Pflegegeld

Die Pflegegeldgesetze haben zum Ziel, pflegebedürftigen Menschen durch die Gewährung von Pflegegeld die Möglichkeit zu bieten, sich die erforderliche Pflege und Betreuung zu sichern. Das Pflegegeld soll pflegebedingte Mehraufwendungen pauschal abgelten und dazu beitragen, ein selbstbestimmtes und nach den persönlichen Bedürfnissen orientiertes Leben zu führen.

Um einen Anspruch auf Pflegegeld zu haben, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Ständiger Betreuungs- und Hilfsbedarf wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung bzw. einer Sinnesbehinderung, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern wird,
  • ständiger Pflegebedarf von monatlich mehr als 65 Stunden,
  • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich; unter bestimmten Voraussetzungen kann das Pflegegeld auch in einen EWR-Staat oder in der Schweiz geleistet werden.

Quelle: www.sozialministerium.at/site/Soziales/Pflege_und_Betreuung/Pflegegeld/ [abgefragt am 14-04-2017]

 

Höhe des Pflegegeldes:

Pflegebedarf in Stunden pro Monat (ab 1.1.2015) Stufe   Betrag in € mtl. (ab 1.1.2016)
 mehr als   65 Stunden  1  157,30
 mehr als   95 Stunden  2  290,00
 mehr als 120 Stunden  3  451,80
 mehr als 160 Stunden  4  677,60
 mehr als 180 Stunden, wenn ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist  5  920,30
 mehr als 180 Stunden, wenn
– zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
– die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
 6  1.285,20
 mehr als 180 Stunden, wenn
– keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
– ein gleichzuachtender Zustand vorliegt
 7  1.688,90

 Quelle: https://www.help.gv.at [abgefragt am 14-04-2017]

 

Maßgebend für die Stufen 1 – 4 ist der zeitliche Pflegeaufwand, der auf der Grundlage eines ärztlichen Sachverständigengutachtens ermittelt wird. Für die Stufen 5 – 7 ist neben dem zeitlichen Ausmaß ein zusätzliches Qualitätskriterium erforderlich.

Für sehbehinderte, blinde und taubblinde Personen sowie Personen, die zur eigenständigen Lebensführung überwiegend auf den aktiven Gebrauch eines Rollstuhles angewiesen sind, wird mit gesetzlich verankerten Mindesteinstufungen den besonderen pflegerelevanten Bedürfnissen dieser behinderten Menschen Rechnung getragen.

Quelle: www.pflegedaheim.at/cms/pflege/thema.html?channel=CH1693 [abgefragt am 21-11-2015]

 

Bei Bezug einer erhöhten Familienbeihilfe wird ein Betrag von EUR 60,- abgezogen.

Die Erschwerniszuschläge betragen für

  • schwerst behinderte Kinder und Jugendliche
    – bis zum vollendetem 7. Lebensjahr monatlich 50 Stunden
    – ab vollendetem 7. Lebensjahr bis vollendetem 15. Lebensjahr monatlich 75 Stunden
  • schwer geistig oder schwer psychisch behinderte, insbesondere demenziell erkankte Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr monatlich 25 Stunden

Diagnosebezogene Mindesteinstufungen sind unabhängig vom tatsächlichen Pflegeaufwand vorgeschrieben wie folgt:

  • Stufe 3 für hochgradig Sehbehinderte und Rollstuhlfahrer
  • Stufe 4 für Blinde sowie Rollstuhlfahrer, wenn zusätzlich eine Stuhl- oder Harninkontinenz beziehungsweise eine Blasen- oder Mastdarmlähmung vorliegt.
  • Stufe 5 für Taubblinde beziehungsweise Rollstuhlfahrer mit deutlichem Ausfall von Funktionen der oberen Extremität(en) = wenn zum Transfer in und aus dem (technisch adaptierten) Rollstuhl auf Grund der Behinderung im Bereich der oberen Extremität(en) die Hilfe einer anderen Person notwendig ist.

Feststellung durch Sachverständige
Im Bemühen einer stetigen Weiterentwicklung des Pflegevorsorgesystems führte das Sozialministerium in Kooperation mit der Pensionsversicherungsanstalt und dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband ein Pilotprojekt durch, in dessen Rahmen zwei getrennte Begutachtungen zur Feststellung des Pflegebedarfes durch medizinische und pflegerische Sachverständige erstellt wurden. Das Pilotprojekt hat gezeigt, dass die Pflegefachkräfte besonders bei der Einstufung in den höheren Pflegegeldstufen hohe Kompetenz aufweisen.

Ab 1. Jänner 2012 sollen daher bei Anträgen auf Erhöhung des Pflegegeldes ab der Pflegestufe 4 bei mehr als 180 Stunden bereits festgestelltem monatlichen Pflegebedarf diplomierte Pflegefachkräfte mit der Begutachtung befasst werden.

Die Begutachtung für die Grundeinstufung betreffend die Zuerkennung des Pflegegeldes soll wie bisher durch ÄrztInnen erfolgen.

Hinweis: Während eines stationären Spitalaufenthaltes ruht das Pflegegeld ab dem auf die Aufnahme in das Krankenhaus folgenden Tag.

Antrag auf Pflegegeld
Pflegegeld müssen Sie beantragen.

Für Pflegegeldbezieher/innen des ehemaligen Bundessozialamtes ist seit 1.1.2014 die Pensionsversicherungsanstalt zuständig.

Pensions- oder RentenbezieherInnen bringen den Antrag auf Pflegegeld beim zuständigen Versicherungsträger ein (PVA, SVA, SVB, VAEB, BVA).

Berufstätige Personen, mitversicherte Angehörige (z.B. als Hausfrau oder Kind) und BezieherInnen einer Mindestsicherung können das Pflegegeld bei der Pensionsversicherungsanstalt beantragen.

Leistung einer anderen Institution für BezieherInnen von Pflegegeld:

Quelle: www.sozialministeriumservice.at [Abfrage am 14-04-2017]