis zu drei Monaten, also für insgesamt bis zu sechs Monaten, vereinbaren. Im Falle einer Erhöhung des Pflegebedarfs ist eine erneute Vereinbarung für dieselbe Angehörige/denselben Angehörigen möglich.

    Beachte: Das Pflegekarenzgeld gebührt jedoch nicht länger als maximal 12 Monate pro pflegebedürftiger Person (bei Inanspruchnahme durch zumindest zwei nahe Angehörige und neuerlicher Vereinbarung aufgrund der Erhöhung des Pflegebedarfs).

    Quelle: www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/6/2/8/CH3434/CMS1450375713476/pflegekarenz_pflegeteilzeit_broschuere_2014.pdf [abgefragt am 22-02-2016]

  • Pflegekarenzgeld

    Anspruch auf das Pflegekarenzgeld haben

    • Personen, die eine Pflegekarenz oder eine Pflegeteilzeit vereinbart haben (privatrechtliche Arbeitsverhältnisse);
    • Personen, die eine Pflegekarenz oder eine Pflegeteilzeit nach landesgesetzlichen Regelungen in Ausführung des Landarbeitsgesetzes 1984 vereinbart haben;
    • Personen, die eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit nach gleichartigen bundes- oder landesgesetzlichen Regelungen vereinbart haben (insbes. Bundes-, Landes- und Gemeindebedienstete);
    • Personen, die zum Zwecke der Sterbebegleitung einer/eines nahen Angehörigen oder der Begleitung von schwerst erkrankten Kindern eine Familienhospizkarenz / Familienhospizteilzeit in Anspruch nehmen;
    • Personen, die sich zum Zwecke der Pflegekarenz oder Familienhospizkarenz vom Bezug von Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe oder von der Kranken- und Pensionsversicherung nach § 34 Arbeitslosenversicherungsgesetz (AlVG) abgemeldet haben.

    Voraussetzungen

    • Vorliegen einer Vollversicherung (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung) aufgrund eines unmittelbar vor der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit liegenden, ununterbrochenen Arbeitsverhältnisses von zumindest drei Monaten
    • Schriftliche Vereinbarung der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber oder
    • Nachweis der Inanspruchnahme einer Familienhospizkarenz / Familienhospizteilzeit oder
    • Abmeldung vom Bezug des Arbeitslosengeldes oder der Notstandshilfe oder von der Kranken- und Pensionsversicherung nach § 34 AlVG (Zeiträume des Bezuges von Pflegekarenzgeld werden durch eine Erstreckung der Rahmenfrist für die Erfüllung der Anwartschaft auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung berücksichtigt.)
    • Erklärung der überwiegenden Pflege und Betreuung für die Dauer der Pflegekarenz/Pflegeteilzeit (entfällt bei Familienhospizkarenz)

    Wenn vor der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit eine geringfügige Beschäftigung vorlag, ist der Bezug eines Pflegekarenzgeldes nicht möglich!

    Dauer
    Nahe Angehörige können bei einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit – je nach vereinbarter Dauer mit der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber – zwischen ein und drei Monaten ein Pflegekarenzgeld beziehen. Bei einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit kann pro pflegebedürftiger Angehöriger/pflegebedürftigen Angehörigen das Pflegekarenzgeld grundsätzlich für bis zu sechs Monate bezogen werden (vorausgesetzt dass zumindest zwei nahe Angehörige in Pflegekarenz/Pflegeteilzeit gehen).

    Sollte sich der Pflegebedarf wesentlich erhöhen – um mindestens eine Pflegegeldstufe – kann nach einer erneuten Vereinbarung der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit für dieselbe Angehörige/denselben Angehörigen einmalig wieder ein Pflegekarenzgeld bezogen werden.

    Die Gesamtdauer des Bezuges des Pflegekarenzgeldes darf für dieselbe zu pflegende bzw. zu betreuende Person insgesamt 12 Monate nicht überschreiten!

    Bei einer Familienhospizkarenz / Familienhospizteilzeit gebührt das Pflegekarenzgeld für die Dauer der Maßnahme. Die Sterbebegleitung kann bis zu insgesamt sechs Monate pro Anlassfall in Anspruch genommen werden. Bei der Begleitung von schwerst erkrankten Kindern sind bis zu insgesamt neun Monate pro Anlassfall möglich.

    Pflegekarenzgeld bei Pflegekarenz und Familienhospizkarenz
    Der Grundbetrag des Pflegekarenzgeldes ist einkommensabhängig und gebührt in derselben Höhe wie das Arbeitslosengeld (55% des täglichen Nettoeinkommens, die Berechnung erfolgt anhand des durchschnittlichen Bruttoentgelts des letzten bzw. vorletzten Kalenderjahres), zumindest jedoch in Höhe der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Für unterhaltsberechtigte Kinder gebühren Kinderzuschläge.

    Wird Familienhospizkarenz in Anspruch genommen, so besteht die Möglichkeit, zusätzlich einen Zuschuss aus dem Familienhospizkarenz-Härteausgleich zu bekommen. Diese zusätzliche Leistung kann gemeinsam mit dem Pflegekarenzgeld beantragt werden.

    Aliquotes Pflegekarenzgeld bei Pflegeteilzeit sowie bei Familienhospizteilzeit
    Da im Falle einer Pflegeteilzeit/Familienhospizteilzeit die Arbeitszeit reduziert und das Einkommen verringert wird, gebührt das Pflegekarenzgeld aliquot. Das Pflegekarenzgeld berechnet sich bei der Pflegeteilzeit/Familienhospizteilzeit grundsätzlich anhand der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttoentgelt vor und während der Maßnahme bezogenen Arbeitsentgelt ohne Sonderzahlungen.

    Der so errechnete Grundbetrag gebührt monatlich jedoch zumindest in Höhe des Geringfügigkeitseinkommens aliquot zur Reduktion der Arbeitszeit (Beispiel: Wird die Arbeitszeit um die Hälfte reduziert, so gebührt das Pflegekarenzgeld zumindest in Höhe der Hälfte der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze).

    Pflegekarenzgeld bei Abmeldung einer Leistung aus der Arbeitslosenversicherung (AlVG)
    Für beschäftigungslose Personen, die aufgrund der Pflege und/oder Betreuung einer/eines nahen Angehörigen oder aufgrund einer Familienhospizkarenz dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, besteht die Möglichkeit, sich vom Bezug von Arbeitslosengeld oder Notstandhilfe abzumelden. Diese Möglichkeit besteht weiters für Personen, die nach den Bestimmungen des § 34 AlVG kranken- und pensionsversichert sind, jedoch aufgrund der Anrechnung des PartnerInneneinkommens keinen Anspruch auf Notstandshilfe haben.

    Diesem Personenkreis gebührt, nachdem sich das Pflegekarenzgeld nach den Bestimmungen des Arbeitslosengeldes berechnet, ein Pflegekarenzgeld in Höhe der zuletzt bezogenen Leistung aus der Arbeitslosenversicherung. In diesem Fall gebührt zumindest ein monaltliches Pflegekarenzgeld in Höhe der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze gemäß (2015: € 405,98).

    Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Sozialministeriumservice, welches auch über die Gewährung, Entziehung oder Neubemessung eines Pflegekarenzgeldes entscheidet. Der Antrag auf Pflegekarenzgeld ist spätestens innerhalb von 14 Tagen ab Beginn der Pflegekarenz/-teilzeit bzw. Familienhospizkarenz/-teilzeit beim Sozialministeriumservice, Landesstelle Steiermark, zu stellen. Bei späterer Antragstellung gebührt das Pflegekarenzgeld erst ab Antragstellung. Bei Antragstellung nach Ende der Maßnahme gebührt kein Pflegekarenzgeld!

     

    Quelle: Sozialministerium [abgefragt am 13-04-2017]

  • Pflegeteilzeit

    Um eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu gewährleisten, besteht seit 01.01.2014 für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit der Vereinbarung einer Pflegekarenz (gegen gänzlichen Entfall des Arbeitsentgeltes) oder einer Pflegeteilzeit (gegen aliquoten Entfall des Arbeitsentgeltes).

    Während dieser Zeit besteht ein Motivkündigungsschutz, ein Rechtsanspruch auf das Pflegekarenzgeld sowie eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung (beitragsfreie Kranken- und Pensionsversicherung).

    Ziel dieser Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit ist, insbesondere im Falle eines plötzlich auftretenden Pflegebedarfs einer/eines nahen Angehörigen oder zur Entlastung einer pflegenden Person für eine bestimmte Zeit, den betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit einzuräumen, die Pflegesituation (neu) zu organisieren.

