Gewählte Erwachsenenvertretung

Im Zuge der Reform der Sachwalterschaft wurde die gewählte Erwachsenenvertretung eingeführt. Diese Vertretung gab es bis zum 30. Juni 2018 noch nicht.

Die gewählte Erwachsenenvertretung ist für jene Fälle vorgesehen, in denen die betroffene Person nicht rechtzeitig mittels Vorsorgevollmacht vorgesorgt hat. Personen, die nur mehr eingeschränkt entscheidungsfähig sind, also noch in Grundzügen die Folgen der Bevollmächtigung verstehen, können einen Erwachsenenvertreter wählen. Es besteht auch die Möglichkeit mehrere Erwachsenenvertreter für unterschiedliche Angelegenheiten zu wählen. Bei den gewählten Erwachsenenvertretern handelt es sich um Verwandte oder andere nahestehende Personen.

Die gewählte Erwachsenenvertretung unterliegt der Kontrolle durch das zuständige Bezirksgericht.

 

Formvorschriften für die Errichtung

Vertretungsperson und vertretene Person müssen höchstpersönlich vor einem Erwachsenenschutzverein, einem/r Rechtsanwalt/anwältin oder Notar/in eine schriftliche Vereinbarung abschließen. Diese wird in weiterer Folge im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis (ÖZVV) registriert.

Ein ärztliches Attest über die eingeschränkte Entscheidungsfähigkeit muss vorgelegt werden.

[Quelle: https://www.erwachsenenvertretung.at; abgefragt am 18-02-2019]

 

Zuständigkeitsbereich des gewählten Erwachsenenvertreters

Die gewählte Erwachsenenvertretung ist für einzelne Angelegenheiten oder für gewisse Arten von Angelegenheiten möglich. Die Vertretungsbefugnis kann für

  • ein ganz bestimmtes Geschäft (z.B. Verkauf einer Liegenschaft) oder
  • für generelle Angelegenheiten (z.B. Vermögensverwaltung)

eingeräumt werden.

Es ist möglich, in der schriftlichen Vereinbarung festzuhalten, dass die Vertretungsperson nur mit Zustimmung der vertretenen Person Vertretungshandlungen setzen kann („Mitentscheidung“ oder „Co-Decision„).

[Quelle: https://www.help.gv.at, abgefragt am 18-02-2019]

 

Ende der gewählten Erwachsenenvertretung
  • Widerruf
  • mit dem Tod der vertretenen Person,
  • mit dem Tod des gewählten Erwachsenenvertreters,
  • wenn ein Gericht die gewählte Erwachsenenvertretung mit Beschluss beendet, weil z.B. der/die Bevollmächtigte nicht zum Wohl der vertretenen Person handelt,
  • Wegfall des Vorsorgefalls.

 

Muster gewählte Erwachsenenvertretung