Finanzielle Unterstützung bei Urlaub oder Verhinderung

Gemäß § 21a des Bundespflegegeldgesetzes kann ein/e nahe/r Angehörige/r eines pflegebedürftigen Menschen, dem zumindest Pflegegeld der Stufe 3 gebührt, grundsätzlich eine Zuwendung erhalten, wenn sie/er die zu pflegende Person seit mindestens einem Jahr überwiegend pflegt und wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen wichtigen Gründen an der Erbringung der Pflege verhindert ist. Bei  demenziell erkrankten oder minderjährigen Personen genügt bereits ein Pflegegeld der Stufe 1.

Der Zuschuss soll als Beitrag zur Abdeckung der Kosten dienen, die im Falle der Verhinderung der Hauptpflegeperson für die Inanspruchnahme von professioneller oder privater Ersatzpflege erwachsen.

Anträge sind beim Sozialministeriumservice einzubringen, dem grundsätzlich auch die Entscheidung darüber obliegt.

Ergibt sich bei der Anwendung der Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen für pflegende Angehörige eine besondere Härte, kann das Sozialministerium eine von den Richtlinien abweichende Entscheidung treffen.

Quelle: www.pflegedaheim.at/cms/pflege/dokument.html?channel=CH1701&document=CMS1324454963406 [abgefragt am 28-12-2015]

 

Höhe der finanziellen Unterstützung

  • bei Pflegegeld der Stufe 1-3: EUR 1.200,-
  • bei Pflegegeld der Stufe 4: EUR 1.400,-
  • bei Pflegegeld der Stufe 5: EUR 1.600,-
  • bei Pflegegeld der Stufe 6: EUR 2.000,-
  • bei Pflegegeld der Stufe 7: EUR 2.200,-

Förderbar ist nur eine Ersatzpflege von mindestens einer Woche.
Bei demenziell erkrankten Personen und bei minderjährigen Pflegebedürftigen ist die Förderung bereits für eine Ersatzpflege von mindestens 4 Tagen möglich.
Nur nachgewiesene Kosten können berücksichtigt werden.

Auf die Gewährung von Zuwendungen besteht kein Rechtsanspruch.

Feststellung durch Fachpersonal
Als Nachweis über das Vorliegen einer demenziellen Erkrankung gilt die Bestätigung der Behandlung der/des Betroffenen (Befundbericht) durch

  • eine neurologische oder psychiatrische Fachabteilung eines Krankenhauses
  • eine gerontopsychiatrische Tagesklinik bzw. Ambulanz
  • ein gerontopsychiatrisches Zentrum
  • eine/n FachärztIn für Psychiatrie und/oder Neurologie

Einkommensgrenzen
Das monatliche Netto-Gesamteinkommen des pflegenden Angehörigen darf folgende Beträge nicht übersteigen:

  • EUR 2.000,- bei Pflegegeldstufe 1-5
  • EUR 2.500,- bei Pflegegeldstufe 6-7

Die Einkommensgrenze erhöht sich je unterhaltsberechtigten Angehörigen um EUR 400,-, bei unterhaltsberechtigten Angehörigen mit Behinderung um EUR 600,-.
Kein anrechenbares Einkommen sind zum Beispiel Familien- und Studienbeihilfen, Sonderzahlungen oder Leistungen nach den Sozialhilfegesetzen der Länder.

Quelle: www.sozialministeriumservice.at/site/Pflege/Pflegende_Angehoerige [abgefragt am 28-12-2015]