    Voraussetzungen
    Die Pflegekarenz/Pflegeteilzeit kann zur Pflege und/oder Betreuung von nahen Angehörigen, denen zum Zeitpunkt des Antritts Pflegegeld ab der Stufe 3 nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) zuerkannt wurde, schriftlich vereinbart werden. Für die Pflege und/oder Betreuung von demenziell erkrankten oder minderjährigen nahen Angehörigen genügt die Zuerkennung von Pflegegeld der Stufe 1. Im Falle eines akut auftretenden Pflegebedarfs sind die Pflegegeld-Entscheidungsträger bei Erklärung der beabsichtigten Inanspruchnahme einer Pflegekarenz/Pflegeteilzeit dazu angehalten, das Verfahren auf Gewährung oder Erhöhung des Pflegegeldes grundsätzlich binnen zwei Wochen abzuschließen (beschleunigtes Verfahren).

    Eine weitere Voraussetzung für den Antritt einer Pflegekarenz oder einer Pflegeteilzeit ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeberin/Arbeitgeber und Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer. Diese Vereinbarung kann getroffen werden, wenn das Arbeitsverhältnis seit ununterbrochen zumindest 3 Monaten besteht.

    Personenkreis
    Die Möglichkeit zur Vereinbarung einer Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit besteht für:

    • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen
    • Bundes-, Landes- und Gemeindebedienstete

    Als nahe Angehörige gelten der Ehegatte und dessen Kinder, Eltern, Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern, Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptiv- und Pflegekinder, der Lebensgefährte und dessen Kinder, der eingetragene Partner und dessen Kinder sowie Geschwister, Schwiegereltern und Schwiegerkinder. Ein gemeinsamer Haushalt mit dem nahen Angehörigen ist nicht erforderlich.

    Dauer
    Da Pflegekarenz und Pflegeteilzeit Überbrückungsmaßnahmen darstellen, ist die Dauer mit ein bis drei Monaten festgelegt. Im Rahmen der Pflegeteilzeit darf die herabgesetzte wöchentliche Normalarbeitszeit nicht unter zehn Stunden liegen. Die Vereinbarung der Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit in mehreren Teilen (zeitliche Unterbrechung) ist nicht zulässig.

    Grundsätzlich kann Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit im Arbeitsverhältnis für ein und dieselbe zu pflegende/betreuende Person nur einmal vereinbart werden. Nur im Fall einer Erhöhung der Pflegegeldstufe der zu pflegenden/betreuenden Person ist einmalig eine neuerliche Vereinbarung der Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit zulässig.

    Für eine zu pflegende/betreuende Person können auch mehrere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit vereinbaren. So können z.B. zwei Geschwister für denselben Elternteil für unterschiedliche Zeiträume jeweils eine Pflegekarenz oder Pflegeteilzeit für eine Dauer von bis zu drei Monaten, also für insgesamt bis zu sechs Monaten, vereinbaren. Im Falle einer Erhöhung des Pflegebedarfs ist eine erneute Vereinbarung für dieselbe Angehörige/denselben Angehörigen möglich.

    Beachte: Das Pflegekarenzgeld gebührt jedoch nicht länger als maximal 12 Monate pro pflegebedürftiger Person (bei Inanspruchnahme durch zumindest zwei nahe Angehörige und neuerlicher Vereinbarung aufgrund der Erhöhung des Pflegebedarfs).

    Quelle: Sozialministerium [abgefragt am 13-04-2017]

     

  • Pflegevertretung

    Auch unter den Begriffen Ersatzpflege, Verhinderungspflege zu finden.

    Wenn pflegende Angehörige wegen Krankheit, Urlaub oder anderen Gründen verhindert sind, benötigen sie jemanden, der sie in der Zeit der Verhinderung vertritt und die Pflege des zu betreuenden Angehörigen übernimmt. Das Sozialministerium bietet unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung an.

    Zuwendungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger
    Sie pflegen seit mindestens einem Jahr überwiegend

    • einen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld der Stufe 3-7 nach dem Bundespflegegeldgesetz oder
    • einen nahen Angehörigen mit einer nachweislich demenziellen Erkrankung und mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz
    • oder einen minderjährigen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz

    und Sie sind wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen wichtigen Gründen verhindert, diese Pflege selbst zu erbringen?

    In diesem Fall bieten wir finanzielle Unterstützung an, damit Sie sich durch eine professionelle oder private Ersatzpflege vertreten lassen können.

    Höhe der finanziellen Unterstützung

    • bei Pflegegeld der Stufe 1-3: EUR 1.200,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 4: EUR 1.400,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 5: EUR 1.600,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 6: EUR 2.000,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 7: EUR 2.200,-

    Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche. Bei demenziell erkrankten Personen und bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist die Förderung bereits für eine Ersatzpflege von mindestens 4 Tagen möglich.
    Nur nachgewiesene Kosten können berücksichtigt werden.

    Auf die Gewährung von Zuwendungen besteht kein Rechtsanspruch.

    Feststellung durch Fachpersonal
    Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung der/des Betroffenen (Befundbericht) durch

    • eine neurologische oder psychiatrische Fachabteilung eines Krankenhauses
    • eine gerontopsychiatrische Tagesklinik bzw. Ambulanz
    • ein gerontopsychiatrisches Zentrum
    • eine/n FachärztIn für Psychiatrie und/oder Neurologie

    Einkommensgrenzen
    Das monatliche Netto-Gesamteinkommen des pflegenden Angehörigen darf folgende Beträge nicht übersteigen:

    • EUR 2.000,- bei Pflegegeldstufe 1-5
    • EUR 2.500,- bei Pflegegeldstufe 6-7

    Die Einkommensgrenze erhöht sich je unterhaltsberechtigten Angehörigen um EUR 400,-, bei unterhaltsberechtigten Angehörigen mit Behinderung um EUR 600,-.
    Kein anrechenbares Einkommen sind zum Beispiel Familien- und Studienbeihilfen, Sonderzahlungen oder Leistungen nach den Sozialhilfegesetzen der Länder.

    Quelle: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige [abgefragt am 28-10-2015]

  • Polypharmazie

    Unter Polypharmazie (Multipharmazie) versteht man die gleichzeitige Verordnung von mehreren Medikamenten bei einer Person. Ab Einnahme von 5 verschiedenen Medikamenten pro Quartal spricht die WHO von Polypharmazie.

    Die Ursachen für eine Polypharmazie sind unterschiedlich:

    • ein Patient hat mehrere behandelnde Ärzte. Diese wissen nichts oder nur unzureichend über die verabreichte Mediaktion der anderen Ärzte. Dadurch kann es zu Wechselwirkungen und im schlimmsten Fall zu Komplikationen kommen;
    • rezeptfreie Medikamente werden vom Patienten eingenommen, ohne dem Behandelnden Arzt zu informieren;
    • es bestehen gleichzeitig mehrere behandlungsbedürftige Erkrankungen. Jede dieser Erkrankungen ist mit verschiedenen Medikamenten zu behandeln;
    • die Wirkung eines Medikamentes läßt nach längerer Einnahme  nach und muß mit zusätzlichen Medikamenten behandelt werden, um die Wirkung, die erforderlich ist, zu erreichen. (z.B. bei chronischen Erkrankungen wie Bluthochdruck, Asthma, Chronischer Obstruktiver Lungenerkrankung – COPD, Parkinson-Syndrom, etc.);
    • ein Medikament wird verabreicht und weitere sind erforderlich, um die Nebenwirkungen abzuschwächen;
    • Selbstmedikation – wenn zu den eigenen Medikamten noch jene des Ehepartners eingenommen werden, weil sie diesem ja so gut geholfen haben.

     

  • Rahmenfristerstreckung in der Arbeitslosenversicherung

    Die besondere Situation jener pflegender Angehöriger, die aus der Arbeitslosenversicherung ausscheiden, wird durch eine Erstreckung der Rahmenfrist für die Erfüllung der Anwartschaft auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe) im Arbeitslosenversicherungsgesetz berücksichtigt.

    Die Rahmenfrist verlängert sich um Zeiträume der häuslichen Pflege eines nahen Angehörigen mit Anspruch auf mindestens Pflegegeld der Stufe 3 sofern

    vorliegt.

    Zudem verlängert sich die Rahmenfrist um höchstens fünf Jahre um Zeiträume, in denen eine arbeitslose Person eine

    Somit besteht die Möglichkeit, die Zeiten der Pflege sowohl in der Pensions- als auch in der Arbeitslosenversicherung zu berücksichtigen.

     

    Quelle: www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360551.html [abgefragt am 22-02-2016]

  • Rotes Kreuz

    Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) ist mit 7.285 hauptberuflichen und rund 64.720 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine von weltweit 189 Rotkreuz- bzw. Rothalbmond-Gesellschaften.
    Die Nationale Gesellschaft des Österreichischen Roten Kreuzes wurde 1880 gegründet. Die Aufgaben: Rettungs- und Krankentransport-Dienst, Gesundheit- und Soziale Dienste, Blutspendedienst, Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit, Suchdienst, Aus- und Fortbildung, werden an mehr als 1.000 Standorten in Österreich durchgeführt.

    Der föderalistische Aufbau und eine geeignete Organisationsform mit praxisorientierten Aufgabenteilungen und Kompetenzen ermöglichen die optimale Erfüllung der Rotkreuz-Aufgaben.

    Das Österreichische Jugendrotkreuz ist eine Teilorganisation des Österreichischen Roten Kreuzes. Ebenso wie das Rote Kreuz ist das ÖJRK eine unpolitische und überparteiliche Vereinigung, deren Aufgabe es ist, junge Menschen zu humanitärer Gesinnung und zu mitmenschlichen Verhalten hinzuführen sowie konkrete Hilfe zu leisten. Gleichzeitig erfüllt das ÖJRK die Aufgabe, das Gedankengut des Roten Kreuzes sowie Geist und Inhalt der Genfer Rotkreuz-Abkommen und der Zusatzprotokolle zu verbreiten.

    Menschen im Roten Kreuz
    Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes sind immer den Betroffenen nah, sie helfen im Inland und im Ausland. Sie engagieren sich freiwillig und hauptberuflich und vermitteln Vertrauen und Glaubwürdigkeit durch Ihre fachliche und soziale Qualifikation.

    Quelle: https://www.roteskreuz.at/organisieren/organisation/struktur-organisation/ [Abfrage am 28-10-2015]

  • Sachwalterschaft

    In unserer Gesellschaft, die sich durch eine steigende Lebenserwartung der Bevölkerung auszeichnet, ist die Betreuung von alten und/oder pflegebedürftigen Menschen besonders wichtig. Wenn diese psychisch krank oder geistig behindert und daher nicht mehr fähig sind, ihre Geschäfte ohne Nachteil für sich wahrzunehmen, wird bei Gericht eine Sachwalterin/ein Sachwalter bestellt. Sie/er übernimmt dann die gesetzliche Vertretung der Person.

    Die gesetzliche Vertretung von psychisch kranken und geistig behinderten Erwachsenen ist seit 1984 im Rahmen der Sachwalterschaft geregelt. Damit wurde die zuvor geltende Praxis der „Entmündigung“ aufgehoben.

    Eine Sachwalterschaft regelt die Entziehung oder Einschränkung der Rechte einer Person.

    Eine Sachwalterin/ein Sachwalter wird für Personen nach Vollendung des 18. Lebensjahres bestellt, wenn diese aufgrund einer

    • geistigen Behinderung oder
    • psychischen Krankheit

    nicht fähig sind, ihre Geschäfte ohne Nachteil für sich selbst zu besorgen.

    Dies kann sowohl Rechtsgeschäfte (Vermögenssorge) als auch ärztliche oder soziale Betreuung (Personensorge) betreffen.

    Sachwalterinnen/Sachwalter übernehmen die Besorgung aller oder einzelner Angelegenheiten der betroffenen Person, die diese nicht ohne Gefahr eines Nachteils für sich selbst besorgen kann.

    Es ist jedoch vor Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters darauf Rücksicht zu nehmen, ob beispielsweise eine

    • gesetzliche Vertretungsbefugnis einer nächsten Angehörigen/eines nächsten Angehörigen oder,
    • Vorsorgevollmacht oder
    • verbindliche Patientenverfügung

    vorliegt.

    Die Geschäftsfähigkeit wird nur soweit eingeschränkt, als es unbedingt notwendig ist. Damit soll die Betroffene/der Betroffene ausreichend vor Nachteilen geschützt werden. In den nicht von der Sachwalterschaft betroffenen Bereichen soll sie/er ihr/sein Leben jedoch weiterhin frei von Einschränkungen gestalten können.

    Die Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters ist grundsätzlich nachrangig. Zuerst müssen andere Möglichkeiten der Unterstützung eines psychisch kranken oder behinderten Menschen (z.B. durch Familienmitglieder oder durch soziale Einrichtungen) ausgeschöpft werden.

    Die Sachwalterin/der Sachwalter wird auf unbestimmte Zeit bestellt. Das Gericht prüft jedoch regelmäßig, ob die Voraussetzungen für die Sachwalterschaft weiter gegeben sind, die Sachwalterschaft beendet werden kann oder ob der Aufgabenkreis der Sachwalterin/des Sachwalters aufgrund geänderter Voraussetzungen des Betroffenen einzuschränken oder zu erweitern ist.

    Durch die sogenannte Sachwalterverfügung kann die Betroffene/der Betroffene schon vor Eintreten einer Sachwalterschaft eine geeignete Person für die Sachwalterschaft nennen. Dieser Wunsch ist dann jedenfalls bei der Bestellung einer Sachwalterin/eines Sachwalters einzubeziehen.

    Die Sachwalterverfügung kann im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert werden. Wenden Sie sich dazu bitte an eine Notarin/einen Notar oder eine Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt. Für die Registrierung im ÖZVV fällt eine einmalige Registrierungsgebühr an.

    Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der vier Sachwaltervereine:

    Ausführliche Erläuterungen erhalten Sie auch in den Broschüren „Sachwalterschaft: Wissenswertes für Betroffene, Angehörige und Interessierte„, „Angehörigenvertretung und Bankgeschäfte“ sowie „Das Sachwalterrecht – leicht verständlich“ erstellt vom Bundesministerium für Justiz in Kooperation mit oben genannten Sachwaltervereinen.

    Quelle: https://www.help.gv.at [abgefragt am 13-04-2017]

  • Samariterbund

    Seit der Gründung vor mehr als 80 Jahren ist der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs seiner obersten Verpflichtung treu geblieben: Die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der Non-Profit-Organisation leisten für ältere Menschen, Kranke, Verletzte und in Not Geratene Hilfe von Mensch zu Mensch – unabhängig von deren ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Weltanschauung.

    Das Aufgabengebiet des Samariterbundes hat sich in den vergangenen Jahren enorm erweitert – vom klassischen Rettungs- und Krankentransport hin zu Gesundheits- und sozialen Diensten wie etwa Pflege, Aslywerber- und Obdachlosenbetreuung, sowie Entwicklungszusammenarbeit, Katastrophenhilfsdienst und Jugendarbeit.

    Insgesamt zählt der Samariterbund mehr als 240.000 Mitglieder und Förderer in ganz Österreich. Bei der Erfüllung der vielfältigen Aufgaben sind über 8.200 ehren- und hauptamtliche MitarbeiterInnen im Einsatz.

    Quelle: www.samariterbund.net/ueber-uns/ [abgefragt am 22-02-2016]

  • Satzung

    Rechtsnorm der Sozialversicherungsträger zur Regelung beitrags- und leistungsrechtlicher Angelegenheiten.

  • Schluckstörung – Dysphagie

    Eine Dysphagie oder Schluckstörung tritt auf, wenn eine der am Schluckakt beteiligten Strukturen in ihrer Funktion bzw. deren Zusammenwirken beeinträchtigt ist. Somit können alle Erkrankungen und Leiden im Bereich der Mundhöhle und ihrer Begrenzungen, des Rachens, der Speiseröhre und des Mageneingangs, daneben vor allem auch neurologische Probleme sowie psychische Störungen eine ursächliche Rolle spielen. Die Dysphagie kann mit oder ohne Schmerzen einhergehen. Der schmerzhafte Schluckakt wird auch als Odynophagie bezeichnet.

    Da Schluckstörungen erhebliche Beeinträchtigungen des körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens nach sich ziehen, bedürfen sie immer einer Abklärung.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dysphagie [abgefragt am 24-04-2016]

    Hinweis: es gibt einen Blog, der sich dem barrierefreien Essen für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen widmet –> www.geschmeidigekoestlichkeiten.at

  • Selbsthilfeorganisationen

    In der Datenbank selbsthilfe.at finden Sie zu folgenden Themen Selbsthilfegruppen:

     

    Auf dem Gesundheitsportal des Gesundheitsministeriums kann ebenfalls nach Selbsthilfegruppen gesucht werden.

    Ebenso bietet der Fonds Gesundes Österreich Suchmöglichkeiten und Informationen zum Thema Selbsthilfe.

  • Selbstversicherung in der Krankenversicherung bei Pflege eines behinderten Kindes

    Personen, die sich der Pflege ihres im gemeinsamen Haushalt lebenden behinderten Kindes widmen und die Voraussetzungen für die kostenlose Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes erfüllen, können sich bei sozialer Schutzbedürftigkeit in der Krankenversicherung auf Antrag selbstversichern, sofern sie nicht in der Krankenversicherung pflichtversichert oder als Angehörige mitversichert sind.
    Versicherungsbeiträge fallen nicht an; diese werden zur Gänze aus Mitteln des Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen vom Bund beglichen.
    Nähere Informationen bezüglich Versicherungsbeginn, Wartezeit und Sperrfrist erhalten Sie bei der Krankenkasse (Sozialversicherung). Zuständig ist der Krankenversicherungsträger, bei dem Sie zuletzt versichert waren. Sollten Sie zuvor noch nicht krankenversichert gewesen sein, ist die jeweilige Gebietskrankenkasse zuständig.

    Quelle: www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270220.html [abgefragt am 22-12-2015]

  • Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für pflegende Angehörige

    Die Selbstversicherung für Zeiten der Pflege naher Angehöriger kann auch neben einer aufgrund einer Erwerbstätigkeit bestehenden Pflichtversicherung in Anspruch genommen werden.

    Voraussetzungen

    • Anspruch des pflegebedürftigen Angehörigen auf ein Pflegegeld zumindest der Stufe 3
    • erhebliche Beanspruchung der Arbeitskraft durch die Pflege in häuslicher Umgebung
    • Wohnsitz im Inland

    Höhe der Beiträge

    Ab 1.08.2009 werden die dafür fälligen Beiträge unbefristet vom Bund übernommen, sodass der freiwillig versicherten Person keine Kosten erwachsen.

    Diese Selbstversicherung kommt pro Pflegefall nur für eine Person in Betracht und bleibt auch während eines zeitweiligen stationären Krankenhausaufenthaltes der zu pflegenden Person aufrecht.

    Nähere Informationen zu dieser Versicherungsmöglichkeit erhalten Sie beim zuständigen Pensionsversicherungsträger z.B. PVA

    Antragsformular: PVA

    Quelle: www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270240.html [abgefragt am 22-02-2016]

  • Selbstversicherung in der Pensionsversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes

    Frauen oder Männer, die sich der Pflege ihres behinderten Kindes widmen, können sich auf Antrag in der Pensionsversicherung selbst versichern. Der versicherten Person erwachsen dabei keine Kosten. Die Selbstversicherung kann auch dann beantragt werden, wenn bisher noch keine Pensionsversicherung bestanden hat. Die Selbstversicherung ist längstens bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres des Kindes möglich.

    Voraussetzungen

    • gemeinsamer Haushalt
    • Wohnsitz im Inland
    • überwiegende Beanspruchung der Arbeitskraft durch die Pflege des Kindes

    Die Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes ist für die Zeit ausgeschlossen, in der jemand

    • eine Eigenpension aus der gesetzlichen Pensionsversicherung bezieht oder
    • als Beamter oder ähnlich gesicherter Dienstnehmer beschäftigt ist oder als ehemaliger Beamter einen Ruhegenuss bezieht oder
    • versicherungsrechtlich so geschützt ist, dass eine Ersatzzeit in der Pensionsversicherung erworben wird (das ist z.B. bei Bezug von Wochen-, Kranken- oder Arbeitslosengeld und während der Kindererziehungszeit für die ersten 48 Monate nach der Geburt eines Kindes).

     

    Beginn der Versicherung
    Der Versicherungsbeginn kann vom Antragsteller gewählt werden. Der frühestmögliche Zeitpunkt ist

    • der Monatserste, ab dem erhöhte Familienbeihilfe gewährt wird bzw.
    • der Tag der Erfüllung der letzten Voraussetzung bzw.
    • der auf den Wegfall eines Ausschließungsgrundes folgende Tag.

    Grundsätzlich kann die Selbstversicherung maximal 12 Monate vor der Antragstellung eingegangen werden. Seit 1.1.2013 ist nun unter bestimmten Voraussetzungen die Selbstversicherung für Zeiten der Pflege eines behinderten Kindes bis zu 10 Jahre rückwirkend möglich (maximal aber rückwirkend bis 1988).

    Nähere Informationen zu dieser Versicherung erhalten Sie beim Pensionsversicherungsträger z.B. PVA

    Antragsformular: PVA

    Quelle: www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/27/Seite.270220.html [abgefragt am 22-02-2016]

  • Sozialversicherung für selbständige Personenbetreuerinnen

    Jeweils am 01. Jänner eines Jahres ändert sich die Höhe der Sozialversicherung für selbständige Personenbetreuerinnen.

    Für 2017 beträgt sie monatlich € 182,26.
    Für 2016 beträgt sie monatlich € 181,12.

    In den ersten drei Kalenderjahren werden nur vorläufige Beiträge vorgeschrieben, die nachträglich erneut berechnet werden. Diese Regelung ist als Erleichterung für die ersten drei Jahre der Betriebsgründung gedacht.

    Ab dem vierten Jahr der Selbständigkeit wird die vorläufige Beitragsgrundlage von den Einkünften des drittvorangegangenen Jahres (z. B. 2013 für 2016) und den damals vorgeschriebenen Pensions- und Krankenversicherungsbeiträgen abgeleitet.

    Quelle: SVA [abgefragt am 09-05-2017]

  • Sozialversicherungsrechtliche Absicherung

    Pflegenden Angehörigen gebührt Wertschätzung und Anerkennung für ihre wertvolle Pflegetätigkeit und ihr Engagement! Denn mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden zu Hause durch Angehörige gepflegt. Zum überwiegenden Teil leisten Frauen diese oft schwierige Aufgabe. Nur diese Pflege im Familienkreis ermöglicht die umfassende Betreuung aller Pflegebedürftigen. Pflege ausschließlich durch professionelle Kräfte könnte sich der Staat nicht leisten und wäre auch nicht zu bewerkstelligen. Durch die Einführung des Pflegegeldes können Sie als Hauptpflegeperson einen finanziellen Beitrag von dem oder der Pflegebedürftigen erhalten; außerdem kann somit professionelle Unterstützung zu Ihrer Entlastung organisiert werden.

    Es kommt vielfach vor, dass die Pflege von Angehörigen derart aufwändig ist, dass die Pflegeperson die Arbeitszeit reduzieren muss oder die Erwerbstätigkeit überhaupt aufgibt. Der Bundesgesetzgeber hat diesem Umstand Rechnung getragen und sukzessive Maßnahmen geschaffen, um pflegende Angehörige finanziell und sozialversicherungsrechtlich abzusichern. So soll der Verbleib pflegebedürftiger Menschen in ihrer gewohnten Umgebung sichergestellt werden.

    Folgende Maßnahmen in der Pensionsversicherung und der Krankenversicherung dienen der sozialversicherungsrechtlichen Absicherung von pflegenden Angehörigen:

    Ebenso besteht für pflegende Angehörige während einer Pflegekarenz oder einer Familienhospizkarenz eine kranken- und pensionsversicherungsrechtliche Absicherung. Nähere Informationen dazu finden Sie im Themenbereich Pflegekarenzgeld.

    Quelle:

  • Sterbebegleitung

    In der Sterbebegleitung geht es darum, Menschen in den letzten Wochen vor ihrem Tod Beistand in Form von Trost und einfühlsamer Betreuung zu leisten. Für Menschen im Sterbeprozess ist vor allem menschliche Zuwendung besonders wichtig. Sterbebegleitung erwächst aus dem sozialen Miteinander und es bedarf dazu keiner besonderen Fähigkeiten außer der mitmenschlichen Geste. Die Unsicherheiten auf diesem Gebiet sind aber größer geworden durch die Tatsache, dass kaum jemand mehr das Sterben in seinem Umfeld erlebt. Mittlerweile werden von verschiedenen Organisationen Fortbildungen zum Thema Sterben angeboten, um diesen Unsicherheiten zu begegnen.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sterbebegleitung [abgefragt am 05-11-2015]

  • Steuerliche Absetzbarkeit

    Bei einer „24-Stunden-Betreuung“ sind dadurch entstehende Aufwendungen und Kosten (z.B. Kosten für das Betreuungspersonal, Vermittlungskosten, Arzneimittel, Pflegemittel) als „außergewöhnliche Belastung“ im Folgejahr steuerlich absetzbar. Dabei werden eventuell bezogene steuerfreie Zuschüsse (Pflegegeld, Förderung der „24-Stunden-Betreuung„) abgezogen. (Anmerkung der Redaktion: auch Kosten der mobilen Betreuung können steuerlich abgesetzt werden.)

    Die außergewöhnliche Belastung kann dabei von der betreuten Person oder von der alleinverdienenden (Ehe-)Partnerin/dem alleinverdienenden (Ehe-)Partner in voller Höhe geltend gemacht werden.

    Hat die betreute Person ein eigenes Einkommen, sind die Betreuungskosten grundsätzlich von ihr selbst zu tragen. Werden Betreuungskosten von der (Ehe-)Partnerin/dem (Ehe-)Partner gezahlt, kann diese/dieser insoweit eine außergewöhnliche Belastung geltend machen, da sonst das steuerliche Existenzminimum (11.000 Euro jährlich) der betreuten Person belastet wäre.

    Auch weitere unterhaltsverpflichtete Personen (z.B. Kinder) können die außergewöhnliche Belastung geltend machen, sofern nicht innerhalb zeitlicher Nähe zum Eintritt der Pflegebedürftigkeit (sieben Jahre) von der Pflegebedürftigen/dem Pflegebedürftigen Vermögen unter der Bedingung der späteren Pflege übertragen wurde. Bis zur Überschreitung des übertragenen Vermögenswertes durch die Summe der übernommenen Zahlungen liegt keine Abzugsfähigkeit vor. Im Fall der Abzugsfähigkeit der Kosten für den Unterhaltsverpflichteten wird jedoch ein Selbstbehalt abgezogen, der sich nach der Einkommenshöhe der Steuerpflichtigen/des Steuerpflichtigen richtet und derzeit zwischen sechs und zwölf Prozent liegt. Kann die Steuerpflichtige/der Steuerpflichtige Absetzbeträge, wie Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag bzw. Kinder- oder Unterhaltsabsetzbetrag, in Anspruch nehmen, vermindert sich der Selbstbehalt um jeweils ein Prozent. Steht kein Alleinverdienerabsetzbetrag zu, vermindert sich der Selbstbehalt um ein Prozent, wenn die Einkünfte der (Ehe-)Partnerin/des (Ehe-)Partners weniger als 6.000 Euro im Jahr betragen, die Ehe oder eingetragene Partnerschaft mehr als sechs Monate im Kalenderjahr bestanden hat und die (Ehe-)Partner nicht dauernd getrennt leben.

    Die außergewöhnliche Belastung ist durch den Nachweis der tatsächlich angefallenen Kosten (z.B. Zahlungsbelege, Rechnungen) im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung geltend zu machen. Belege müssen für allfällige Nachprüfungen durch das zuständige Wohnsitzfinanzamt bis zu sieben Jahre aufbewahrt werden.

    Weitere Informationen über die Zuständigkeiten der Finanzämter finden sich auf USP.gv.at.
    TIPP
    Genauere Informationen zur Durchführung Ihrer steuerlichen Veranlagung (Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommensteuererklärung) finden sich auf HELP.gv.at. Weitere steuerliche Informationen zur „24-Stunden-Betreuung“ nach dem Hausbetreuungsgesetz bietet das Bundesministerium für Finanzen. Das Steuerbuch 2015, 2016 des Bundesministeriums für Finanzen bietet zusätzliche Tipps in Steuerfragen.

    Quelle: www.help.gv.at [abgefragt am 14-04-2017]
  • Tagesbetreuung

    Tageszentren sind Einrichtungen, in denen Seniorinnen und Senioren tagsüber betreut werden. Die Leistungen umfassen ein Abhol- bzw. Heimtransport-Service, Verpflegung, bedarfsgerechte Pflege sowie je nach Bedarf und Interesse Ergo-, Physio- oder Psychotherapie, Ausflüge, Veranstaltungen und Beratung für pflegende Angehörige.
    Für die Betreuung und Pflege im Tageszentrum stehen Fachkräfte zur Verfügung, wie beispielsweise diplomiertes Pflegepersonal, Psychologinnen/Psychologen, Ergo- und Psychotherapeutinnen/ -therapeuten oder Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter.

    Das Betreuungsangebot in einem Tageszentrum besteht in der Regel werktags von 8:00 bis 17:00 Uhr. Gemeinsame Mahlzeiten wie Frühstück, Mittagessen, Jause strukturieren den Tag in dieser teilstationären Einrichtung. Dazwischen bleibt Zeit für Einzel- oder Gruppenangebote, wie z.B. Gedächtnistraining, Gesprächsrunden, Musik, kreatives Werken, Gymnastik oder Spaziergänge.

    Der regelmäßige Besuch eines Tageszentrums bietet den Seniorinnen und Senioren zahlreiche Vorteile, z.B.

    • Pflege sozialer Kontakte,
    • Training von Fertigkeiten, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten,
    • Aktivierung im Rahmen eines geregelten Tagesablaufs.

    Dadurch erhöht sich auch die Chance möglichst lange im vertrauten Zuhause leben zu können. Darüber hinaus ist die teilstationäre Betreuung eine vergleichsweise kostengünstige Form der institutionalisierten Pflege älterer Menschen.

    Auf der anderen Seite bedeutet es für pflegende Angehörige Unterstützung und Entlastung, die Mutter oder den Vater tagsüber in „guten Händen“ zu wissen. Dies ermöglicht eventuell sogar, trotz Pflegeaufgaben einem Berurf nachzugehen oder einzelne „pflegefreie Tage“ zu gewinnen, die für die Regeneration und das Aufrechterhalten eines „eigenen Lebens“ sehr wichtig sind. Zudem bietet das Beratungsangebot in Tageszentren diesem Personenkreis wertvolle Tipps für die Pflege zuhause bzw. Austauschmöglichkeiten mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind.

    Quelle: www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/tageszentren.html [abgefragt am 22-02-2016]

  • Trägerorganisation

    Als [Trägerorganisation] freier Träger wird in den Sozialgesetzbüchern eine Institution bezeichnet, die Personal und Sachmittel für Dienstleistungen zur Verfügung stellt und nicht öffentlicher Träger bzw. Verwaltungsträger (Gemeinde, Landkreis, Land, Bund) ist. Der freie Träger bietet Kinderbetreuung (Kindergarten), freie Schulen, Sozialhilfe, Kinder- und Jugendhilfe oder andere Hilfemaßnahmen bzw. Angebote an.

    Im engeren Wortgebrauch wird ein kommerzieller, gewinnorientierter, also privatgewerblicher Träger (z. B. ein Mutter-Kind-Heim als GmbH) nicht als freier Träger bezeichnet, womit sich der Kreis freier Trägerschaft auf die gemeinnützigen Vereine und Gesellschaften (gGmbH), Stiftungen sowie die freien Wohlfahrtsverbände beschränken würde.

    Zunehmend bieten auch kommerzielle Anbieter soziale Dienstleistungen an. Während diese früher zumeist von der öffentlichen Finanzierung ausgeschlossen waren, sind hier deutliche Veränderungen zu verzeichnen. Auch wird bezweifelt, dass die zuweilen bestehende Privilegierung der traditionellen, gemeinnützigen freien Träger bei der öffentlichen Bezuschussung mit dem europäischen Wettbewerbsrecht vereinbar ist, sodass eine weitere Entwicklung der Trägerlandschaft zu erwarten ist. Damit einher geht eine Auflösung des engeren Wortsinnes. Das Statistische Bundesamt unterscheidet beispielsweise zwischen gemeinnützigen (z.B. kirchlichen) und nicht-gemeinnützigen (z.B. privatgewerblichen) Trägern.

    [Anmerkung der Redaktion: diese Definition gilt für Deutschland, ist jedoch auch für Österreich anwendbar.]

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Tr%C3%A4ger [abgefragt am 22-02-2016]

  • Übergangspflege

    Bei der Übergangspflege handelt es sich um eine rehabilitative Pflege und Betreuung von bis zu 3 Monaten als Überbrückungshilfe nach der Akutbehandlung in einem Krankenhaus und vor der Entlassung nach Hause. Bei dieser Leistung steht die Therapie und Rehabilitation und weniger die Medizin im Vordergrund. Dadurch wird sehr häufig die Rückkehr in die vertraute häusliche Umgebung ermöglicht.

  • Verhinderungspflege

    Auch unter den Begriffen Ersatzpflege, Pflegevertretung zu finden.

    Wenn pflegende Angehörige wegen Krankheit, Urlaub oder anderen Gründen verhindert sind, benötigen sie jemanden, der sie in der Zeit der Verhinderung vertritt und die Pflege des zu betreuenden Angehörigen übernimmt. Das Sozialministerium bietet unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Unterstützung an.

    Zuwendungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger
    Sie pflegen seit mindestens einem Jahr überwiegend

    • einen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld der Stufe 3-7 nach dem Bundespflegegeldgesetz oder
    • einen nahen Angehörigen mit einer nachweislich demenziellen Erkrankung und mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz
    • oder einen minderjährigen nahen Angehörigen mit einem Pflegegeld zumindest der Stufe 1 nach dem Bundespflegegeldgesetz

    und Sie sind wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen wichtigen Gründen verhindert, diese Pflege selbst zu erbringen?

    In diesem Fall bieten wir finanzielle Unterstützung an, damit Sie sich durch eine professionelle oder private Ersatzpflege vertreten lassen können.

    Höhe der finanziellen Unterstützung

    • bei Pflegegeld der Stufe 1-3: EUR 1.200,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 4: EUR 1.400,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 5: EUR 1.600,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 6: EUR 2.000,-
    • bei Pflegegeld der Stufe 7: EUR 2.200,-

    Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche. Bei demenziell erkrankten Personen und bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist die Förderung bereits für eine Ersatzpflege von mindestens 4 Tagen möglich.
    Nur nachgewiesene Kosten können berücksichtigt werden.

    Auf die Gewährung von Zuwendungen besteht kein Rechtsanspruch.

    Feststellung durch Fachpersonal
    Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung der/des Betroffenen (Befundbericht) durch

    • eine neurologische oder psychiatrische Fachabteilung eines Krankenhauses
    • eine gerontopsychiatrische Tagesklinik bzw. Ambulanz
    • ein gerontopsychiatrisches Zentrum
    • eine/n FachärztIn für Psychiatrie und/oder Neurologie

    Einkommensgrenzen
    Das monatliche Netto-Gesamteinkommen des pflegenden Angehörigen darf folgende Beträge nicht übersteigen:

    • EUR 2.000,- bei Pflegegeldstufe 1-5
    • EUR 2.500,- bei Pflegegeldstufe 6-7

    Die Einkommensgrenze erhöht sich je unterhaltsberechtigten Angehörigen um EUR 400,-, bei unterhaltsberechtigten Angehörigen mit Behinderung um EUR 600,-.
    Kein anrechenbares Einkommen sind zum Beispiel Familien- und Studienbeihilfen, Sonderzahlungen oder Leistungen nach den Sozialhilfegesetzen der Länder.

    Quelle: https://www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige [abgefragt am 28-10-2015]

  • Vermittlungsagentur
    Vermittlungsagenturen unterstützen betreuungsbedürftige Personen bzw. deren Angehörige bei der Suche nach geeigneten PersonenbetreuerInnen, bei organisatorischen Fragen und bei der
    Abwicklung von behördlichen Angelegenheiten. Viele Organisationen bieten darüber hinaus auch Zusatzleistungen für PersonenbetreuerInnen an, wie zum Beispiel:
    • Abwicklung der Gewerbeanmeldung
    • Unterstützung bei der Vertragsgestaltung
    • laufende Qualitätskontrollen während der gesamten Betreuungszeit

    Agenturen können gemeinnützige Institutitonen (z.B. Vereine), gemeinnützige GmbH oder privatwirtschaftliche Unternehmen sein.

  • Vermittlungsgebühr

    ist jener Betrag, den ein Anbieter von 24-Stunden-Betreuung / Pflege einmalig oder monatlich für die Vermittlung von Pflegepersonal in Rechnung stellt. Hierbei handelt es sich fast ausschließlich um selbständige Personenbetreuer bzw. Personenbetreuerinnen.

  • Versorgungsgenuss

    Begriff aus dem Beamtendienstrecht. Versorgungsleistung (Pension) für Hinterbliebene.

    Quelle: www.sozialversicherung.at/portal27/sec/portal/esvportal/content/contentWindow?contentid=10007.685161&action=e&windowstate=normal&viewmode=content&mode=view [abgefragt am 27-12-2015]

  • Vertretungsbefugnisse nächster Angehöriger (§§ 284b ff)

    Mit der Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger hat der Gesetzgeber eine Vertretungsbefugnis normiert, mit der es nächsten Angehörigen (Eltern, volljährigen Kindern,Ehegatten im gemeinsamen Haushalt und Lebensgefährten, die seit drei Jahren im gemeinsamen Haushalt leben), nicht jedoch Geschwistern, möglich ist, eine volljährige Person, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder geistigen Behinderung nicht mehr in der Lage ist, Geschäfte des täglichen Lebens selbst zu besorgen und die dafür keine Sachwalterin oder Sachwalter und auch sonst keinen gesetzlichen oder gewillkürten Vertreter haben, zu vertreten.

    Mehrere nahe Angehörige können nebeneinander vertretungsbefugt sein, allerdings genügt die Erklärung einer dieser Personen. Es ist keine Gesamtvertretung vorgesehen. Jeder rechtzeitig zugegangene Widerspruch eines anderen Angehörigen gegen eine Erklärung eines nächsten Angehörigen beseitigt die Wirksamkeit dieser Erklärung. Bei widerstreitenden Erklärungen mehrerer Angehöriger ist keine wirksam. In diesem Fall ist die Einleitung eines Sachwalter bestellungsverfahrens anzuregen.

    Beschränkte Vertretung
    Bei der Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger handelt es sich um eine gesetzliche Vertretung, beschränkt auf die Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens oder zur Deckung des Pflegebedarfs, insbesondere auf die Organisation von Pflege und Betreuung, sowie auf die Geltendmachung von Ansprüchen aus dem Titel des Alters, der Krankheit, der Behinderung oder Armut (z.B. sozialversicherungsrechtliche Ansprüche aller Art, Ansprüche auf Gebührenbefreiungen und andere Begünstigungen). Über laufende Einkünfte und pflegebezogene Leistungen dürfen vertretungsbefugte Angehörige verfügen, soweit dies zur Besorgung der Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, der ordentlichen Führung des Haushalts und der Pflege erforderlich ist. Die Höhe der Barabhebung vom Konto des Vertretenen durch den Vertreter ist gesetzlich durch einen monatlichen Höchstbetrag beschränkt (erhöhter allgemeiner Grundbetrag des Existenzminimums nach § 291a Abs. 2 Z 1 EO: dieser beträgt im Jahr 2008 871 Euro). [Anmerkung der Redaktion: ab 01-01-2016 beträgt der erhöhte allgemeine Grundbetrag € 1.029,–. Siehe www.lesen.lexisnexis.at/news/lohnpfaendung-unpfaendbare-freibetraege-ab-1-1-2016/pvp/aktuelles/2015/46/lnat_news_020570.html, abgefragt am 31-01-2015]

    Subsidiarität der Vertretungsbefugnis naher Angehöriger gegenüber Sachwalterbestellung und Vorsorgevollmacht
    Ist für den Vertretenen eine Sachwalterin oder ein Sachwalter bestellt, deren/dessenWirkungsbereich die den nächsten Angehörigen eingeräumten Befugnisse abdeckt, bleibt für eine gesetzliche Vertretungsmacht naher Angehöriger kein Raum. Ebenso schließt die Errichtung einer Vorsorgevollmacht für die von dieser erfassten Bereiche die gesetzliche Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger aus.

    Registrierung
    Wenn eine Person von einem nächsten Angehörigen oder einer nächsten Angehörigen vertreten werden soll, muss die Vertretungsbefugnis des betreffenden nächsten Angehörigen oder der betreffenden nächsten Angehörigen von einem Notar bzw. einer Notarin im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert werden. Für die Registrierung im ÖZVV ist eine einmalige Registrierungsgebühr zu entrichten. Der nächste Angehörige oder die nächste Angehörige muss dem Notar bzw. der Notarin eine Bescheinigung über sein oder ihr Nahverhältnis zum Vertretenen oder zur Vertretenen vorlegen. Weiters muss ein ärztliches Zeugnis über die mangelnde Geschäftsfähigkeit oder Einsichts- und Urteilsfähigkeit der zu vertretenden Person vorgelegt werden. Der Notar bzw. die Notarin stellt dem nächsten Angehörigen oder der nächsten Angehörigen nach erfolgter Registrierung der Vertretungsbefugnis eine Registrierungsbestätigung aus. Mit dieser Bestätigung wird auch eine Übersicht über die mit der Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger verbunden Rechte und Pflichten ausgehändigt. Die Pensionsbehörde darf auf die Vertretungsbefugnis von nächsten Angehörigen vertrauen, wenn ihr bei Vornahme der Vertretungshandlung die Registrierungsbestätigung vorgelegt wird, es sei denn die mangelnde Vertretungsbefugnis ist der Pensionsbehörde bekannt.

    Widerspruchsrecht des Vertretenen
    Der Angehörigenvertreter bzw. die Angehörigenvertreterin muss den Betroffenen oder die Betroffene von der Wahrnehmung der Vertretungsbefugnis informieren. Mit der Wahrnehmung der Vertretungsbefugnis durch einen nächsten Angehörigen ist nicht konstitutiv der Verlust der Geschäftsfähigkeit der/des Vertretenen verknüpft. Die/der Vertretene kann in „lichten Augenblicken“ weiterhin selbst geschäftsfähig sein. Sie/Er kann auch der Vertretungsbefugnis einer/eines nächsten Angehörigen jederzeit widersprechen (Eintragung des Widerspruchs in das ÖZVV, wenn er einem Notar bzw. einer Notarin oder einem Rechtsanwalt bzw. einer Rechtsanwältin in schriftlicher Form vorgelegt wird). Wenn eine Person möchte, dass einzelne oder alle ihrer Angehörigen sie nicht vertreten dürfen, kann ein Widerspruch gegen die Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger vorbeugend im Voraus ausgesprochen werden. Dieser Widerspruch kann sich auch nur aufeinzelne Bereiche der gesetzlichen Vertretungsbefugnis beziehen.

    Verdacht des Missbrauchs
    Bei Missbrauchsverdacht hat die Behörde (eigentlich: „jedermann“) eine Mitteilung an das Pflegschaftsgericht des Wohnortes des Vertretenen zur Überprüfung des nächsten Angehörigen und allfälligen Bestellung einer Sachwalterin oder eines Sachwalters zu erstatten.

    Rechtsstellung des Vertreters gegenüber den Pensionsbehörden
    Der/die registrierte vertretungsbefugte nächste Angehörige darf den Anspruchsberechtigten in allen Verfahrenshandlungen vor der Pensionsbehörde vertreten (z.B. beim Parteiengehör und bei der Ergreifung von Rechtsmitteln). Er/Sie ist auch über das Pensionskonto verfügungsberechtigt. Die Verfügungsberechtigung beinhaltet das Recht auf Kontoeröffnung und Kontoschließung, das Recht auf
    Dispositon über das Konto (überweisen, einzahlen, etc.) und das Recht auf Erteilung einer Zeichnungsberechtigung im Umfang seiner/ihrer eigenen eingeschränkten Vertretungsbefugnis.

    Quelle: www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Erlaesse/ERL_01_000_20080717_001_920_800_0016_III_5_2008/920_800_0016_2008.pdf [abgefragt am 31-01-2015]

  • Vorsorgevollmacht

    Damit können Sie z.B. für den Krankheitsfall eine Vertrauensperson dazu bestimmen, in medizinischen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten, bei Bankgeschäften und im Umgang mit Behörden Ihre Interessen zu Vertreten.

    Zweck:
    Mit einer Vorsorgevollmacht kann man einer Person des Vertrauens bereits im Vorhinein für den Fall des Verlustes der Geschäftsfähigkeit, der Einsichts- und Urteilsfähigkeit oder der Äußerungsfähigkeit eine Vollmacht für bestimmte Angelegenheiten erteilen. Auch für Unternehmer kann eine solche Vorsorgevollmacht wichtig sein, um für den Fall einer schwerwiegenden Erkrankung oder für mögliche Einschränkungen nach einem Unfall – abgesehen von den höchstpersönlichen Bedürfnissen – auch bzgl. des Unternehmens vorbereitet zu sein.
    In der Vorsorgevollmacht wird festgelegt, für welche Angelegenheiten der Bevollmächtigte zuständig werden soll. Die Angelegenheiten, zu deren Besorgung die Vollmacht erteilt wird, müssen bestimmt angeführt sein. Es ist auch möglich, mehrere Personen zu bevollmächtigen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

    Voraussetzungen:
    Für den Abschluss einer Vorsorgevollmacht muss die betroffene Person aber noch selbst geschäftsfähig oder einsichts- und urteilfähig bzw. äußerungsfähig sein; andernfalls wäre vom Gericht ein Sachwalter zu bestellen oder es tritt die gesetzliche Vertretungsbefugnis der nächsten Angehörigen ein.
    Der Bevollmächtigte darf nicht in einem Abhängigkeitsverhältnis oder in einer anderen engen Beziehung zu einer Krankenanstalt, einem Heim oder einer sonstigen Einrichtung stehen, in der sich der Vollmachtgeber aufhält oder von der dieser betreut wird.

    Formvorschriften für die Errichtung:
    Es gibt folgende Möglichkeiten, eine Vorsorgevollmacht rechtswirksam zu errichten:

    • Eigenhändig: Die Vorsorgevollmacht wird vom Vollmachtgeber eigenhändig geschrieben und unterschrieben.
    • Zeugen: Wenn die Vorsorgevollmacht zwar eigenhändig unterschrieben, nicht aber eigenhändig geschrieben wird (z.B. Formular wird ausgefüllt), so ist die Unterschrift von drei unbefangenen, eigenberechtigten und sprachfähigen Zeugen erforderlich.
    • Notariatsakt: Die Vorsorgevollmacht kann immer auch als Notariatsakt aufgenommen werden.

    Qualifizierte Vorsorgevollmacht:
    Soll die Vorsorgevollmacht auch Einwilligungen in medizinische Behandlungen, die gewöhnlich mit einer schweren oder nachhaltigen Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der Persönlichkeit verbunden sind, Entscheidungen über dauerhafte Änderungen des Wohnorts sowie die Besorgung von Vermögensangelegenheiten, die nicht zum ordentlichen Wirtschaftsbetrieb gehören, umfassen, muss sie unter ausdrücklicher Bezeichnung dieser Angelegenheiten vor einem Rechtsanwalt, einem Notar oder bei Gericht errichtet werden.

    Widerruf:
    Eine Vorsorgevollmacht kann grundsätzlich jederzeit formfrei widerrufen werden. Handelt es sich um eine qualifizierte Vorsorgevollmacht, die von einem Rechtsanwalt, Notar oder bei Gericht zu errichten ist, so ist der Vollmachtgeber über die Rechtsfolgen einer solchen Vorsorgevollmacht sowie die Möglichkeit des jederzeitigen Widerrufs zu belehren und ist dies zu dokumentieren.
    Neben dem Widerruf kann eine Vorsorgevollmacht aber auch durch einvernehmliche Aufhebung, Aufkündigung oder den Tod des Bevollmächtigten erlöschen.

    Österreichisches Zentrales Vertretungsverzeichnis (ÖZVV):
    Vorsorgevollmachten können von einem Notar oder einem Rechtsanwalt auf Antrag einer Partei im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV), welches bei der Österreichischen Notariatskammer eingerichtet ist, registriert werden. Der Vorteil der Registrierung ist, dass die Vorsorgevollmacht im Bedarfsfall auffindbar ist. Die Registrierung der Vorsorgevollmacht ist allerdings nicht Wirksamkeitsvoraussetzung! Neben der Vorsorgevollmacht selbst können auch der Beginn und das Ende der Wirksamkeit einer solchen Vollmacht registriert werden.

    Kosten:
    Neben den individuellen Errichtungskosten (bei Notar, Rechtsanwalt oder Gericht) fallen einmalige Gebühren für die Registrierung im ÖZVV an.

    Pflichten des Bevollmächtigten:
    Der Bevollmächtigte hat bei der Besorgung der anvertrauten Angelegenheiten dem Willen des Vollmachtgebers laut Bevollmächtigungsvertrag zu entsprechen, aber auch seinen nach Eintritt des Vorsorgefalles getätigten Willensäußerungen, sofern sie dem Wohl des Vollmachtgebers dienen.

    Vertraiemsschutz:
    Ein Dritter darf auf den Eintritt des Vorsorgefalls vertrauen, wenn ihm der Bevollmächtigte bei Vornahme einer Vertretungshandlung eine Bestätigung über die Registrierung des Wirksamwerdens der Vorsorgevollmacht im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis vorlegt. Das Vertrauen des Dritten ist nicht geschützt, wenn ihm bekannt oder fahrlässig unbekannt ist, dass der Vorsorgefall nicht eingetreten ist.

    Vollmachtsdelegation:
    Der Bevollmächtigte kann die Vollmacht zur Einwilligung in eine medizinische Behandlung oder zur Entscheidung über Änderungen des Wohnorts nicht weitergeben. Ob die Delegation anderer Inhalte der Bevollmächtigung zulässig ist, hängt vom Inhalt der Vollmachtserklärung ab.

    Formular Vorsorgevollmacht

    Quelle: www.wko.at [abgefragt am 11-04-2017]

  • Weiterversicherung für pflegende Angehörige in der Pensionsversicherung

    Personen, die aus der Pflichtversicherung ausgeschieden sind (z.B. Beendigung der Erwerbstätigkeit), um einen nahen Angehörigen oder eine nahe Angehörige zu pflegen, können sich in der Pensionsversicherung weiterversichern.

    Voraussetzungen

    • Anspruch des/der pflegebedürftigen Angehörigen auf ein Pflegegeld zumindest der Stufe 3
    • gänzliche Beanspruchung der Arbeitskraft durch die Pflege in häuslicher Umgebung
    • Vorliegen bestimmter Vorversicherungszeiten

     

    Höhe der Beiträge

    Ab 1.08.2009 werden die dafür fälligen Beiträge unbefristet vom Bund übernommen, sodass der freiwillig versicherten Person keine Kosten erwachsen. Diese Weiterversicherung kommt pro Pflegefall nur für eine Person in Betracht und bleibt auch während eines zeitweiligen stationären Krankenhausaufenthaltes der zu pflegenden Person aufrecht.

    Nähere Informationen zu dieser Versicherungsmöglichkeit erhalten Sie beim zuständigen Pensionsversicherungsträger z.B. PVA

    Antragsformular: PVA

    Quelle:

  • WK-Grundumlage

    Jeder Selbständige (außer freie Berufe) ist Pflichtmitglied der Wirtschaftskammer und hat die Wirtschaftskammergrundumlage jährlich zu entrichten. Die Höhe variiert von Bundesland zu Bundesland.

    Besteht die Mitgliedschaft zu einer Fachgruppe (Fachverband) nicht länger als die Hälfte eines Kalenderjahres, ist die Grundumlage für dieses Kalederjahr nur in halber Höhe zu entrichten, besteht die Mitgliedschaft aber nicht länger als 31 Tage im ganzen Kalenderjahr, entfällt die Pflicht zur Entrichtung der Grundumlage zur Gänze.

    Wird die Mitgliedschaft für das gesamte Kalenderjahr ruhend gestellt, ist ebenfalls nur die Hälfe der WK-Grundumlage zu entrichten.

    Für 2017 gelten folgende Tarife für Selbständige Personenbetreuer:

    € 96,– Burgenland

    € 72,– Kärnten

    € 106,–

    € 80,–

    € 70,– Salzburg

    € 80,– Steiermark

    € 89,– Tirol

    € 110,– Vorarlberg

    € 80,– Wien

  • Wundambulanz

    Eine […] Wundambulanz kann eine ärztlich angeordnete Therapie beziehungsweise eine poststationäre Therapiefortsetzung organisieren und durchführen sowie die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und anderen Berufsgruppen vereinen und die Defizitlücke der ärztlichen Versorgung im niedergelassenen Bereich schließen. Der Patient/Kunde hat einen professionell ausgebildeten Ansprechpartner.

    Quelle: www.wundmanagement-noe.at/ [abgefragt am 22-02-2016]

    In einer Wundambulanz werden hauptsächlich Patienten mit chronischen Wundenen behandelt und versorgt. Chronische Wunden sind Wunden, die länger als 6 Wochen bestehen und trotz adäquater Therapie keine Heilungstendenz zeigen.

    Um eine soziale Isolation zu vermeiden, muss eine maßgeschneiderte Patientenversorgung durch genaue Anamnese, Ursachenerhebung, korrekte Wunddokumentation bzw. -versorgung und entsprechende Ernährungsberatung erfolgen.

    Quelle: www.barmherzige-brueder.at/site/oesterreich/zentralverwaltung/pflegemanagement/info/article/12702.html [abgefragt am 22-02-2016]

  • Zusätzliche Neuvermittlung (bei Caritas)

    Zusätzliche Neuvermittlung bedeutet bei Caritas – 24-Stunden-Betreuung, daß innerhalb der ersten 3 Monate eine Pflegerin kostenlos ausgewechselt werden kann. Nach Umwandlung des Vertrages in einen unbefristeten Vertrag, kann nochmals eine Pflegerin kostenlos ausgewechselt werden. Je nach Anzahl der zu betreuenden Personen in einem Haushalt ( 1 oder 2 Personen) richtet sich der Betrag der „Zusätzlichen Neuvermittlung und Einführung von Betreuungskräften“ – siehe Zusätzliche Informationen / Zusätzliche Leistungen. Diese Kosten fallen bei jedem Austausch der Pflegerin an, wenn dies vom Auftraggeber gewünscht wird. Sollte eine Pflegerin einen Wechsel wünschen oder durch Krankheit etc. ausfallen, entstehen dem Auftraggeber keine Kosten.

  • Zuschuß für Pflegehilfsmittel und Wohnraumadaptierung

    Leistungen für einmalige behinderungsbedingte Ausgaben aus dem „Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung“ können Behinderte, unabhängig von der Ursache ihrer Beeinträchtigung, erhalten, die durch ein insbesondere mit ihrer Behinderung in Zusammenhang stehendes Ereignis in eine soziale Notlage geraten sind, sofern rasche Hilfestellung die Notlage zu mildern oder zu beseitigen mag.

    Ziel des Unterstützungsfonds ist es, vor allem jenen Menschen Hilfe zu leisten, die noch nicht berufstätig sind (Kinder), nicht mehr im Erwerbsleben stehen (Pensionisten) oder sich aufgrund der Schwere der Behinderung nie ins Erwerbsleben integrieren konnten. Die Förderung ist nur dann zulässig, wenn die Sparsamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Einsatzes der Fondsmittel gewährleistet sind. Auf die Gewährung von Förderungen besteht kein Rechtsanspruch.

    Voraussetzungen:

    • ständiger Aufenthalt in Österreich
    • Vorliegen eines konkreten Vorhabens der medizinischen, sozialen oder beruflichen Rehabilitation (zum Beispiel behindertengerechte Wohnungsadaptierung für Rollstuhlfahrer, behinderungsbedingt notwendige PKW-Adaptierung)
    • Bestehen einer erheblichen dauernden Gesundheitsschädigung (Grad der Behinderung mind. 50 % von 100 %). Als Nachweis der Behinderung wird anerkannt : Behindertenpass, Bezug der erhöhten Familienbeihilfe, Bezug von Pflegegeld
    • Behinderungsbedingter Konnex des konkreten Vorhabens
    • Die Einkommensgrenze für 1 Person beträgt 1.680,00 € netto. Sie erhöht sich für jeden im gemeinsamen Haushalt lebenden unterhaltspflichtigen Angehörigen bzw. den Lebensgefährten/der Lebensgefährtin um 380,00 €, bei Vorliegen einer Behinderung des/der Angehörigen oder Ehepartners/Ehepartnerin um 570,00 €.
    • Das Vorhaben darf nicht durch Leistungen anderer Kostenträger wie zum Beispiel Bezirkshauptmannschaft, diverse Fonds der öffentlichen oder privaten Wohlfahrtspflege, Amt der Landesregierung, Sozialversicherungsträger (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung) ausfinanziert sein:
    • Antragstellung (Formular) bei Ihrer Landesstelle des Sozialministeriumservice vor Realisierung des Vorhabens.

    Zuschusshöhe:
    Abhängig vom Familieneinkommen; maximale Förderhöhe EUR 5.800,00.

    Sozialministerium Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderung

    Quelle: www.sozialministeriumservice.at/site/Finanzielle_Unterstuetzung/Unterstuetzungsfonds [abgefragt am 28-12-2015]

     

    Weitere Förderstellen:

    Land Oberösterreich Soziale Rehabilitation

    Land Salzburg Zuschuß für Pflegehilfsmittel und behindertengerechte Wohnraumadaptierung

    Land Steiermark Maßnahmen für barrierefreie und altengerechte Wohnverhältnisse

    Land Tirol Behinderten- und Seniorengerechte Maßnahmen, Zuschuß sicheres Wohnen, Zuschuß für Behindertenmaßnahmen

    Land Wien Behindertengerechter Umbau – Förderungsantrag,

     

  • Zuschuß zum Fernsprechentgelt

    Folgende Personen haben einen Anspruch auf Befreiung von der Rundfunkgebühr und Zuschuss zum Fernsprechentgelt sowie seit 2012 von der Entrichtung der Ökostrompauschale:

    • Personen, die pflegebezogene Leistungen (z.B. Pflegegeld) beziehen
    • Personen mit geringem Einkommen (insbesondere bei Pensionsbezug, Bezug einer Leistung aus Arbeitslosigkeit oder Sozialhilfe bzw. Bedarfsorientierte Mindestsicherung)
    • gehörlose und schwer hörbehinderte Personen

    Voraussetzung ist, dass das Haushalts-Nettoeinkommen nach Abzug der Miete und der vom Finanzamt anerkannten außergewöhnlichen Belastungen (z.B. wegen Diät) unter monatlich € 976,99 bei einem Einpersonenhaushalt bzw. € 1.464,84 bei einem Zweipersonenhaushalt liegt. Diese Einkommensgrenzen erhöhen sich für jede weitere Person im Haushalt um € 150,74 (Werte 2015).

    Das komplette Einmaleins der Gebührenbefreiung, Formulare, die aktuellen Höchststätze des Haushalts-Nettoeinkommens etc. finden Sie auf der GIS-Homepage.

    Alle Formulare erhalten Sie ebenfalls in:

    • Raiffeisenbanken
    • Gemeindeämtern
    • Magistratischen Bezirksämtern der Stadt Wien
    • Bürgerdienst-Bezirksstellen der Stadt Wien
    • Servicestellen der Stadt Graz oder
    • direkt bei der GIS

    Quelle. www.pflegedaheim.at/cms/pflege/dokument.html?channel=CH1699&document=CMS1417688622258 [abgefragt am 27-12-2015]